Standort verteidigt


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Sie hat mich versetzt,
ich bin entsetzt,
war mein Platz gestern
bei den Küchenfenstern,
stehe ich heute
neben Glockengeläute.

Das behagt mir gar nicht,
ein verstecktes Gesicht,
lauter hängende Köpfe,
arme leidende Tröpfe,
all diese Lügen,
ich laß mich nicht unterkriegen.

Diese Glockenblumen,
die heuchlerischen Stummen,
nie lassen sie ihre Miene sehen,
lassen andere im Regen stehen,
wenn sie murmeln, tratschen,
denen tret’ ich auf die Latschen.

Schließlich bin ich eine Rose,
mein Mundwerk frech und lose,
jemand, der offen sein Gesicht zeigt,
keiner über meine Schönheit schweigt.
Demnächst lasse ich mich stechen,
Blattläuse laß ich für mich fechten.

Dann spiel ich die Verklebte,
die dies Dasein nicht überlebte.
Hab’ alles richtig gemacht,
sie hat mich zurückgebracht.
Ich bin wieder an meinem alten Platz,
lieber ist ihr ein verborgener Schatz.

Vorne im Garten die Glocken
wird niemanden verlocken,
bewundernd stehen zu bleiben,
bei den Gesichtslosen zu verweilen.
Hinten beim Lavendel und mir
kann jeder palavern mit offenem Visier.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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