Naturschauspiel am See


https://pixabay.com/de/see-natur-sch%C3%B6ne-landschaft-wasser-1414296/

pixabay.com

Gänzlich menschenleer und unberührt

Langsam kehrte wieder Ruhe ein, nachdem noch kurz zuvor der Platz einer bewußten Inszenierung glich, da zuviele Aktionen gleichzeitig eintraten. Wer somit einen Überblick haben wollte, mußte schon in einem bestimmten Abstand sich befinden, wobei dennoch das ein oder andere Detail sicherlich übersehen wurde.

Sie kennen das vielleicht ebenso, denken Sie an einen Theaterabend. Aus diesem Grunde werden meist Dialoge und Handlungen zwischen mehreren Akteuren in gewisser Reihenfolge präsentiert, um den Zuschauer nicht zu verwirren. Doch zurück zum Ort des Geschehens.

Es handelte sich hierbei nicht um irgendeinen Platz, sondern vielmehr um eine große Waldlichtung, die eine besondere Bedeutung für die meisten Waldbewohner hatte. Dort befand sich ziemlich zentral gelegen ein wunderschöner See. Besonders Wasserstellen bieten für die Tiere eine äußerst willkommene Gelegenheit, zumal Wasser nun mal überlebensnotwendig ist. Vom Zaunkönig bis zum Rothirsch waren oft sämtliche Waldbewohner zugegen, die genußvoll das erfrischende Naß sich gönnten.

Vielleicht hat der ein oder andere Leser mal gutgemachte Tierfilmdokumentationen gesehen, in denen unter anderem das bunte Treiben an solchen Wasserstellen gezeigt wurde, nur daß sich dies meist in außereuropäischen Ländern abspielte, um den Reiz des Unbekannten zu zeigen.

Zunächst herrschte gegen Mittag diese längst bekannte Ruhe am See, eine Handvoll Libellen drehte in geordneter Formation ihre Runden, sehr knapp über der Wasseroberfläche, während man das typisch katzenartige „hiääh“ eines Mäusebussards hörte, über der Lichtung hoch oben unterhalb der Wolkenpakete im Himmel seine kreisenden Bahnen zog. Ansonsten war zunächst nichts auffälliges zu sehen, vielleicht, wer genauer hinsah, eine Kreuzotter, die relativ zügig durchs hohe Gras schlängeld einen schützenden Steinhaufen aufsuchte und dort gut getarnt verschwand, um sich zu sonnen.

Dann begann auf einmal das Spektakulum wie aus heiterem Himmel. Ein wildgewordener Eber meinte, er müsse seiner Partnerin hinterherstampfen und verfolgte sie wutschnaubend, so daß die Wildsau voller Panik Richtung See rannte. Dabei im Schlepptau ihre Frischlinge, die laut quickend die Lichtung plötzlich beschallten. Ein Fuchs, der just in diesem Moment sich an ein Mauseloch herangeschlichen hatte, war zugleich ziemlich genervt, nahm mal lieber reißaus.

Im selben Augenblick stürzte nicht etwa der Mäusebussard in das noch ruhig daliegende Gewässer, sondern ein prächtiger Seeadler, um sich eine unvorsichtige Forelle zu greifen, die zu nahe an der Oberfläche sich befunden hatte. Das wiederum brachte die Kreuzotter aus der Fassung, die sich schleunigst im Gras einer nahestehenden Weide verkroch. Infolge des aufgewirbelten Wassers wurde eine Laubfroschfamilie aufgescheucht, die Schutz im Schilfgras suchte. Inzwischen hatte die Wildsau das rettende Ufer erreicht und sprang mutig in den See, während der wilde Eber ein wenig ratlos, aber immer noch schnaubend am Ufer aufgeregt hin- und herlief. Die Frischlinge spielten derweil sogar völlig entspannt vergnügt am Wasser, schienen dem Treiben ihrer Eltern keine Beachtung mehr zu schenken.

Solch besinnliche, naturbelassene Orte gibt es noch etliche, wo Mensch kaum bis gar nicht mehr hingelangt. Selbst wenn manch Naturreisender sie entdeckt, dabei respektvoll sich ihnen nähert und nichts zerstört, sie bleiben den Tieren lebensnotwendig erhalten. Doch überall dort, wo unsere sogenannte Zivilisation sich ausbreitet, müssen solche Plätze weichen, wird der Lebensraum der Tierwelt mal wieder ein Stück weit eingeschränkt.

Man mag wehmütige Gedanken beiseite schieben, bedenken wir aber, daß alles im Einklang miteinander verbunden ist, sämtliche natürlichen Kreisläufe auf Erden. Wer somit dort eingreift, sie gar begrenzt, muß sich nicht wundern, wenn Tier- und Pflanzenarten verschwinden, die Natur aus dem Gleichgewicht gerät mit meist unabsehbaren Folgen. Insofern zeigt sich sehr wohl ein notwendiges Bewußtsein diesen Zusammenhängen gegenüber. Bewahren wir uns den Respekt zur Mutter Erde, den Naturvölker ohnehin völlig selbstverständlich leben.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Naturschutz

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Naturschutz abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.