Iran: Trumps Griff in die Mottenkiste


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Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0

Was von langer Hand geplant, soll endlich stattfinden?

Kaum erwägt Nordkorea, sein Atomprogramm abzubauen, haben zuvor die USA zum zweiten Mal völkerrechtswidrig Syrien bebombt mit freundlicher Unterstützung ihrer Verbündeten, greift dieser cholerische Präsident nicht etwa nach den Sternen, wäre wohl doch eine Nummer zu groß, vielmehr in die Mottenkiste kurz vor dessen Entscheidung zur Verlängerung zur Aussetzung der Sanktionen gegen den Iran. Dem widerspricht Präsident Ruhani, das Atomabkommen sei nicht verhandelbar.

Von Zufall kann keine Rede sein, viel eher von offenbarer Dialektik. Was von langer Hand geplant, soll nun endlich stattfinden, durchfährt es dem aufmerksamen Beobachter? Mohssen Massarrat hatte neulich zurecht darauf hingewiesen, daß der Iran keineswegs eine Alleinherschaft anstrebe, berücksichtigt allerdings mit keiner Silbe in seinen Ausführungen die Rolle Russlands.

Destabilisierung des Nahen und Mittleren Ostens gezielte Absicht

Mittendrin stehen sich verfeindete Allianzen schon lange gegenüber. Auf der einen Seite die USA, ihre Nato-Verbündeten nebst Israel und Saudi-Arabien, auf der anderen Seite Syrien, der Iran, Russland und China. Ein Schelm, wer hierbei Böses denkt. Wegschauen nützt aber nichts.

Die Eskalationen nehmen vielmehr zu im Nahen und Mittleren Osten, mit besonders freundlicher Unterstützung dieser USA, was gleichzeitig andere beflügeln mag, sich immer mehr in kriegerische Aktionen verleiten zu lassen. Gestern abend wurden in Syrien Militärstützpunkte der Armee sowie iranischer Milizen per Raketen getroffen, noch sei unklar, wer dies veranlaßte, obwohl am wahrscheinlichsten Israel in Frage kommt, denkt man an dessen Behauptung, der Iran wolle die gesamte Region destabilisieren. Welch perfide Strategie, die jetzt scheinbar aufzugehen scheint!

Der Iran unterschätzt seine Unterdrückung im Innern

Das gilt im übrigen genauso für andere Herrschaftssysteme, denkt man an China oder Russland, während die USA sich damit brüsken, mit ihnen ihre Verbündeten, in einer freien, demokratischen Welt zu leben, ein Garant dafür zu sein. Die Unterschiede könnten kaum scheinbar größer sein. Scheinbar? Per Konsumrausch abgelenkte Volksmassen mögen sich selbst hinterfragen, ob denn alles Gold sei, was da glänze!

Doch zurück zum Iran. Vor einem Vierteljahr belastete Präsident Hassan Rohani noch eine Protestwelle, die zwar inzwischen verstummt, Gegenproteste pro-iranisch mobilisierter Anhänger sowie Drohgebährden, die Todesstrafe sofort umzusetzen, verhinderten eine Ausweitung. Allerdings sollte die Staatsmacht des Iran den Protest der Jugend gegen die geistliche Führung nicht mit einer Einmischung von außen verwechseln, selbst wenn diese USA alles versuchen, den Iran zu zermürben.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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