Weltpolitik: Wer fährt hier was an die Wand?


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Keine Weitsicht, Lerneffekte gen Null

Jedwede Kritik muß man erst recht als viel zu harmlos werten, wer sich das Desaster und somit die Verfehlungen der Weltpolitik vergegenwärtigt. Tief im Kern der Problematik unwiderruflich verwurzelt, die Essenz des Raubtierkapitalismus, dessen Wortschöpfung vortrefflich das daraus resultierende weltweite Elend beschreibt.

Man kann der Weltpolitik nur noch keine Weitsicht bescheinigen, Lerneffekte tendieren gen Null, zumal trotz historischer Analysen simpelst an den bisherigen Mißtaten stoisch festgehalten wird. Der Grund erweist sich letztlich als lapidar. Was interessieren schon hungernde Menschen, Kriege und bewußt geförderte Armut, Hauptsache Politik hofiert das Leben der Superreichen, der Hochfinanz und sichert sich auf diese Weise ihre eigene Pfründe.

Angeblich liberale Politik knickt zu Gunsten eines rechtsradikalen Kurses ein

Wer es immer noch nicht wahrhaben möchte, der lese mal den ziemlich fundierten Artikel von Heribert Prantl, in dem er in Sachen Asylrecht aufzeigt, wie Europa für Flüchtlinge dicht macht. Hatte die Bundeskanzlerin noch im Herbst 2015 eine unerschrockene Willkommenskultur Flüchtlingen gegenüber zelebriert, mit ihren Worten „Wir schaffen das“ weltweit etliche in Staunen versetzt, bemühte sich besonders jene ekelhaft menschenverachtende rechtsextreme Klientel à la Pegida, NPD, AfD und Co., um per einfacher Panikmache Keile in die Gesellschaft zu setzen, die inzwischen ganz offensichtlich ihre Wirkung nicht verfehlt.

Da paßt vieles zusammen, was wohl wie ein Zahnrad ineinander greift, denkt man an die Weltpolitik unter der Fuchtel der USA. Im Prinzip nichts neues, da dies schon viel zu lange währt, nur mittels jenes Donald Trump wird’s jetzt deutlicher. Punktuell setzt man „Kettenhund“ Richard Grenell in Berlin ab, damit im Herzen Europas gleich der Wind entsprechend scharf wehen mag. Wer ihn zu lange gewähren läßt, muß am Ende mit den Konsequenzen leben. Genau, nicht Politiker sind betroffen, vielmehr die Menschen Europas!

Herbeigelogene Feindbilder destabilisieren den Weltfrieden

Dessen Räume ohnehin immer kleiner werden, wer sich die Mühe macht und sämtliche Konfliktherde benennt. Wenn dann Trumps Chefökonom, Larry Kudlow, zweifelt, das Welthandelssystem sei kaputt, kann jene Bemerkung an Zynismus kaum noch getoppt werden. Wer sorgt denn weltweit für all die Kriegsschauplätze, Lebensmittelspekulationen, nebst Ausbeutung der Natur zur Ressourcengewinnung bis hin zu hochgradigen Umweltbelastungen? Die USA und ihre Vasallen, obendrein die meisten anderen Länder wie Russland, China etc., die im Kampf um Wirtschaftsmacht gleichziehen!

Selbst die Bundesregierung stellt ihre uneigeschränkte Bündnistreue zur Schau, obwohl keinerlei Beweise für den Skripal-Fall vorhanden sind. Derartig herbeigelogene Feindbilder destabilieren den Weltfrieden, es wird immer schwieriger, den Dialog mit Russland zu finden, Europa täte gut daran, sein Verhältnis mit dieser Politik der USA kritisch zu überdenken. Schwierig bei gleichzeitiger Nato-Mitgliedschaft, einem zunehmenden Wettrüsten.

Nahezu jede Niederlage bedeutet gleichzeitig eine Chance, aus ihr zu lernen. Selbst wenn im Raubtierkapitalismus die Räume einer kreativen Entfaltung immer kleiner werden, eine gleichgültige Gesellschaft zunehmend mehr Gewalt zuläßt, obliegt es geistiger Größe, dem entgegenzuwirken.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Eine Antwort zu Weltpolitik: Wer fährt hier was an die Wand?

  1. unbekannter schreibt:

    Bezüglich meinem Leben mit Leuten die mir das Leben zur Hölle machen aber auch anderen Schaden hat mir ein Buch sehr gut geholfen zu verstehen: Denken wie ein Shaolin.
    (Ich hasse Werbung, aber bestimmte Lektionen im Buch halte ich für sinnvoll oder zumindest notwendig).
    Ich habe folgende Erfahrung gemacht: Das tägliche Kämpfen gegen all die Dummen, ignoranten und teils bösen Menschen macht irgendwann krank.
    Wenn man diesen Punkt erreicht hat, gehts nur noch ums nackte überleben.
    Wenn man diesen Menschen nicht einfach ausweichen kann , sondern auf unbestimmte Zeit mit ihnen zusammenarbeiten und -leben muss dann muss man irgendwann zum WOhle der Gesundheit das kämpfen einstellen. „Lass sie einfach machen und gewinnen“ – lautet die Antwort.
    Damit ist keine Resignation gemeint!
    Ich z.B. lasse also all die Leute gewähren. Sie wissen das ich keine wirkliche Macht und Mittel habe, um mich zu wehren. Ich weiß das auch. Keiner spricht es aus , aber alle wissen es: Es ist letztlich eine Mischung aus Abhängigkeit und Faustrecht sowie Notwendigkeit.
    Ich lasse sie einfach gewinnen, denn durch das sich hingeben habe ich zumindest genug Kraft um die wichtigsten DInge in meinem Leben, auch wenn ich sog. dadurch die Arbeit und Aufgaben der anderen mitmache.

    Gefällt mir

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