Armut bedeutet stets Gewalt auf leisen Sohlen


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Sozialstaaten am Ende – der Reichtum verteidigt seinen Stand

Noch können die Bedürftigen sich hierzulande einer sozialrassistischen Hartz-IV-Regelung erfreuen, die politische Gesetzgebung sieht keine Kürzungen auf Null vor. Es fragt sich nur, wie lange noch. Meinen Sie tatsächlich, der einmal angehäufte Reichtum wird ein Stückchen von seinem riesigen Kuchen abgeben wollen? Bisher wäre das eine einmalige Geste in der Geschichte der Menschheit. Das Gegenteil war stets der Fall, außer, es wurde den Privilegierten mit Gewalt ihr Hab und Gut enteignet zum Wohle des darbenden Volkes.

Im übrigen muß festgehalten werden: Armut ist eine Form der Gewalt. Und Armut entsteht immer infolge von Ausbeutung. Wer also die Armut fördert, muß auch mit einer gewissen Gegengewalt rechnen. Und das tun sie auch, die wirklich Reichen. Sie haben längst „aufgerüstet“, sich abgeschottet hinter Stacheldraht, Videokameras und Security. Die Frage, die sich stellt: Wie lange können sie diesen Krieg zwischen sich und der breiten Masse ernsthaft durchhalten? Ja, wir müssen dabei von einem Krieg sprechen, der stellvertretend weltweit stattfindet, nur nicht hier in der wohlbehüteten, westlichen Welt. Doch auch hier offenbaren sich immer deutlicher seine eigentlichen Folgen, die ganz viel mit Sozialabbau zu tun haben.

Vom Gleichgewicht der zu beruhigenden Bevölkerung

Solange das Volk nicht wirklich bemerkt, daß ihm das Fell über die Ohren gezogen wird, hält es still. Das war schon immer so. In guten Zeiten, wo jeder mehr oder weniger einen Arbeitsplatz hatte, soziale Absicherung halbwegs gegeben war, Frieden herrschte, da ließ es sich leben, während dennoch die ewig nimmersatten Gierigen bereits dabei waren, sich die Taschen so richtig vollzustopfen.

Das ging bisher stets eben nicht zu Lasten der Menschen hierzulande, sondern ganz einfach da draußen in einer Welt, die sich wie ein Selbstbedienungsladen für diejenigen präsentierte, die einfach nur noch zugreifen mußten. Klingt für Sie zu simpel? Doch, es ist keinesfalls schwierig, man muß nur skrupellos und unmoralisch genug sein, sich von Menschenrechten gänzlich verabschieden, eine rücksichtslose Vorgehensweise bis hin zu dem Inkaufnehmen von Menschenopfern praktizieren. Wer vertuscht all diese Verbrechen, um ja den Frieden zu bewahren?

Die Politik, die am ungerechtfertigten Gewinn beteiligte Wirtschaft, oftmals eine stillhaltende Medienlandschaft. Dabei muß man sich das Ganze als ein riesiges, letztlich undurchschaubares Netz der Seilschaften vorstellen, wobei selbst gutunterrichtete Insider ebenso nicht den vollen „Durchblick“ haben. Macht auch nichts, Hauptsache das weltweite Gleichgewicht gerät nicht aus den Fugen. Die Völker haben einfach stillzuhalten, staunend ob der Entwicklungen, sind sie ohnehin viel zu beschäftigt im Reigen der vielen Schauplätze der „Brot und Spiele“. Was im alten Rom prima funktionierte, erweist sich bis heute als nützlich.

Haben wir alle über unsere Verhältnisse gelebt?

Wenn wir mit ganz offenen Augen in die Welt schauen, dann können wir nur noch diese Frage bejahen. Doch ein schlechtes Gewissen uns jetzt einreden zu wollen, kann zynischer kaum daherkommen, wenn es ausgerechnet von denjenigen formuliert wird, die wesentlich beteiligt waren an diesem jahrzehntelangen, eigentlich jahrhundertelangen Prozeß: den Politikern. Die westliche Welt war von Beginn an auf Expansion, auf Raubbau aus, und das nur, um ihre eigenen Belange zu erreichen, per Gewalt und keineswegs behutsam oder gar mit entsprechender Weitsicht.

Rücksichtslos wurde alles zu Geld verwertet, was half, den eigenen Reichtum zu steigern. Wenn schon in der Presse über das Drama des deutschen Sozialstaates zu lesen ist, dann kommen da eine Menge dramatische Zukunftsszenarien auf uns zu. Denn eines sollte klar sein: In allen Krisen haben stets die Armen, die ganz unten angelangt sind, zuerst das Nachsehen. Darum wird der Sozialstaat aufgegeben, und zwar ziemlich schnell und eindeutig. Reichtum hofiert sich weiterhin, hat er doch seine Sicherheit, seine stetigen Begünstigungen.

Es liegt also nur an uns allen, die tatsächlichen Zusammenhänge zu begreifen und dann entsprechend sich zusammenzutun. In schweren Krisen zeigt sich ganz schnell die eigentliche Menschlichkeit, ob wir es gelernt haben, zu teilen, füreinander einzustehen und vor allem keine andere Staatsform zuzulassen als eine Demokratie. Wenn wir zugunsten des nimmersatten Reichtums sämtliche Erkenntnisse des Humanismus opfern, dann schaut es mitnichten gut aus für die Zukunft.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Soziales

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2 Antworten zu Armut bedeutet stets Gewalt auf leisen Sohlen

  1. Lutz Wilmering schreibt:

    Ich würde mich gerne einmal mit dem Autor unterhalten beziehungsweise austauschen. Ich bin schon seit Jahren politisch aktiv und stelle mir natürlich die Frage, wie man die Menschen erreicht. Wenn der Autor sich mit mir in Verbindung setzen könnte, wäre ich ihm dankbar.

    Gefällt 1 Person

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