Çiğdem Aslans Rembetiko verzaubert seine Zuhörer


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Wikimedia Commons CC BY 3.0

Ägäischer Blues nimmt Ausgestoßene aus der Gesellschaft auf

Subkulturen, wie auch der ägäische Blues Rembetiko, haben etwas entscheidend Gemeinsames, sie entstehen stets am Rand der Gesellschaft, selbst wenn ihnen ein Hauch von Verruchtheit meist unterstellt wird. Das hat mit ihrem Ursprung aus der Kriminalsoziologie etwas zu tun. Ganz besonders aber verbindet Musik unsere Herzen, trägt mit dazu bei, Vorurteile abzubauen, Menschen zu vereinen.

Die in Istanbul geborene Çiğdem Aslan mit alevitisch-kurdischen Wurzeln fand bereits in früher Kindheit den Zugang zur Musik, besonders zum Rembetiko. Dessen tradtionelle Musik wird zur diesjährigen Reihe von „Musik in alten Dorfkirchen“ im Kultursommer Rheinland-Pfalz am Sonntag, dem 19. August, in der Westerwälder Gemeinde Nordhofen zu hören sein, wenn die Musikerin in dortiger Evangelischer Kirche auftritt.

Rembetiko – eine Hommage an die Verstoßenen

Ob man den Rembetiko als ägäischen oder griechischen Blues bezeichnet, ist einerlei. Wichtig dabei zu erwähnen der historische Hintergrund, wie er geradezu entstehen mußte. Seitdem Griechenland im Jahre 1821 seine Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich erlangte, verpönten die Hellenen die andere Seite der Ägäis, alles Türkische wurde zunächst negiert.

Gut hundert Jahre später flohen viele Griechen, die zuvor in den Städten des Osmanischen Reiches lebten, nach Griechenland, der Rembetiko entstand somit als musikalische Subkultur, Migranten fanden in ihm eine gewisse Heimat, ihre Erfahrungen in den Liedern wiederzugeben. Erst Jahre später, im Zeitraum der 1930er bis 1950er Jahre, erfuhr der zuvor verpönte Rembetiko in Griechenland seine Anerkennung, erlebte seine Blütezeit.

Von der Universität Istanbul direkt nach London – A Thousand Cranes

Nachdem Çiğdem Aslan an der Uni Istanbul Englisch studiert hatte, zog es sie fürs Musikstudium nach London, schließlich muß man doch die Sprachkenntnisse life und direkt erleben. Doch noch während ihres Studiums in Istanbul entdeckte sie mit anderen Kommilitonen den Rembetiko im Repertoire dortiger Musikkultur, trat ebenso bereits an der Uni auf. Schließlich fand sie in Englands Hauptstadt ihre jetzigen Bandmitglieder, ging auf Tour und startete mit ihrem Debütalbum Mortissa, welches 2013 erschien, international durch.

Eine musikalische Reise ins multikulturelle Kleinasien bezeichnet Wolfgang Meyering seinen Atikel über die Erscheinung ihres letzten Albums A Thousand Cranes vor knapp zwei Jahren. Genau darum geht’s, um kulturelle Vielfalt und entsprechende Toleranz, was ebenso Çiğdem Aslan betont, sich darüber freut, daß andere Künstler auf ihre Wurzeln und Kultur zurückblicken.

Wer mehr von ihr direkt hören mag, hier zwei Beispiele: An anonymous Greek song from Istanbul about the mevlevihane ( a lodge used by mevlevi dervishes) und Cigdem Aslan- MUPA Concert, Budapest.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Musik

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