Billiges Obst und Gemüse vernichtet Ökosystem bis hin zum Seepferdchen


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Spanische Salzwasserlagune Mar Menor verseucht

Informationen gelangen nicht immer dorthin, wo sie hingehören, vor allem selbstkritisch sowie faktisch nüchtern. Wer bei Wikipedia Mar Menor in deren Suchmaske eingibt, der erfährt etwas über die geographische Lage als auch über Flora und Fauna. Keine Silbe über die extrem verseuchten Zustände in Europas größtem salzhaltigen Binnengewässer.

Dabei warnt der Verein Rettet den Regenwald vor billigem Gemüse für uns und Gift für Seepferdchen in seiner eindringlichen Petition, prangert völlig zu Recht deutsche Handelsketten an, die für jene desaströsen Umweltbelastungen hauptverantwortlich sind.

Global GAP erweist sich als großangelegte Kundentäuschung

Prinzipiell gelten viele Labels als fragwürdig, je aufgeblähter und per Hochglanzbroschüren umworbener Versprechen und Zusicherungen sie auftreten, zumal in Wirklichkeit Intransparanz vorherrscht, der kritische Verbraucher eben nicht erfährt, was im Verborgenen geschieht. Entsprechende Handelsketten wie Lidl, Aldi, Rewe und Edeka schmücken sich gern mit ihnen, bieten ihren Kunden billiges Obst und Gemüse an, u.a. aus dem spanischen Murcia, wo auch das Mar Menor an der Mittelmeerküste liegt.

Global GAP erfüllt keineswegs seine selbst auferlegten Ziele, sondern leistet mit seinem Zertifikat viel eher eine geschönte Rechtfertigung, täuscht somit die Kunden. Was anscheinend gleichwohl die Handelsketten nicht weiter stört, Hauptsache Profite werden erzielt, das allerdings zu Lasten der Umwelt vor Ort geschieht, viele Meeresbewohner bis hin zum Seepferdchen verrecken regelrecht in vergifteter Algenbrühe der riesigen Lagune.

Können wir neben Petition und Protesten anderweitig Abhilfe schaffen?

Jeder Verbraucher hat real eine weitaus größere Macht, als er sich kurzfristig vorzustellen vermag. Die Lösung bedeutet konsequent nachhaltiges Handeln, was wiederum nur funktioniert, wenn eine entsprechende Mehrheit sich auch daran hält. Letztlich kein billiges Obst und Gemüse aus Spanien mehr kaufen, besser regional angebotene Waren konsumieren, obendrein muß man nicht wirklich ganzjährig Erdbeeren verzehren.

Politik und Wirtschaft reagieren am ehesten, wenn Verbraucher sich weigern, jene zerstörerisch entlarvten Verbrechen an der Umwelt weiterhin mittels eigenem Konsum zu fördern. Beispiele gibt es genug, wo dies funktioniert hat, denken wir an Fair Trade oder die Bio-Branche. Sicher doch, all jenen, die zugleich sämtliche schwarzen Schafe jetzt als Gegenargument aufführen, sei mitgeteilt: Der Weg der konventionellen Landwirtschaft bleibt eine Einbahnstraße! Am Ende ist die Umwelt dauerhaft zerstört, eine zweite oder dritte Erde befindet sich nicht in unserer Nähe, um mal soeben als Menschheit auf sie zurückgreifen zu können.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Proteste und Widerstände

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