Reichtum im trügerischen Gewande ewiger Ausbeutung


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Der Schein trügt – das Ende des Überreichtums logische Schlußfolgerung?

Wenn der Tod uns das Ende des Lebens diktiert, wissen wir auch zugleich: Das letzte Hemd hat keine Taschen. Und so nehmen wir nichts mit als uns selbst ins Reich der Toten, wie auch immer jenes sich gestalten mag. Doch zu Lebzeiten treiben wir uns gegenseitig an im Wettlauf der Eitelkeiten, des grenzenlosen Materialismus, Prestige uns hofieren läßt, egal auf welchen Pfaden auch erreicht.

Das Streben nach Reichtum tief verwurzelt in der Menschheitsgeschichte quer durch viele Kulturen sich offenbart, teils begünstigt durch den Stand, das Familiengeschlecht, aber auch erstritten durch scharfe Klingen im Heeresgetümmel, stets das Ziel der Macht vor Augen, die ihn mit sich bringt. Nicht der Neid soll sich hierbei widerspiegeln, sondern die ernüchternde Feststellung, daß nahezu immer dem Überreichtum Ausbeutung vorausgeht.

Château de Chambord – dekadenter Höhepunkt französischen Machtgehabes

Bei aller Liebe zum Detail, zu allen Künsten, so auch der Baukunst, das Schloß Chambord, welches König Franz I. erbauen ließ (Bauzeit 1519-1549) mit seinen 440 Räumen und 84 Treppen, ist das größte aller Loireschlösser, wobei es lediglich als Jagdschloss diente und vor allem mit der Illusion verknüpft war, er könne Kaiser Karl V. die Krone streitig machen, um dann über das Heilige Römische Reich zu regieren.

Prestigeobjekt und Demonstration der Macht zugleich, während das einfache Volk somit ausgeschlossen war, hilflos sich unterzuordnen hatte im Kriegsgerangel, Hungersnöten. War schon in Zeiten des Pyramidenbaus das Volk willige Arbeitskraft, um Wohlstand, Reichtum zu gewährleisten, setzte sich diese Entwicklung in allen weiteren Geschichtsepochen fort.

Folglich entstanden auch zunehmend gewisse Nutznießer, die letztlich vermittelnd dienten, dennoch Reichtum anhäufend, von Fürsten, Grafen, Lehnsherren, Adeligen, fließende Übergänge trugen sich fort und rafften vielfältiges Vermögen, Landbesitz, stets die Knechtschaft der Bevölkerung im Visier der Macht. Die Geschichte des sich fortschreitenden, weltweiten Reichtums dermaßen verschachtelt, verwurzelt und verbandelt, entwickelte sich stets ungeschoren in sämtlichen Regierungsformen, weil meist derjenige bestimmen konnte, welcher zahlungskräftige Argumente auf seiner Seite hatte.

Früher die Schlösser – heute die Paläste, die Yachten und Inseln

Weiterhin hat er immer noch keine Grenzen, der Reichtum, wenn man bedenkt daß 45 Deutsche soviel wie die ärmere Hälfte der Bevölkerung besitzen. Doch die Superlative lassen sich ohne weiteres steigern, wenn bei einem Theaterbesuch in Paris mal eben die 450 Quadratmeter große Suite Royale im Plaza Athénée für eine Nacht zum Preis von 22.000 Euro gebucht wird oder gar ein malaysischer Geschäftsmann sich eine Luxus-Yacht aus purem Gold und Platin gönnt im Wert von 3,5 Milliarden Euro.

Dabei dürfte das 165 Millionen US-Dollar teure Anwesen des Zeitungsmagnaten William R. Hearst mit seinen 29 Zimmern, 40 Bädern, einer Diskothek im Art-deco-Stil, eigenem Kino, mit einer Wohnfläche von 7.000 m² in Beverly Hills, Kalifornien, noch vergleichsweise günstig erscheinen.

Überreichtum mit weltweit zunehmender Armut immer noch zu rechtfertigen?

Während Kinder noch freudestrahlend vom Schlaraffenland schwärmen, vor allem auch diejenigen, die Bücher, Kinos und PCs neben dem Verreisen konsumieren können und dürfen, tobt da draußen auf Mutter Erde ein ungleicher Kampf ums Überleben. Die Gewinner frohlocken, die Verlierer schauen täglich dem Tod ins Auge – genauso unmißverständlich sollte es ausgesprochen werden.

Auch das Gewissen hat sich zu rühren, Zusammenhänge nicht nur zu erkennen, sondern Wege zu suchen, wie diese Ungerechtigkeit ein Ende finden muß. Konsequent zu Ende gedacht, bedeutet Überreichtum stets Gewalt am Ende der Kette der Abhängigkeiten. Fairtrade, soziale Bewegungen, gesellschaftliche Aussteiger – alles Antworten von Menschen, die nicht mehr bereit sind, einen Überreichtum fortwährend zu dulden. Dieser hat sich zu überdenken, kann nur fehl am Platze sein, solange Armut, Krieg und Elend herrschen. Gleichnisse dieser Überlegungen gibt es tausendfach in der Literatur, der Musik, in Filmen und auf Bühnen.

Menschen wollen Menschen nicht unbedingt bekehren, aber auffordern, Nächstenliebe zu praktizieren, und diese kann ein solches Ungleichgewicht nicht vertragen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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