Indizien einer gleichgültigen Gesellschaft


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Soziale Notstände im Grunde meist hausgemacht

Bei sich einstellenden Problemen vermag uns ein sozial intaktes Gefüge auffangen. Überall finden sich Selbsthilfegruppen und Initiativen ein, organisieren sich Menschen, um gegenseitige Hilfe nicht nur in Aussicht zu stellen, sondern sehr praktikabel umzusetzen, gezielt Lösungen anzubieten.

Aber der Schein einer trügerischen Abfederung, eines sozialen Netzes kann nicht davon hinwegtäuschen, daß manch Verzweifelte sich allein gelassen fühlen, vollkommen ausweglos die Notbremse ziehen, was wiederum in drastischer Zerstörungswut münden kann bis hin zur Ermordung oder Selbstmord.

Drei Verzweiflungstaten von etlichen

Einerseits gibt es eine gutdurchdachte Rechtsprechung, in der die Gesellschaft versucht, ein halbwegs gerechtes Zusammenleben zu gewährleisten, obwohl gleichzeitig jeder nur zu genau weiß, daß zwischen Recht haben und Recht bekommen manchmal Welten liegen können. Das gilt leider ebenso in der Rechtsprechung selbst. Wer sich teure Anwälte leisten kann, darf sich glücklich schätzen über eine wesentlich bessere Vertretung eigener Interessen als jemand ohne juristischen Beistand.

In einer profitorientierten Gesellschaft dürfen wir uns nicht wundern, daß genau diejenigen besonders einfallsreich gesetzlich abgesichert agieren können, die mittels eigens erschaffener gesetzlichen Rahmenbedingungen stets auf der legalen Seite stehen, selbst wenn ihr Handeln moralisch mehr als verwerflich sich offenbart. Das mußte überdeutlich ein Familienvater erleiden, dessen zwangsversteigertes Haus er mittels eines Baggers solange zerstörte, bis es seiner Meinung nach dem erzielten Ersteigerungswert entsprach. Die originelle „Selbstjustiz“, wie der Staatsanwalt es nannte, brachte ihm eine empfindliche Strafe ein. Doch die Genugtuung konnte ihm dennoch niemand nehmen, zumal er weiterhin in der „Schutzgemeinschaft Sparkassengeschädigte Aschaffenburg“ sich als ehrenamtlicher Vorsitzender engagiert.

Wenn man sich verkalkuliert bzw. die zu erwartenden Kosten eines Hausverkaufs nicht ausreichen, um das Geld für ein neu erworbenes Eigenheim zu entrichten, dann kann dies durchaus sehr bitter sein. Für ein zusammenlebendes Paar kam jede Hilfe zu spät, als der Gerichtsvollzieher per Räumungsbeschluß in Korschenbroich deren Haus betrat. Sie hatten sich selbst erschossen, dem Druck wohl nicht standhalten können.

Wie groß muß die Verzweiflung sein, wenn ein Ehepaar sich selbst und seine 6 Jahre alte Tochter im eigenen Haus per Brandstiftung umbringt? Dabei handelte es sich um die verhältnismäßig geringe Summe von 40.000 Euro, die wohl als Schuldsumme offen stand und letztlich zur Zwangsversteigerung geführt hatte.

Es macht wenig Sinn, hier noch mehr Verzweifllungstaten aufzulisten. Viel eher muß sich eine Gesellschaft die Fragen stellen lassen, wieso es überhaupt so weit kommen kann, worin bestehen die Ursachen, was muß sich ändern.

Leben in einer Scheinwelt – Ergebnis einer verlogenen Wirtschaftsmacht

Im Grunde genommen war es früher deshalb überschaubarer, weil es eine deutlich sichtbare Armut gab und auf der anderen Seite die fürstlich Glücklichen ohne Existenzsorgen. Dabei entwickelte sich zunehmend eine Bürgerschicht, oftmals als Mittelschicht zu bezeichnen, die wiederum eine unvermeidbar weiterhin anhaltende Armut zumindest in den Hintergrund drängte, zumal sich obendrein Sozialsysteme bildeten.

Sind diese in Wirklichkeit in westlichen Industrieländern erschaffen worden, um einen möglichen Mob, Auf- und Widerstände fernzuhalten bei gleichzeitiger Installation einer komplexen Konsumgesellschaft, die quasi als Ablenkung sorgen mag? Brot und Spiele fürs „dämliche Fußvolk“, während die Reichen und Superreichen sich ins Fäustchen lachen, weil die Rechnung bis heute vortrefflich aufgeht?

Wir leben in einer Scheinwelt, in der ganz besonders solch „tolle Errungenschaften“ wie das Fernsehen, PCs und somit das Internet die Massen ablenken und manipulieren soll. Nein, dies ist keine Aussage einer abstrusen Verschwörungstheorie, sondern eine nüchterne Feststellung.

Diese verlogene Wirtschaftsmacht, die alles daran setzt, die Bürger in deren Abhängigkeit zu wähnen, gilt es endlich zu entlarven und in folgedessen vollkommen abzubauen, damit Mensch wieder ohne finanzielle Sorgen und Nöte endlich glücklich leben kann.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Soziales

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