Zirkus: Kein Wildtierverbot in Aussicht


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Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0

Sensationslust wider Tierrechte

Kinderherzen schlagen höher vor lauter Aufregung beim Besuch im Zirkus, wie nett doch die wilden Raubkatzen vom Tiger, schwarzen Panter bis Löwen dem Dompteur folgen, wenn der heftig mit der Peitsche in der Arena knallt. Applaus folgt, artig sitzen die Wildtiere auf ihren erhöhten Plätzen, vom eigentlichen ganzjährigen Leid sieht niemand etwas.

Letzten Samstag wagten ein paar Tierschützer sich vor, demonstrierten in Neuwied am Rhein gegen den dort gastierenden Circus Krone, saßen selbst als Wildtier geschminkt in Käfigen, hielten Plakate in die Höhe wie „365 Tage unschuldig hinter Gitter“, prangerten somit auch die Stadt Neuwied an, sie mögen keinen Zirkus mehr mit Tieren genehmigen. Konsequenzen in Sicht? Mitnichten.

Von Einsicht oder gar Tierschutz gar keine Spur

Das kennen sämtliche kritische Beobachter nur zugute, denkt man an betroffene Tiere in Zoologischen Gärten, die man gleichwohl als Knäste bezeichnen muß, obwohl sie es dort vergleichsweise vielfach noch besser haben wie ihre Artgenossen im Zirkus. In beiden Fällen findet aber keinerlei artgerechte Tierhaltung statt. Besucher oder Zuschauer recken lieber neugierig ihre Hälse und Köpfe, um ihre Sensationslust zu befriedigen. Das beginnt im Kindesalter und wird später den eigenen Kindern ebenso gegönnt.

Kein Nachdenken darüber, ob die betroffenen Tiere Qualen durchleben. Der Verein Deutscher Tierschutzbund weist schon lange drauf hin, inwieweit Wildtiere im Zirkus leiden müssen. Massive Gesundheitsschäden, Verhaltensstörungen bis zu verfrühter Sterblichkeit sind die Folge jener fatalen Tierhaltung im Zirkus. Daran hat ebenso eine Änderung des Tierschutzgesetzes (TierSchG) im Juli 2013 nichts verbessern können, die Bundesregierung zog es vor, notwendige Empfehlungen des Bundesrates einfach abzulehnen. Es bleibt alles beim Alten, das Leid setzt sich fort.

Wenn ein Elefant durch die Kleinstadt spaziert – halt nur ein Ausbruch

Da ist sie erneut, die Sensation, der erstaunte Passant hält simpelst die Kamera drauf, Smartphones machen’s möglich, selbst der Spiegel berichtet über den Ausbruch des Elefanten, dennoch keine einzige Silbe zum eigentlichen Drama: Tiere gehören nicht dermaßen drangsaliert, eingesperrt für gaffende Zuschauer im Zirkus. Punkt. Aber es steigert ja das Potential der Aufmerksamkeit, mit gewissem Bild-Charakter, nur die Formulierung eines „kurzen friedlichen Ausfluges“ laut Neuwieder Polizei wird dem eigentlichen Leid eben nicht gerecht.

Exemplarisch jene gesamte Einstellung des Menschen, der weiterhin oftmals eher ein gestörtes Verhältnis zur Natur hat, sich immer weiter von ursprünglichen Wurzeln entfernt, hinein in eine selbsterschaffene Zivilisation, in der Rücksichtslosigkeit schaltet und waltet, per Umweltbelastung, die Natur zu begrenzen oder einfach ganze Landstriche zu verseuchen bis hin zur Mißachtung des Tierschutzes sowohl vor Ort als auch mittels Zoos oder eben dem Zirkus.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Tierschutz/Tierrechte

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