Crystal Meth – alles andere als ein normales Speed


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Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0

Von der Partydroge zum Leistungskick

Überall lauern Drogen, um die Menschen abzulenken, ruhig zu stellen, in Laune zu versetzen, die Stimmung anzuheizen, aber auch Dramatisches zu vergessen, sich in eine schöne bunte Welt der Träume und Gelassenheit zu katapultieren.

Was früher der Joint, heutzutage Crystal Meth, obendrein als die am schnellsten zerstörende Droge. Synthetische Drogen qualmen nicht, lassen sich wesentlich leichter verkaufen und herstellen, wer entsprechendes Wissen hat. Crystal Speed, wie das Methylamphetamin ebenso genannt wird, von ursprünglicher Partydroge in den 1990iger Jahren jetzt viel eher ein Mittel zum Leistungskick, wobei die Nachfrage hierzulande steigt.

Wachmacher längst angekommen in allen Gesellschaftsschichten

Daß ganze Drogenkartelle sich keineswegs ihr Geschäft zerstören lassen und alles tun, um es aufrecht zu erhalten, dürfte nichts Neues sein. Weltweit floriert es neben Waffengeschäften und Prostitution auf gleicher Augenhöhe, oftmals miteinander verflochten.

Dazwischen befindet sich der Verbraucher, der Drogenkonsument, der einmal in Abhängigkeit geraten, stets seinen Stoff sich beschaffen wird, um die eigene Sucht zu befriedigen. Ein Teufelskreis, aus dem nur Wenige entkommen, die meisten bleiben auf der Strecke, erkranken kurz- und mittelfristig oder sterben an den Folgen des Konsums.

Crystal Meth, das ohne weiteres wach macht, eine Leistungssteigerung suggeriert, auf diese Weise vielen verhilft, den streßigen Arbeitstag scheinbar besser meistern zu können, verschafft zunächst ein Gefühl unendlicher Glückseligkeit, sodaß sämtliche Gemütszustände wie Trauer, Langeweile, Müdigkeit oder Hunger verschwinden, was ganz ähnlich sich bei anderen Drogen wie Koks so verhält.

Das eigentlich Gefährliche dabei, die synthetische Droge ist wesentlich erschwinglicher, vor allem wer sich kurz nach Tschechien begibt, erhält das Gramm für ein Taschengeld zwischen 10 und 15 Euro, je nach Reinheitsgehalt. Wo es früher in Discokreisen noch florierte, ist der Wachmacher längst angekommen in allen Gesellschaftsschichten und dies trotz vielfach veröffentlichter Schreckensbilder über die schnelle Wirkung dieser Droge auf den menschlichen Organismus.

Rasante Verbreitung ein Indiz gesellschaftlicher Kapitulation

Wir haben vielleicht alle noch den Film „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ in Erinnerung, der nur zu deutlich aufzeigte, was Drogen mit Menschen anstellen, wie beim Schicksal von Christiane F., wobei man meinen sollte, es hätte entsprechende Wirkung hinterlassen. Die Drogenszenen sind geblieben, Menschen lassen sich nicht so einfach beeindrucken, belehren oder gar aufklären.

Während die Möglichkeiten der Drogenbeschaffung zusammen mit immer raffinierteren Drogencocktails weiterhin eher zu- als abnehmen, muß man daher diese rasante Verbreitung als ein Indiz gesellschaftlicher Kapitulation werten. Dürfen wir natürlich keineswegs, denn das würde die mühsame Arbeit sämtlicher Beteiligten zunichte machen, die alles Menschenmögliche unternehmen, um Drogenabhängige wieder in ein normales Leben zurückzuführen: von den ermittelnden Polizisten, den Ärzten, den Schulen, den Familienangehörigen, bis hin zum Freundes- und Bekanntenkreis der Süchtigen.

Mit leicht zwinkerndem Auge mag man vielleicht die Beweggründe zur Verfilmung der US-amerikanischen Fernsehserie „Breaking Bad“ betrachten, die etliche Auszeichnungen für sich verbuchen konnte, sogar einen Eintrag als beliebteste Serie der Welt ins Guiness-Buch der Rekorde 2014 erhalten hat, so könnte man ihr darüber hinaus eine prophylaktische Warnung zugute halten, was alles geschieht beim Vertrieb von Crystal Meth. Daß im Film die Süchtigen nonstop nahezu problemlos die Droge konsumieren, scheinen die Macher eventuell zu sehr unterschätzt zu haben, auch wenn beim Hauptdarsteller in der Figur des Jesse Pinkman deutlich dessen Schwächen als Folge der Sucht dargestellt werden.

Eine dramatische Zunahme von Drogen sollte uns aufzeigen: Die Gesellschaft scheint für genügend Unmut zu sorgen, daß Menschen aus der Realität fliehen wollen. Arbeiten wir alle daran, unsere Welt lebenswerter zu gestalten, damit die Macht der Drogen zumindest geringer wird.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesundheit

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