Deutscher Rechtsruck hat jeden zu interessieren


Die Nummer mit der Ahnungslosigkeit zieht nicht

Allein schon deshalb kann niemand von einer Wiederholung der Geschichte sprechen, explizit nicht im PC- und Internetzeitalter, selbst wer anführt, eine angebliche Lügenpresse und tatsächlich gestaltete Fakenews der Neuen Rechten würden für entsprechende Verunsicherung beitragen. Nonsens. Wer sich bildet, zweifellos ohne BILD und Co. kann durchaus fündig werden, was hierzulande verkehrt läuft.

Extremismus ist dabei ohnehin per se abzulehnen, ohne wenn und aber! Insofern bräuchte man nicht weiter darüber debattieren, was in Chemnitz vorgefallen, außer wenn im Anschluß Bestürzung folgt, die nahezu an Heuchelei grenzt. Tiefgreifend sichtbare Sympathien zu „rechtem Gedankengut“ geistern immer noch in den Köpfen manch Ewiggestriger.

Wenn die CDU-Generalsekretärin ihr wahres Gesicht offenbart

Hat dies gewisse Vorteile, man weiß woran man mit ihr ist, wer zuvor noch optimistischer sie eingeschätzt hatte. Ihre Verbal-Attacke gegen den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier läßt tief blicken. Mit welchem Recht mahnt sie dessen Unterstützung des Protestkonzerts in Chemnitz an? Möchte eine CDU etwa ihrer bayrischen Schwesterpartei nachäffen, möglichst unverblümt AfD-Positionen zum Besten zu geben, frei nach dem Motto, was Spaltpilz Seehofer kann, vermag sie zu toppen?

Tragisch genug, daß die Linke ausschert mit ihrer Sammlungsbewegung #aufstehen, was alles andere als ein Bild der Einigkeit vermittelt, viel eher für mehr Unsicherheit sorgt, dem rechtsradikalen Trend in die Hände spielt.

Antifaschisten mobilisieren sich – SPD muß sich auf Platz Drei einreihen

Rechtsextreme organisierten sich sehr schnell in Chemnitz nach dem Mord an Daniel Hillig, doch gestern kamen an die 65.000 Menschen zusammen, die vehement Faschismus ablehnen, feuerten das #wirsindmehr-Konzert an, setzten ein Zeichen gegen Rassismus, es geht vor allem darum, den Schneeball zu zerstören, bevor dieser sich zu einer Lawine entwickle, wie Campino betonte.

Einen nicht unwesentlichen Anteil an jener Entwicklung hat auch die SPD, die nunmehr auf Platz Drei hinter die AfD rutscht mit Blick auf die jüngsten Umfragen, was schon länger sich abzeichnet. Daß alle aufgefordert sind, die Chemnitzer Ereignisse aufzuarbeiten, liegt auf der Hand. Andererseits darf man sich schon wundern, wie schnell und simpelst sich sogenannte Wutbürger instrumentalisieren lassen, keine Scheu haben, mit Neonazis zu marschieren. Wer jetzt noch Ahnungslosigkeit vortäuscht, den muß man direkt zur Rechenschaft ziehen, obendrein mit Nachdruck gewisse Kräfte innerhalb der Polizei und Justiz.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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