Iran-Atomabkommen: Trump entscheidet sich für Worst-Case-Szenario


Die USA erst recht auf dem Weg zur Isolation?

Was allerdings durchaus absehbar war, wer diesen Präsidenten und die damit verbundene politische Einstellung der USA genau beobachtet hat. Insofern nicht weiter verwunderlich, daß Donald Trump trotz internationaler Warnungen den Ausstieg aus dem Atom-abkommen mit dem Iran ankündigt.

Diese Entscheidung zum Worst-Case-Szenario bleibt natürlich nicht ohne Folgen, sodaß die USA erst recht auf dem Weg zur Isolation sich befinden. Hatten Emmanuel Macron und die Bundeskanzlerin bei ihren Washington-Besuchen Trump schon eindringlich gewarnt, er möge das gemeinsame Abkommen mit dem Iran nicht beenden, orientiert sich der 45. Präsident lieber an den fadenscheinigen Ausführungen Netanjahus, die letztlich jene Entscheidung forciert haben mögen.

Iranische Führung dadurch gar gefestigter?

Man könnte sich blühend vorstellen, was viele Köpfe in dipolomatischen Kreisen bewegt. Keineswegs kann dabei die Rede von solchen Botschaftern wie dem neuen in Berlin sein, Richard Grenell polarisiert dagegen viel lieber, sondern von all jenen, die nicht unbemerkt die schwache Leistung der USA stehen lassen. Da tauchen sofort Fragen auf, inwieweit sich mit jener Aufkündigung zum Atom-Deal eine wesentlich größere Allianz bildet, die somit dem Iran gar schützen mag?

Trumps Griff in die Mottenkiste nimmt jetzt eine fatale Gestalt an. Nicht nur, daß der Nahe und Mittlere Osten noch destabileren Zeiten entgegenblickt, die EU wird das ausgehandelte Abkommen unter Obama fortsetzen wollen, zusammen mit Russland und China, um dadurch US-Sanktionen gegen den Iran zu mildern, was einer Festigung der iranischen Führung gleichkäme. Welch Widerspruch zur Trump-Rede über den Ausstieg aus dem Atom-Abkommen, in der er diese als Terror-Macht verunglimpfte.

Isreal kurz vorm Krieg gegen den Iran

Erst recht mit dieser Entscheidung. Längst hat Netanjahu die Israelis auf mögliche Konflikte mit dem Iran eingestimmt, steht somit die Frage im Raum, ob er nur provozieren will oder eher sich auf einen Krieg gegen den Iran vorbereitet. Letzteres scheint immer wahrscheinlicher, erst recht durch Trumps Ankündigung.

Schon weist Israels Armee Öffnung von Bunkern auf den Golanhöhen an, man habe ungewöhnliche Aktivitäten iranischer Streitkräfte in Syrien identifiziert. Der längst begonnene dritte Weltkrieg setzt sich dadurch fort, Trumps Entschluß erzwingt weitere Offerten, weil Diplomatie kaum noch möglich, obendrein zu viele Nationen beteiligt sind, die sich kaum bis gar nicht mehr zurückziehen können, wollen sie ihr Gesicht nicht verlieren. Während auch hierzulande einer Friedensbewegung kaum noch Gehör ge-schenkt wird, spielen Rüstungsgeschäfte, Beteiligungen bei Konflikten und Kriegen eine immer größere Rolle bishin zur Verpflichtung, die Bündnistreue einzuhalten. Mittendrin die USA, die sich gleichzeitig auf vielen Ebenen isolieren.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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