Die Kund vom Ball: Er ist rund – wer kommt dabei zu Fall?


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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Deutschland im Taumel dieser Fußballweltmeisterschaft, während auf politischem Parkett Schlips und Kragen sich gegen einen Hosenanzug auflehnt, über Menschenschicksale zu entscheiden, notfalls ohne europäische Bündnispartner. Trutzburg Bayern zeigt uns, wo der Hammer hängt, oder vielleicht doch das Kreuz? Einerlei, der Herr im Haus, die Frau ist raus!

Frohlockende Gesichter, vor lauter Häme in Stein gemeißelt händereibend Bestätigung finden, mit welch simplen Mitteln man gleich den Weg bestimmen vermag, sie tanzen allesamt nach ihrer Pfeife. Nicht zu verwechseln mit des Schiedsrichters wichtigstem Werkzeug, besonders in russischen Stadien, wenn zig Millionen Zuschauer das Geschehen verfolgen. Weil er rund, der Ball, kommt manch einer zu Fall. Hört Ihr nicht den Knall?

Wenn Freud und Leid so dicht zusammen, obsiegt jene Tragig in all ihren Facetten. Ob gewollt oder nicht, es geschieht vor unser aller Augen. Mögen wir wesentlich genauer unterscheiden, inwieweit Ablenkung sich vielleicht doch als klare Botschaft entpuppt. Die Fakten sind bekannt, wer ignoriert, hat entweder weggeschaut oder sich nicht an Lösungswege herangetraut. Die sind vorhanden, wenn man sie denn zuläßt.

Ein wenig zu abstrakt? Während die Chance aufs Achtelfinale erneut in den Fokus gerückt, Teile dieses Landes ganz entzückt, spielt sich ein Horscht in Berlin auf wie ein Bub im Sandkasten, ein fieser Haudrauf. Machtgehabe wohl die passende Beschreibung, natürlich den Wahlkampf im Visier, schließlich lechzen die Blaunen nach den begehrten Wählerstimmen, wittern den Erfolg auf der Welle dieses Asylstreits – welch perfide Austragung. Menschenverachtung breitet sich überall aus, in der Sprache, auf der Straße, in der Politik.

Ein Riß geht durch sämtliche Gesellschaften, gar weltweit, um mal hinter Deutschlands Grenzen zu sichten, die erneut eine Bedeutung erhalten, Nahles umschriebene „Gefahr für Europa“, die jener Horscht per deutsch-bayrischen Brexit heraufbeschwört, nimmt direkten Bezug auf erneuter Nationalsstaaterei. Die böse Saat der Neuen Rechten geht auf.

Insofern wäre es nicht nur klug, sondern ein unabdingbares Muß, zusammenzurücken, von all jenen, die keine Wiederholung des letzten Jahrhunderts dulden wollen. Dies möge überwunden bleiben, Grabenkämpfe in den Reihen der Linken deuten auf Unsicherheit und Machtgehabe hin, alles Wasser auf die Mühlen jenes neuentflammten faschistischen Weges. Was Österreich, Polen, Ungarn, Tschechien, Italien widerfährt, kann auch mitten im Herzen Europas geschehen, wenn die Bürger dieses Landes weiterhin gesättigt sich ablenken und verzetteln lassen per konstruierter Feindbilder und billigen Haßparolen. Stoppen wir sie, bevor es zu spät sein wird!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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