Linken-Bashing auf breiter Front angelegt?


Wenn ein deutlicher Rechtsruck sichtbar wird

Wer es immer noch nicht wahrhaben will, sollte mal tunlichst seine Augenklappen abnehmen, schlimm genug, daß die Justiz oftmals versagt, per freundlicher Unterstützung mancher Parteien mit Blick zum fragwürdigen NSU-Prozeß, einer hohen Zahl ermorderter Menschen seitens Rechtsradikaler, die äußerst dreist Aufwind erleben, ob durch eine AfD oder eine wachsende Anhängerschaft in manch Teilen der Bevölkerung.

Doch dabei sollte man von einer breit angelegten Front inzwischen reden, einem Linken-Bashing, welches fatal an die Weimarer Zeit erinnert. Wenn ein deutlicher Rechtsruck durch Deutschland zieht, sichtbar wird, sollten nicht nur Alarmglocken schrillen, denken wir an den Vorfall vor einem Jahr.

Racial Profiling findet Anwendung trotz Verbot

Inwieweit gerade eine latent anhaltende Grundstimmung in Sachen Ausländerhaß eher zunimmt, wissen wir nicht erst seit heute. Das zeichnete sich bereits zu Beginn der 1990er Jahre direkt nach dem Fall der Mauer ab, setzte sich heftigst mit den Flüchtlingsströmen im Herbst 2015 fort, die rechtsextreme Szene formierte sich gar europaweit. Welch fatales, denkwürdig politisches Signal: die Wiederholung überwunden geglaubter historischer Fehler.

Nina Perkowski hat im Interview der Süddeutschen Zeitung verdeutlicht, wie ein schleichender Rassismus mitten in der Gesellschaft sich zu etablieren versucht, teilweise erschreckend erfolgreich, auch hinsichtlich Racial Profiling bei der Polizei selbst.

Die Polizei läßt sich zu Gewalttaten hinreißen bis hin zu Linken-Bashing

Wobei ausgerechnet manche Medien sich ebenso instrumentalisieren lassen, nicht nur ziemlich schlampig arbeiten, obendrein den Weg der Neuen Rechten geradezu ebnen, wie im Fall einer angeblichen Belagerung eines Polizisten seitens linker Demonstranten.

Im Nachhinein stellte sich aber heraus, um es noch schalkhaft zu formulieren, daß der Journalismus sich wohl im Pfingsturlaub befand. Statt die Pressemeldung der Polizeiinspektion Lüneburg akribisch zu hinterfragen, wurde jene simple Meinungsmache schlichtweg übernommen, führte zu den völlig überzogenen Rückschlüssen.

Ein Willkommensgeschenk für Rechtsradikale und deren Anhängerschaft, um erst recht den „Linken Zecken“ den Marsch zu blasen. Daß eine derartige Grundstimmung auf diese Weise manche Teile der Polizei beflügelt, entsprechend unverhältnismäßig brutal sich zu verhalten, verdeutlicht die Festnahme von Irmela Mensah-Schramm, einer Aktivistin für Menschenrechte.

Eine Fortsetzung des Linken-Bashings, obwohl gleichzeitig auch Bürger ohne sich parteipolitisch festzulegen, mit an den wichtigen Gegendemos teilnehmen. Die gezielte Frage muß daher lauten: Genauso gewollt auch seitens der Bundespolitik? Wo nimmt ein Innenminister Seehofer hierbei Stellung?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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