Hämisch grinsende Verachtung spiegelt sich in manch Fratze wider


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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Selbstverständlich tragen Abgeordnete des Deutschen Bundestages in ihren Stellungnahmen, Plädoyers und Reden ihr Anliegen vor, fühlen sich berufen, manchmal gar per scharfen Worten für ihre Belange zu streiten, ob überspitzt oder schalkhaft per Applaus aus eigenen Reihen begünstigt, das gehört zur demokratischen Kultur im Plenum.

Oftmals können Zuhörer im Publikum vor Ort nur noch sich wundern, an den Bildschirmen ihren Unmut freien Lauf lassen, erst recht zur Regierungspolitik, die angesichts jener unglücklichen Großen Koalition ohnehin zu wünschen übrig läßt, ob sie im Sinne der Bevölkerung handelt, weltweit tatsächlich mitgestalten wird, wenigstens in Europa selbst.

Allerdings sitzen da jene blaune Abgeordnete, die mit hämisch grinsender Verachtung für genügend Entsetzen sorgen, was sich in mancher Fratze widerspiegelt, nicht in Sekundenbruchteilen, vielmehr gezielt und unübersehbar. Das deckt sich gleichwohl in ihren Inhalten, die meist auf Provokation aus sind, wann immer Möglichkeiten gefunden werden. Die gezielt initiierte Schweigeminute war ein derartig anschaulich widerwärtiges Beispiel, wobei obendrein der ganze Haß gen Claudia Roth sich entsprechend über Social Media wie Facebook entlud bis hin zu realen Morddrohungen.

Eine wiedergefundene Kultur der Gewalt, die schon mal Deutschland, Europa und dann die Welt im letzten Jahrhundert pflegte, denken wir an die Gesinnungsgenossen jener Neuen Rechten, die sich anschickt, europäisch zu etablieren, per williger Freundschaftsbekundung gar einer CSU, die nicht nur den bayrischen Wahlkampf im Visier hat, darüber hinaus ihre ganze christliche Gesinnung unter Beweis stellt: Rassismus ausleben, in dem Kreuze in Ämter hängen müssen, während Nächstenliebe zum Fremdwort wird.

Die einen treten als blaune Bad Boys auf, die anderen feixen im christlichen Gewand, den Dolch zum Zustoßen bereit, die Große Koalition notfalls platzen zu lassen. Keine Fürsprache zum Merkel IV-Kabinettt möge das hier sein, aber ein Ausrufezeichen, wohin wir wohl kommen, wenn jener Mob der Neuen Rechten plötzlich wie beim österreichischen Nachbarn mitregieren darf! Manche lächeln, weil das nicht sein kann, was nicht sein darf. Doch schon sitzen sie im Deutschen Bundestag, feixend und bösartig formiert, flankiert von Rückschlägen einer Politik, die eigene Verfehlungen zu kitten versucht.

Sie hören richtig. Oder meinen Sie tatsächlich, Flüchtlinge erscheinen aufs geradewohl? In erster Linie fast immer aufgrund verfehlter Politik in ihren Herkunfstländern, sei es durch Krieg, Elend, weil dort Clans und Alleinherrscher ihre Macht ausbauen, oftmals gesponsert durch fehlgeleitete Entwicklungspolitik, aber auch Geschäftsinteressen des Westens, rücksichtslos ohne Bedenken.

Und jene Neue Rechte beruft sich auf ihre stupiden Nationalinteressen, um selbst dadurch wie die Made im Speck nach einem Regime-Change zu leben bei gleichzeitigen Unterdrückungsmechanismen, das läuft exakt so ab, wer mal kurz gen Türkei blickt oder rückblickend zur eigenen Geschichte. Mittels Ignoranz jener Tatsachen ändert sich nichts, außer man stoppt endlich jene sich etablierende Verachtung, die einem Krebsgeschwür gleich ständig neue Spielwiesen sucht bis hinein in die Bundespolitik.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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