Ein Zurück zur Dienstpflicht mißbilligt Menschenrechte


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Kanonenfutter erneut auf bestem Wege?

Im Christentum war die Verweigerung zum Dienst an der Waffe, kriegerisch unterwegs zu sein, anfangs tief verwurzelt, eine Selbstverständlichkeit, die sich allerdings mit dem Machtbestreben des Vatikan, der Katholischen Kirche wandelte, sodaß im Mittelalter jene Kriegsdienstverweigerer einfach mal als Ketzer verurteilt und hingerichtet wurden.

In der Neuzeit entwickelte sich der Ersatzdienst, anfangs von Friedrich dem Großen den preußischen Mennoiten angeboten, am Ende des 19. Jahrhunderts folgte die politische Wirkung und Forderung, sich enstprechend zu verweigern. Hierzulande galt von 1956 bis 2011 die Wehrpflicht, die den Grundwehrdienst beinhaltete, Kriegsdienstverweigerer mußten nach erfolgreichem Verfahren einen entsprechenden Ersatzdienst leisten. Die CDU möchte nunmehr eine allgemeine Dienstpflicht einführen, was natürlich Widerstand hervorruft.

Die Allgemeinheit soll unterstützt werden

In etwa eine Aufbesserung der Agenda 2010, besser noch als Agenda 2020 zu bezeichnen, in dem Politik sich „billige Arbeitskräfte“ sichert, die, wenn schon nicht bei der Wehrpflicht, beim Ersatzdienst für Abhilfe schaffen sollen? Obendrein eine ernsthafte Konkurrenz darstellen für all jene, die in sozialen Bereichen für ohnehin eher niedrigere Löhne arbeiten? Ein gegenseitiges Ausspielen mit vorgrammierter Mißgunst.

Reibt sich ein Jens Spahn womöglich schon die Hände? Dagegenhalten ein moderates Mittel, natürlich sollte man viel eher den Bundesfreiwilligendienst fördern, wie der Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider vom Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband betont. Daß Zwangsdienste nach europäischem Recht ohnehin menschenrechtswidrig sind, scheint sich bei manchen CDU-Politikern nicht herumgesprochen zu haben.

Die Rüstungsindustrie frohlockt, von Friendensabsichten keine Spur

Einer Rüstungsindustrie können derartige Forderungen nur recht und billlig sein, schließlich müssen hergestellte Waffen auch zum Einsatz kommen, um neue Absatzmärkte zu sichern. Da stört eine Friedensbewegung sowieso, Kriege bleiben uns leider erhalten, Deutschland als viertgrößter Waffenexporteur verkauft inzwischen ausgerechnet in den Nahen und Mittleren Osten doppelt so viele Waffen wie noch vor sechs Jahren, insofern längst in der Rüstungs- und Kriegsfalle sich befindet.

Da reiht sich der jüngste Vorschlag zur Dienstpflicht prima ein, per Zwang junge Menschen zu zwingen, zu Lasten von Sozialberufen und des Friedens selbst. Kanonenfutter erneut auf bestem Wege, eine rechtsradikale AfD wird solche Zwangsdienste, sollte sie tatsächlich in den Genuß einer Regierungsverantwortung kommen, für ihre perfiden Zwecke auszunutzen wissen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Eine Antwort zu Ein Zurück zur Dienstpflicht mißbilligt Menschenrechte

  1. wolfgang fubel schreibt:

    Hinter diesem sogenannten Zwang zur neuen Einführung der „Dienstpflicht“ steckt eine ganz andere Absicht, nämlich die Tatsache, dass sich die meisten einberufenen jungen Leute dieser verweigern werden und somit für den sogenannten Zivildienst frei wären. Das würde ja ausgezeichnet passen zur Tatsache, dass der Pflegedienst in diesem Lande katastropal unterbesetzt ist. Da diese „Bundeswehr“ in der heutigen Zeit ohnehin nur noch eine „Söldnerarmee“
    ist und dort nur noch Leute Zuflucht suchen, die auf den Arbeitsmarkt keine Möglichkeit haben, bekommen sie dort ihren Sold, haben ein Dach über den Kopf, müssen sich über Mietzahlungen keine Gedanken machen und sind bestens versorgt. Die gehen auch überall hin, wohin man sie befehligt, dafür werden sie bezahlt. An so etwas wie „Landesverteidigung“ werden die auch noch in Alaska denken, wenn man sie dorthin schickt!
    Mit Sicherheit werden die Meisten keine Lust haben, sich für die Interressen anderer Mächte in fremden Ländern verheizen zu lassen und werden sich in den Zivildienst flüchten!
    Das ist die Absicht hinter dieser scheinheiligen Forderung!

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