Zu viel Unfrieden am Weltfriedenstag


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Die Spitze des Eisbergs ragt nicht nur in Chemnitz hervor

Gedenken wir der vielen Millionen Opfer durch Kriege und Terror, beides beschäftigt die Menschheit weiterhin, solange ganz besonders soziale Ungerechtigkeit herrscht, Armut und Elend billigend in Kauf genommen werden, damit Überreichtum sich tummeln darf. Raubtierkapitalismus setzt seinen eingeschlagenen neoliberalen Weg fort, ohne Rücksicht auf Verluste.

In Gedenken an dem Überfall auf Polen durch die deutsche Naziherrschaft am 01. September 1939 griff im Westen Deutschlands der DGB diesen Tag unter dem Motto „Nie wieder Krieg“ zwölf Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg auf, um ihn neun Jahre später als Antikriegstag in der BRD zu würdigen, während die DDR zu Beginn der 1950er Jahre diesen Tag als „Tag des Friedens“ bezeichnete. Die Katholische Kirche gedenkt dem Weltfriedenstag seit dem 01. Januar 1968, die UNO seit dem 21. September 1981 mit dem „Internationalen Tag des Friedens“.

Innerer und äußerer Frieden tagtäglich gefährdet

In Partnerschaften, in Familien, in Schulen, in Arbeitsbetrieben, in der Gesellschaft, in Ländern, weltweit. Woran liegt das? Diese Aussichtslosigkeit hat verschiedene Aspekte, die eben nicht einfach in wenigen Sätzen beschrieben werden können. Vom Streit zum Krieg, ein Weg, der unweigerlich oftmals den grauen Alltag mit bestimmt?

Gerade jene Versuche, in friedlicher Koexistenz zusammenzuleben, verdeutlichen eigentlich die tief verwurzelte Nächstenliebe, die schon mit der Mutterliebe den Beginn unseres Lebens einläutet. Sobald wir im Kindergarten beginnen, uns zu reflektieren, zu vergleichen, parallel das Elternhaus indoktriniert, entstehen erste Spannungen, Neidfaktoren mischen sich mit Macht, daraus folgendem Mobbing von Klein auf, Opfer, gedemütigt eigene Strategien der Gegenwehr bilden. Die erste Saat zu Zwist und Streit, Gewaltformen suchen sich Wege ihrer Entfaltung bis hin zu Krieg und Terror.

Sprache als letztes Mittel der Gewaltverhinderung?

Die politische Königsdisziplin beinhaltet das Wesen der Diplomatie. Nicht die ungehobelte verlogene Haltung eines Donald Trump oder die aalglatte eines Wladimir Putin, viel eher die Verdienste eines Willy Brandt, eines Kofi Annan, eines Anwar as-Sadat oder eines Olaf Palme, um nur ein paar Wenige zu benennen. Dazwischen versucht Weltpolitik zu intervenieren, oft kläglich versagend mit Blick zur UNO, leider zunehmend zur Friedensbewegung, die kaum noch die Menschen erreicht.

Sprache mag nach wie vor das wichtigste und moderateste Mittel menschlicher Auseinandersetzung sein, im Streit, im Frieden ohnehin, bevor Gewalt sich entfaltet. Jüngstes Beispiel einer fatalen Entwicklung: die Vorkommnisse in Chemnitz. Deutschland hat seine Vergangenheit mitnichten aufgearbeitet, besonders die „Altlast der DDR“ beschäftigt die Menschen, zusammen mit sozialer Not, einer Bundespolitik, die meist den Weg der Hochfinanz und Konzerne folgt, nicht gerade für inneren Frieden sorgt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie Gesellschaft

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