Die Nacht zum Tage machen


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Freiwillig oder gezwungenermaßen sie uns fordert?

Wer kennt das nicht, sich unruhig im Bett hin- und herwälzen, keine Gedanken ans Einschlafen uns bewegen, entspannt ins Reich der Träume zu gleiten? Dabei beneiden jene ihren Partner oder andere, die zu später Stunde längst den wohlverdienten Schlaf gefunden. Nachtschwärmer manchmal unterweges ohne Rast und Ruh, wenn späte Stunden uns dabei eventuell inspirieren?

Dabei finden sich gar gute Ideen, die zu Blatt gebracht oder per Tastatur des Computers ihren Weg in die Tiefen seines Systems finden, schön fein absortiert unter Dokumente, Texte. Andere wiederum haben sich angewöhnt, einen Stift und Schreibblock neben sich auf dem Nachtschränkchen griffbereit zu legen, um ganze Träume stichpunktartig oder bestimmte Momente festzuhalten. In Großstädten wird auch in Bars oder Diskos getingelt, um das Nachtleben zum Tag aufleben zu lassen.

So weit so gut. Oder vielleicht doch nicht? Jugend und junge Menschen vertragen dies kurzweilig bestimmt, ganze Heerscharen von Schichtarbeitern bleibt nichts anderes übrig, als den letztlich ungesunden Rhythmus von Tag- und Nachtschicht hinzunehmen, weil sie auf solche Jobs angewiesen. In einigen Berufen geht es ohnehin nicht, auf diese Dienste zu verzichten wie Notärzte, Feuerwehr und Polizei.

Doch was treibt diejenigen an, die eigentlich den notwendigen Schlaf nach langem Tag sich nicht genehmigen? Stattdessen als Nachtschwärmer unterwegs zu sein, wo auch immer? Neben der Unruhe, Geistesblitzen, einer ganze Palette schöpferischer Gedanken und Ideen, die nur noch ein Ventil der Entfaltung, des Ausbruchs suchen und dann meist finden? Natürlich darunter auch diejenigen, die tags schlafen und nachts aktiv sind.

Zeigen uns solche Verhaltensweisen nicht, daß Mensch außerhalb bestimmter Normen und Gebräuche sein Leben selbst bestimmt? Während die große Masse tagsüber den Tag gestaltet und des nachts ruht, dazwischen all jene, die sich gleiten lassen in der Stille der Nacht, wenn nicht gerade dem Großstadttrubel ausgesetzt?

Gönnen wir jenen Menschen ihr Dasein, ihr rastloses Treiben, weil keine Norm das Recht sich anmaßen sollte, darüber zu urteilen. Selbstverständlich im gegenseitigen Respekt, die Nachtruhe des anderen nicht störend. Die biologischen Uhren mögen unterschiedlich ticken, im Endeffekt bleiben unsere Bedürfnisse als ein Teil von uns.

„Bei Tage ist es kinderleicht, die Dinge nüchtern und unsentimental zu sehen. Nachts ist das eine ganz andere Geschichte.“ (Ernest Hemingway)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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