Glyphosat-Urteil beeindruckt Bayer-Tochter Monsanto keineswegs


Trotz etlicher Proteste diktieren Investmentgesell-schaften den Kurs

Was interessieren Konzerne und Finanzgiganten die Belange des einfachen Mannes, die Politik? Losgelöst im Vakuum einer selbsterschaffenen Welt ungehinderten Deligierens riesiger Geldflüsse, bestimmen Investmentgesellschaften den Weg, wie und wo es langgeht. Das klingt nach übertriebener Schwarzmalerei in den Ohren all jener, die berechtigt und somit ziemlich engagiert versuchen, deren Machenschaften zu entlarven und öffentlich anzuprangern.

Mit dem Urteil eines Gerichts in San Francisco, Monsanto 290 Millionen Dollar an einen Krebskranken zahlen soll, wittern etliche andere Betroffene ihre Chance, selbst ihre Klagen vor Gericht erfolgreich durchzusetzen, während weiterhin der Chemiegigant sich windet, darauf beharrt, es ginge keine Krebsgefahr von Glyphosat aus, ankündigte, er würde Berufung gegen das Urteil einlegen.

Die CSU fällt nicht nur Merkel fortlaufend in den Rücken

Denken wir an das Polit-Theater kurz vor der Sommerpause mit jenem Herrn Seehofer. Hier wird aber konkret der dramatische Weg vom immer noch eingesetzten Glyphosat thematisiert. Über die Hälfte der Abgeordneten des EU-Parlaments hatte noch 2016 die WHO-Einschätzung, daß Glyphosat wahrscheinlich krebserregend sei, kurzerhand ignoriert, insofern einer beschränkten Zulassung des Unkrautvernichtungsmittels zugestimmt.

Ein gutes Jahr später fällt der EU-Kommission nichts besseres ein, als für eine Light-Anwendung von Glyphosat zu werben, die Proteste flackerten erneut auf, etliche Stimmen meldeten sich zu Wort, forderten eine Absage einer langjährigen Zustimmung seitens der Politik. Einerseits reagierte die damalige Umweltministerin Barbara Hendricks, nur Landwirtschaftsminister Christian Schmidt zog es dann vor, der Bundeskanzlerin in den Rücken zu fallen, in dem er ohne ihr Wissen einer Lizenzverlängerung des Unkrautvernichters Glyphosat zustimmte. Das Unkrautvernichtungsmittel darf vorerst die nächsten fünf Jahre unsere Umwelt belasten, Menschen mit Krebs gefährden, um es mal deutlich zu sagen!

Bayer hat sich mit zu verantworten – folgt nunmehr ein Glyphosat-Anwendungsstop?

„Was kümmert es die stolze Eiche, wenn sich eine Wildsau an ihr reibt?“ – die „Wildsau“ Bayer hatte keinerlei Bedenken, Monsanto zu übernehmen, im Vorfeld beschrieb Jan Pehrke im Interview, wie Investmentgesellschaften ticken, solche Deals ausgehandelt werden, welche Kräfte wirken.

Selbstverständlich hat sich Bayer mit zu verantworten, wenn Glyphosat dermaßen schädlich Mensch und Umwelt belastet. Auch nicht weiter verwunderlich, daß die Grünen-Chefin Annalena Baerbock die Bundesregierung in die Pflicht nimmt, diese habe sich für einen schnellen Glyphosat-Anwendungsstop einzusetzen. Nach all jenem Gezerre darf dennoch angezweifelt werden, daß real sich in absehbarer Zeit etwas ändert, gewisse Lobbyisten scheinen sich weiterhin durchzusetzen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Umwelt

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2 Antworten zu Glyphosat-Urteil beeindruckt Bayer-Tochter Monsanto keineswegs

  1. bensil norm schreibt:

    Schon mal das Ganze zu Ende gedacht..?
    Bayer kauft Monsanto, Monsanto hat bald über 5 Tausend Klagen, Tendenz steigend,am Arsch. Schadensersatz pro Anklage 200 mio.
    Monsanto ist ein Schlüssekonzern und daher erhaltenswert. Wer soll jetzt für Monsanto gerade stehen…Bayer..?
    Nein…oder jain…denn Bayer wird sich verantworten aber nicht zahlen. Denn Bayer ist ein Schlüsselkonzern und genau so erhaltenswert wie ein bankrotte Bank. Fazit, der Steuerzahler rettet Bayer, denn es wird wieder mal einen Rettungschirm geben welche die hiesiege Politik auf unsere Kosten aufspannen wird.

    Ticky…nee..?

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    • hraban57 schreibt:

      Es gehört zu den Gepflogenheiten unserer Seite, etwas zu Ende zu denken. So what?! Es handelt sich um eine spekulative Möglichkeit, die Sie hier beschreiben. Muß aber nicht so stattfinden. Ihnen dürfte schon bekannt sein, daß Bayer und Co. juristisch mit vielen Finten aufwarten, bevor der Steuerzahler zur Kasse gebeten wird, oder?

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