Nach der Fußball-WM Ernüchterung und Sommerloch


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Flüchtlingsmisere Spielball perfider Politik ohne Weitsicht

Dieser Satz kann nur Gültigkeit beinhalten: Kein Mensch ist illegal. Rassistisch angegangen werden Flüchtlinge dennoch tagtäglich, bis hin daß man sie in Transitzentren stopfen, abschieben will oder einfach im Mittelmeer ertrinken läßt, weil Seenotretter erst gar nicht per Schiff auslaufen dürfen, gefangen im Hafen und gleich mit kriminalisert werden.

Die Seehofer’sche Taktik scheint in seinem Sinn aufzugehen: Halb Europa läßt sich vor dessen Masterplan-Karren spannen, obwohl dieser nahezu keine Legitimation ohne die Zustimmung der Koalitionspartner haben kann, aber Hauptsache wichtigtuerisch sich in Szene setzen, zum Nutzen des bayrischen Wahlkampfes, insbesondere AfD-Wähler umzustimmen.

Der Ball ist rund – Politik eckiger denn je

Wohlwissend, daß jene Klientel längst keinerlei Vertrauen in etablierte Parteien hat, die meisten lieber einem Führer à la Höcke hinterherhecheln möchten, Germania im Fokus, Multikulti zum Teufel jagen und Frauen hinterm Herd verbannen wollen.

Daß der Ball rund ist, sieht man in den letzten drei verbleibenden Spielen der Fußball-WM, ob per Kopf oder Fuß ins gegnerische Tor verwandelt, ob Frankreich oder der Gewinner des 2. Halbfinalspiels im Finale – vielleicht mal ein Great Britain gegen l’équipe tricolore? Spannend für Fußballfans, obendrein im größten Stadion Russlands, im Olympiastadion Luzhniki.

Kurz darauf setzt sich die parlamentarische Sommerpause hierzulande fort, obwohl der Bundeskanzlerin noch der Nato-Gipfel bevorsteht, der jetzt beginnt, ein Donald Trump erst recht hadert und motzt, die Rüstungsausgaben seien zu niedrig. Die Politik ist eckiger denn je mit The Donald im Westen, einem Erdoğan im Südosten Europas, einem aufkommenden Nationalismus europaweit und patriotischen Saubermann im Kreml.

Humanismus bleibt auf der Strecke

Der Ton wird rauher, die Sprache ohnehin, auf der Straße, in den Medien und in der Politik selbst, wenn man bei AfD-Abgeordneten von Politikern noch sprechen kann. Gewählt sein bedeutet mitnichten ein Freifahrtschein ungehemmt und ungebremst zügelloser Wortentgleisungen bis hin offen ausgelebten Rassismus und Feindseligkeiten gegenüber dem politischen Gegner.

Wer nun glaubt, dies perle ab bei den alten Parteien, irrt sich gewaltig. Planmäßig und ohne weiteres voraussehbar reiht sich eine CSU nahtlos ein, nicht nur wegen Stimmenfang zur Bayernwahl. Das Gedankengut des bundesdeutschen Heimatministers spiegelt sich in dessen selbsternannten Masterplan wider, eine Auflistung von Repressionen gegenüber Flüchtlingen, europäisches Recht obendrein mißachtend.

Wer sich in Festungen einigelt, obwohl zum großen Teil an weltweiten Miseren nicht unbeteiligt, hat sich daraus entwickelnde Konsequenzen erst recht mit zu verantworten. Von Weitsicht keine Spur, politische Kurzsichtigkeit wird bevorzugt, um im Bade einer losgetretenden, mitverursachten Gewalteskalation sich als Schlichter und Richter aufzuspielen, etliche Opfer in Kauf nehmend.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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