Was man heute kann besorgen, gibt es aber nicht mehr morgen


https://pixabay.com/de/figur-mann-fernglas-zaun-gag-2687801/

pixabay.com

Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Mit derartiger Einstellung handeln die Mächtigen dieser Welt, allen voran solche Figuren wie jener „blonde Dolle“, der beim Twittergewittern mal eben den Namen seiner Angetrauten verkehrt schreibt. Was soll’s, welch erfreulicher Fehler mit hohem Unterhaltungswert, während irgendwo da draußen Menschen verhungern, zerfetzt werden, weil sie versehentlich auf eine Mine traten oder eine Bombe explodiert, die ein verirrter Fanatiker zündet in dem Glauben, 72 Jungfrauen warten auf ihn, um ihm sexuell zu Diensten zu sein.

Der Irrwitz einer verkehrten Welt, in der Lug und Trug an der Tagesordnung. Das wissen die meisten, doch daran etwas zu ändern, erscheint letztlich unmöglich. Warum? Weil gewisse Mächte sich stets durchsetzen, den Verlauf der Geschichte bestimmen. Was man heute kann besorgen, gibt es aber nicht mehr morgen. Einfach nur so dahergeschrieben? Keineswegs.

Beispiele jener Aussage gibt es haufenweise. Suchen Sie sich ein Gebiet, ein Thema, einen Aspekt heraus. Natürlich sollte man nicht dieses „morgen“ auf die Goldwaage legen, es kann auch für ein paar Tage später gelten, es handelt sich ums Prinzip, wie schnell der gewohnte Alltag plötzlich nicht mehr besteht, eine besondere Situation Notlagen erschafft. War es heute noch möglich, einen Vollzeitjob auszuüben, kann morgen bereits dieser wegrationalisiert werden. Im Moment leben wir wenigstens in Europa in Frieden, morgen mag Krieg uns bedrohen. Noch drehen wir den Wasserhahn auf, um kostbares Trinkwasser zu verschwenden, morgen tobt der Wassernotstand, der weite Teile der Erde beherrscht.

Nichts hat ewiglich Bestand, Mensch selbst bestimmt durch sein Handeln, was mit ihm und seiner Umwelt geschieht. Lebt er ahnungslos und weiterhin kurzsichtig dermaßen unverantwortlich in den Tag hinein, muß er mit den desaströsen Folgen ums eigene Leben ringen, sodaß sehr viele Opfer am Ende zu beklagen sind. Obwohl die Wege logischer Konsequenzen allemal längst bekannt, wird weiterhin viel zu halbherzig entsprechend vorgesorgt, ignoriert die Masse die sich abzeichnenden Katastrophen und Notlagen.

Man könnte dies auch als gezielte Verdrängung bezeichnen, es lebt sich damit ein wenig einfacher, man schaltet ab, Ablenkung waltet in allerlei Formen, ob mittels Drogen oder Konsumrausch, Hauptsache den Folgen ignoranten Treibens nicht ins Auge schauen, Sodom und Gomorrha in Reinform. Das biblische Gleichnis wird exzessiv ausgelebt.

Trotz all jenes düsteren Wandels, der uns bevorsteht, ein Fünkchen Hoffnung am Horizont? Sicherlich, Mensch benötigt seinen Restoptimismus, ohne dem kein Weiterleben möglich. Vielleicht setzt sich am Ende doch ein Paradigmenwechsel durch, hin zu geistigen Zielen, weg vom ewiglichen Materialismus, der zerstörerisch und rücksichtslos so viel Leid verursacht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Meinung abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.