Arbeitswelt voller Tücken – doch der Mensch pariert


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Mit Belehrungen seitens Studien folgt Verunsicherung bis hin zur Ignoranz

Generelle Skepsis gegenüber all den vielen Studien, die jährlich präsentiert werden, sollte unbedingt verständlich sein, zumal oftmals gegenteilige Ergebnisse gar Jahre später urplötzlich wie aus dem Nichts auftauchen, der Interessierte schier zusammenzuckt, wenn er es denn bemerkt.

Anderseits beflügelt manch cleveren Zeitgenossen ein gesunder Menschenverstand mit einer Portion vertieftem Wissen, was man sich ohne weiteres aneignen vermag, um die ein oder andere errungene Studienerkenntnis nachzuvollziehen. Bei vielen allerdings folgt mit der Belehrung Verunsicherung bis hin zur Ignoranz, wenn sie es Leid sind, diese nicht begreifen. In einer Arbeitswelt voller Tücken lauern mögliche Gefahren für Leib und Seele, doch der Mensch pariert, weil die eigene Existenz schließlich auf dem Spiel steht, gerade in Zeiten anhaltender Arbeitslosigkeit und Hartz-IV-Zukunft, wer aussortiert.

Schichtarbeit – unterschätzte Form menschlicher Versklavung

Mag man solche Worte wie Biorhythmus belächeln, so hält sich die gesamte Natur dennoch daran, außer jene wird empfindlich durch den Mensch selbst gestört, denken wir an den Verkehrslärm in Städten, an all die Orte, wo die Tier- und Pflanzenwelt mittels „technisierter Notwendigkeiten“ gehindert werden, natürlich zu leben. Manche Zeitgeister tun angesprochene Bedenken mit der Bemerkung ab, Tiere würden sich schon anpassen.

Verwunderlich mögen diese Kommentare keineswegs sein, passen abhängige Arbeitnehmer sich doch an die Rahmenbedingungen der Wirtschaft an, die lediglich ihre eigenen Vorteile erstrebt. Eine Studie des US-Fachmagazins „Occupational and Environmental Medicine“ besagt, wie der Focus betitelt, daß Schichtarbeit dumm und krank macht. Im Prinzip nichts neues, ein derartiger Eingriff in den Biorythmus muß zwangsläufig sich gesundheitlich auswirken. Allerdings lassen Menschen seit Jahrzehnten dies mit sich machen, ganz den Vorgaben einer menschlichen Versklavung sich unterordnend. Daher passen derartige Studien so gar nicht ins Bild einer heilen Welt voller engagierter Mitarbeiter, die doch „nur“ ihren Dienst schieben.

Oder reiht auch hier sich erneut ein, inwieweit unsere Leistungsgesellschaft angebliche Notwendigkeiten zuläßt? Es sieht ganz danach aus, der Akt der Selbstverständlichkeit wurde all die Zeit eben nicht hinterfragt. Daß uns Studien erst daran erinnern müssen, zeigt obendrein, wie vorschnell eigene Beobachtungen und Erfahrungen mit jenen Arbeitszeitmodellen der Schichtarbeit beiseite geschoben werden. Die Empfehlung des Studienleiters Marquié zeigt bereits, daß nicht forsch genug reagiert wird. Das beste Mittel wäre nämlich die Abschaffung der Schichtarbeit selbst! Obendrein braucht unsere Arbeitswelt ohnehin einen Wandel.

Im Dschungel wissenschaftlicher Studien – wer blickt noch durch?

Eine Vielzahl der wissenschaftlichen Studien mag durchaus ihre Berechtigung haben, schließlich will Mensch es genau wissen, was seinem Intellekt, seinem Verstand entspricht. Ohne jenen Wissensdurst hätten keine Erfindungen oder gezielte Erkenntnisse stattgefunden. Dennoch kommen bei etlichen Zweifel auf ob ihrer Notwendigkeit, weil bei manchen Widersprüche entstehen, sie sich gar aufheben, von den Fälschungen, die ebenso kursieren, ganz zu schweigen. Ob der Fall des Forschers Yoshitaka Fujii eine Ausnahme ist, darf angezweifelt werden, viele Studien können daher zweckdienlich ausgeführt werden, denken wir an die Eingebungen der Pharmaindustrie, mit deren Art und Weise Medikamente auf die Märkte zu schmeißen, von Tierversuchen bis hin zum bekannten Beipackzettel mit dem Hinweis zum Arzt oder Apotheker, die Nebenwirkungen betreffend.

Wer blickt dabei noch durch? Am besten läßt man sich auf viele sogenannte „wissenschaftliche Errungenschaften“ eben nicht ein, könnte man jetzt anführen. Je komplexer die Fragestellung, die Problematik, umso schwieriger gestaltet sich ein objektives Beurteilungsvermögen, was ungefährlich oder uns bedrohlich werden kann. Irgendwo in der Mitte liegt eine eventuelle, ernüchternde Erkenntnis.

Alles, was der Natur widerspricht, ihre Kreisläufe schädigt, so auch das unsinnige Arbeiten in Schichten, einer Hingabe, sich für eine dermaßen menschenverachtende Wirtschaft aufzuopfern, sollte uns zu denken geben. Kein Wunder, daß wir dadurch Schaden nehmen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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