Luftverschmutzung: Verkehrspolitik als zentraler Schlüssel


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Mehr Bewegung ohne automobilen Individualverkehr

Das wußten nicht nur schon die Alten, sondern beinhaltet eine Binsenweisheit. Mehr Autos verursachen entsprechend höhere Schadstoffbelastungen. Wer einerseits die Industrie an den umweltpolitischen Pranger stellt, muß gerechterweise gleichwohl den mobilen Individualverkehr kritisch überprüfen.

Es kann nicht sein, daß die meisten Autos von einer Person befahren besonders in Städten in der Masse für eine hohe Schadstoffbelastung sorgen, während es ohne weiteres Möglichkeiten gibt, mit einem entsprechend ausgebauten öffentlichen Nahverkehr dies zu verhindern. Woran liegt’s, daß sich Menschen eben nicht dran halten? Ein sorgloses „Weiter so“ bedeutet keine Besserung.

„Raus aus der Kiste“ und „Besser mobil“

Zwei unterschiedliche Ansätze verdeutlichen den Ernst der Lage. Letzte Woche demonstrierten in Berlin Greenpeace-Aktivisten für eine nachhaltige Mobilität, mit sogenannten „Gehzeugen“ wurde den erstaunten Zuschauern verdeutlicht, wieviel Platz Autos benötigen, aber auch den Irrsinn der Luftverschmutzung, den Gefahren im Straßenverkehr, wobei besonders Fahrradfahrer betroffen sind.

Robin Wood wartet gleich mit sieben Forderungspunkten auf, setzt ein Zeichen unter der Überschrift „Besser mobil“. Prinzipiell keine unbekannten, denkt man an einen umfassenderen Ausbau des Öffentlichen Verkehrs, eine Infrastruktur der kurzen Wege, was bedeutet, genau dann besser mal das Auto stehen zu lassen, zu Fuß oder per Rad das nahe Ziel zu erreichen. Harsche Kritik an unsinnigen Großbauprojekten wie Stuttgart 21 bleibt selbstverständlich nicht aus.

Punktuelle Lichtblicke oder nur ein Tropfen auf heißen Stein?

Daß es auch ohne Fahrverbote gehen kann, mag zunächst manche aufatmen lassen. Dank einiger Aktionen in Trippelschritten seitens Stuttgarts Oberbürgermeister Fitz Kuhn könnten zunächst die EU-Grenzwerte ohne Fahrberbot eingehalten werden. Dennoch kann von Entwarnung kaum die Rede sein, wie auch der grüne Politiker weiß. Gerade weiterhin belastende Dieselfahrzeuge sorgen für eine viel zu hohe Luftverschmutzung.

Obwohl die Deutsche Umwelthilfe inzwischen gegen etliche Städte klagt, verharrt die Bundesregierung, ohne nenneswerte Maßnahmen zu ergreifen, die Aussicht auf Besserung bedeuten würden. Was nutzen schon Proteste, wenn eine Autolobby den Verbrennungsmotor vorzieht, statt endlich u. a. auf Elektromobilität umzusteigen? Sehr wenig. Deshalb braucht es Widerstand in der Bevölkerung, die wesentlich mehr Druck auf die Politik ausübt, obendrein öfters das Auto einfach mal stehen lassen sollte.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Umwelt

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3 Antworten zu Luftverschmutzung: Verkehrspolitik als zentraler Schlüssel

  1. deutschemuslima71 schreibt:

    Also ich bin kein Fan von Elektro, denn die Akkus bringen wieder neue Probleme mit sich. Man verlagert das Problem.
    Man muss halt sagen, die Politik will weiter am Wirtschaftswachstum arbeiten und vor allem möchten sie keine wütenden Arbeitslosen, und in der Automobilbranche gibt es viele. Würde man Autos limitieren, würde das Umsätze einbrechen lassen und Arbeitsplätze opfern. Die Menschen schimpfen vielleicht auf die Umweltverschmutzung, aber verzichten und ihr Leben ändern, will auch niemand.
    Man braucht doch das Auto und vor allem ein eigenes, das einem selbst gehört.
    Solange der Mensch in diesen Ansichten verhaftet bleibt, wird die Umwelt weiter zerstört. Es wird weiter Kriege geben, weiter Flüchtlingsströme, weiter Politiker, die Feindbilder aufbauen, um ihre Politik nicht ändern zu müssen.

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    • hraban57 schreibt:

      In fast allem kann ich dir nur zustimmen. Aber was die Akkus und deren Problematik anbelangt, sehe ich das differenzierter. Vor allem hinsichtlich des umweltschädlichen Verbrennungsmotors. Der wird in nicht allzu ferner Zukunft Vergangenheit werden, weil Erdöl obendrein begrenzt ist. Hätte man wesentlich früher die Akku-Technik gefördert, wären wir weiter. Gleichzeitig sei auch an das Wasserstoffauto erinnert und andere alternative Energieformen. Es gibt daher Möglichkeiten. Dennoch ergänzt sich alles mit deiner berechtigten Rüge: Es geht stets um Profite, installierte Feindbilder, um diesen Raubtierkapitalismus zu erhalten.

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      • deutschemuslima71 schreibt:

        Gerade die Akkus sind aber das größte Problem. Die Herstellung erfordert wieder jede Menge Rohstoffe, die selten sind – da sind wir schon wieder bei den nächsten Kriegen – die Umweltbelastung, die aus dem Abbau und der Herstellung resultiert. Nicht zu vergessen die Mengen an Elektrizität, die für Herstellung und Nutzung benötigt werden. Das ist für mich klar keine Alternative zum Verbrennungsmotor, sondern nur ein verlagertes Problem.

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