Pilotversuch: Tanken bei Aldi


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Wikimedia Commons CC BY 2.0

Was interessieren Tankstellenpächter oder die Gesundheit?

Normalerweise greift die Tatsache, Schuster, bleib bei deinem Leisten, doch im Kapitalismus zählt stets der Erfolg, setzen sich diejenigen durch, die rüde andere vom Markt drängen, egal mit welchen Bandagen, denken wir nur an Pretty Woman oder mafiöse Strukturen. Je größer das Geschäft, insofern Konzerne und Finanzriesen in Frage kommen, desto heftiger das Machtgerangel. Filmisch auch anschaulich in der US-Fernsehserie Dallas dargestellt.

Albrecht Diskont, jedem unter Aldi Nord und Aldi Süd viel eher bekannt, darf sich weltweit als einer der erfolgreichsten Discounter-Konzerne bezeichnen mit einem Jahresumsatz von knapp 53 Milliarden Euro (im Jahr 2010), weltweit rund 124.000 Mitarbeitern. Doch wer an der Lunte des Pofits gerochen, kann den Hals nicht voll genug bekommen. Jetzt sollen Aldi-Spritparkplätze für noch mehr Kundenkomfort sorgen, ein Pilotversuch, während besorgte Tankstellenbetreiber vor Jobverlusten warnen. Von einer Win-win-Situation kann keinesfalls die Rede sein, ganz im Gegenteil.

Tante-Emma-Laden verliert den Kampf gegen den American Way of Life

Früher war alles anders. Ein abgedroschen klingender Satz mit einem Geruch zurück zu wehmütigen alten Zeiten? Nicht unbedingt, manches hatte durchaus seine tiefverwurzelte Berechtigung, zumal das gesellschaftliche Zusammenleben herzlicher, kommunikativer stattfand. Im Tante-Emma-Laden traf man sich, ein Schwätzchen, manch Austausch, das Dorfleben oder in Stadtteilen verlief inniger.

Abgelöst haben sie die Discounter auf der grünen Wiese, man fährt gar mit dem Auto an den Rand kleiner Gemeinden oder von Großstädten, oftmals in Industrie- oder Einkaufszentren. Das Nachäffen des American Way of Life nahm auch hierzulande, europaweit überhand. Hauptsache an der Spitze der Kette, die Konkurrrenz tagtäglich ausstechend, der Verbraucher nimmt es dankend hin, während der Lohn sinkt, Arbeitslosigkeit vielfach winkt, abgefedert, scheinbar gelöst mittels Niedriglohn, welch Hohn!

Plastikprodukte neben Spritgerüchen – nahe Tankstellen ziehen den Kürzeren

Wen interessiert schon die sehr gezielte Frage, ob denn alles gesund sein mag, mit was wir uns im Alltag aussetzen? Natürlich sind am ehesten die Mitarbeiter vor Ort betroffen, die an der Kasse sitzen, die Regale einsortieren. Schiebetüren öffnen sich, der frischgetankte Wagen auf nahem Parkplatz. Sicherlich, in Tankstellen, oftmals auch mit allerlei Waren bestückt, um ein vielfaches die Menschen jenen Giftcocktailen ausgesetzt sind.

Die Masse der Produkte, teilweise denkwürdig eingeschweißt in Plastik, macht’s am Ende, selbst wenn Aldi inzwischen das Ende der Plastik- und Einwegtüten einleitet. Während der Aldi-Kunde stolz sein Schnäppchen macht beim Kauf von Billig-Sprit, manch Warteschlange zwar die Umgebung verpestet, zieht die nahegelegene Tankstelle den Kürzeren, wird Umsatzeinbußen hinnehmen müssen oder gar aufgeben.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Wirtschaft/Finanzen

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Eine Antwort zu Pilotversuch: Tanken bei Aldi

  1. Arno von Rosen schreibt:

    Die Strategie ist nicht neu und wird von anderen Lebensmittelkonzernen in Europa schon lange verfolgt. Dazu kommt dann gerne noch eine Waschanlage, und schon macht der Kunde alles auf einmal. Da habe ich wenig Mitleid mit den Tankstellenpächtern, die von ihren Konzernen fast keine Kohle für die Arbeit bekommen, aber dafür völlig überteuerte Lebensmittel anbieten. Zeit, dass sich auf diesem Sektor mal etwas ändert, vor allem bei der Bezahlung der Pächter!

    Gefällt 1 Person

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