Großkonzerne: Schwindender Einfluss bei gleichzeitiger Abhängigkeit


Politik beugt sich dem Kapital

Jede Kritik verhallt ungehört und mit ohnmächtigen Begleiterscheinungen ob einer gewissen Chancenlosigkeit, sich dieser Macht real entgegenstemmen zu können. Großkonzerne bestimmen schon lange weltweit das Wirtschaftsgeschehen, sämtliche kleinere Konzerne und mittelständische Unternehmen haben sich dem Machtkartell der Großkonzerne letztlich unterzuordnen, da diese politische Vorgaben und Entscheidungen diktieren.

Im Gegensatz zu global angestrebten, demokratischen Regierungsformen herrscht in der Wirtschaft viel eher ein diktatorischer Wind: Alles hat sich nach den Vorgaben der Großkonzerne zu richten, diese verdrängen Konkurrenten und somit kleinere Konzerne und Firmen. Sind Großkonzerne im Visier, mag man hierbei durchaus fast schon klischeehaft „das Schlucken und Aufkaufen“ im „Pretty-Woman-Stil“ zitieren, kann leider nur noch schwindenden Einfluß seitens der Politik bei gleichzeitiger Abhängigkeit der Gesellschaft feststellen.

Doch ein marxistischer Monopolkapitalismus oder bewußt ver-kompliziert?

Warum einfach, wenn es vielmehr aufgrund historisch geschickt inszenierter Verflechtungen sowohl auf der politischen Bühne als auch in der Wirtschaft sich anbietet, die Völker und ihre Gesellschaften zu blenden, mittels Verschleierung ein Wirtschaftsnetz entstehen zu lassen, welches niemand wirklich durchschauen kann, wahrscheinlich die Großkonzerne selbst nicht mehr. Das stört diese allerdings kaum, ihr Fokus richtet sich einzig und allein auf ihr Anliegen: die Vormachtstellung auszubauen und zu bewahren.

Das im Marxismus verankerte Schreckgespenst eines Monopolkapitalismus am Ende längst eingetretene Wirklichkeit, zumal tatsächlich breite Wirtschaftszweige eine Monopolvormachtstellung genießen, Großkonzerne trotz staatlicher Kontrolle mittels Kartellrecht die Märkte der Schlüsselindustrien beherrschen? Ein einfaches, linear-historisches Schema wie der Marxismus dies vermutete, trat selbstverständlich nicht ein, sondern eine bewußt herbeigeführte Verkomplizierung sollte Kritikern der Großkonzerne und somit des Monopolkapitalismus Sand in die Augen streuen, weil eine gezielte Aufklärung deren eigene Machtstellung gefährdete.

Kurzer Blick zu den Weltkonzernen mit dem größten Umsatz

Werfen wir doch mal einen kurzen Blick in die Liste Fortune Global 500, in der die 100 größten Unternehmen sortiert nach deren Umsatz bezogen auf das Geschäftsjahr 2015 veröffentlicht wurden. Sicherlich, Öl regiert die Welt, und so darf nicht weiter ver-wunderlich sein, daß unter den ersten 10 Konzernen allein schon 5 aus der Öl- und Gasbranche stammen, an Nummer 3 China National Petroleum mit Sitz in Peking und einem Jahresumsatz von 299,3 Milliarden US-Dollar. Inzwischen hat Nesquik den US-amerikanischen Einzelhandelskonzern Wal-Mart Stores Inc. von seinem ersten Platz mit einem Umsatz von 482,1 Milliarden US-Dollar verdrängt.

Alles hat seinen Preis, aber nicht durch Fleiß, sondern durch Ausbeutung

Hierzulande sorgte die Bespitzelung der Lidl- und Schleckermitarbeiter für genug Schlagzeilen. Als am 02. Juli 1962 Sam Walton, der Gründer des Wal-Mart Stores Inc., seinen ersten Wal-Mart in Rogers (Arkansas) eröffnete, wurde sicherlich noch ein halbwegs menschlicher Umgang mit den Mitarbeitern gepflegt. Doch spätestens seit dem Aufstieg gegen Ende der 1980iger Jahre änderte sich das. Während Wal-Mart für sich in Anspruch nimmt, daß seine Arbeitnehmer offiziell als gleichberechtigte Partner dem Unternehmen dienen, wird eine Gewerkschaftspolitik strikt abgelehnt. Kein Wunder, daß somit gewerkschaftlich organisierte Kollegen in den Supermärkten der Konkurrenz im Durchschnitt ein Drittel mehr verdienen als Wal-Mart-Angestellte.

Ganz besonders bei der dreisten Einsparung am Personal offenbart sich der Erfolg dieses Weltkonzerns, die Ausbeutung nimmt ihren Lauf, sei es durch Kürzen der 30-minütigen Pause oder die Weigerung, Mehrarbeit einfach zu entlohnen. Die Schwäche des US-amerikanischen Arbeitsrechtes wird gnadenlos ausgenutzt, selbst wenn hin und wieder Gerichtsprozesse den Konzern per Urteile belangen, die Geschäftspraktiken unter-streichen seine Macht, die Angst vor Arbeitsplatzverlust hält die allermeisten Angestellten in Schach.

Zurück zur Monopolstellung der Konzerne – wer stoppt sie?

Solange wir wider besseren Wissens die Großkonzerne weiterhin gewähren lassen, selbst unsere gewählten Politiker tatenlos durch Nichtstun glänzen, ändert sich gar nichts an der tief verwurzelten Monopolstellung. Im Gegenteil, sie dürfen sich ungestraft und un-gehemmt austoben auf dem Rücken einer Menschheit, die in Abhängigkeit sich begibt.

Ein Wandel des Umdenkens braucht viel Zeit, wobei diese schon längst unsere Grenzen diktiert hat angesichts der zunehmenden Probleme, die uns noch erwarten aufgrund eines zügellosen Ressourcenabbaus, einer anhaltenden Umweltbelastung. Kleinere, regionale Unternehmen würden wesentlich behutsamer und nachhaltiger agieren, da sie sonst direkt betroffen wären, hingegen Konzernpolitik offensichtlich nur die Gewinn-maximierung vor Augen hat.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Wirtschaft/Finanzen

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