Reporter ohne Grenzen: Europas Pressefreiheit gefährdet


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Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0

Rechtsradikale Hetze zeigt längst Wirkung

Nachdem 2014 „Lügenpresse“ als das Unwort des Jahres ernannt wurde, ohnhin der wachsame, aufgeklärte Zeitgenosse an den Beginn des letzten Jahrhunderts genauso erinnert worden war wie an die Nazi-Ära, mußte ihm zwangsläufig jene Entscheidung eher sauer aufstoßen, weil schlichtweg simpelst und hochgradig bösartig der ehrbare Beruf der Journalisten in den Dreck gezogen wird.

Ziel erreicht, könnte man jetzt einfach bemerken, oder aber wesentlich kritischer hinschauen und die Pressefreiheit daher besser in Schutz nehmen, wie das die NGO Reporter ohne Grenzen (ROG) seit 33 Jahren akribisch versucht. Dabei kommt sie bei ihrem jüngsten Bericht zu dem Ergebnis, daß Pressefreiheit in Europa gefährdet ist. Insofern zeigt die Hetze Rechtsradikaler längst ihre fatale Wirkung.

Ein paar Daten lassen aufhorchen

Betrachtet man die Liste der ROG zur Pressefreiheit 2018, gibt es durchaus auch erfreuliches zu berichten. Neuseeland hat sich gleich um 5 Plätze vom 13. Rang auf den 8. verbessert, Portugal erzielte ein Plus von 4 auf den 14. Rang, Uruguay kletterte vom 25.  auf den 20. Rang. Südkorea verbesserte sich gleich um 20 Plätze vom 63. zum 43. Rang

Auffällig hingegen der Verlust Dänemarks um 5 Plätze, vom 4. zum 9. Rang, wie schon im Artikel der Süddeutschen zurecht erwähnt, verloren die Slowakei und Tschechien 10 bzw. 11 Plätze, Malta fiel vom 47. auf den 65. Rang.

Daß Russland auf den 148. Rang, die Türkei auf den 157. und China auf dem 176. Rang verweilen, kann kaum verwundern. Allerdings sollte das schlechte Abschneiden mancher Länder dennoch besser kritisch hinterfragt werden, inwieweit ROG tatsächlich unbeeinflußt ihre Arbeit ausüben, denkt man an Kuba oder manch andere sozialistisch-kommunistisch geprägte Nationen. Hinzu kommt, daß die politische Einstellung eines der Mitbegründer von ROG, von Robert Ménard, Unmut hervorgerufen hat, kein gutes Licht auf die Organisation warf, die sich allerdings zügig von diesem distanzierte.

Kein Ende der Pressefreiheit trotz ihrer Gefährdung

Selbst wenn Despoten erneut zunehmen, auch jene, die solches vehement abstreiten, denken wir an die Türkei, an Ungarn oder auch an Russland, so erfreut sich insgesamt die Presse ihrer weltweiten Freiheit, obwohl immer öfters eingeschränkt und daher gefährdet.

Wenn ein Herr Donald Trump sie permanent verunglimpft, wirft dies nicht nur ein schlechtes Licht auf den Regierungsstil, sondern gleichwohl auf die Glaubwürdigkeit eines demokratischen Anspruchs, auf ein freies Land wie die USA. Dies scheint jener cholerische Präsident keineswegs zu berücksichtigen, meint damit, seine Frustration eigener Defizite kaschieren zu können. Funktioniert aber nicht, zumindest bei allen Kritikern.

„Die Presse mag ausschweifend sein. Aber sie ist das moralischste Werkzeug der Welt von heute. Durch die Furcht vor der Presse werden mehr Verbrechen, Korruption und Unmoral verhindert als durch das Gesetz.“   (Joseph Pulitzer)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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2 Antworten zu Reporter ohne Grenzen: Europas Pressefreiheit gefährdet

  1. Sofie Lehmann schreibt:

    „Reporter ohne Grenzen“ eine NGO?
    eher nicht.

    http://www.fgbrdkuba.de/infos/reporter-ohne-grenzen.php

    „Im März 2005 schreibt die US-Journalistin Diana Baharona, eine Vertreterin des NED habe ihr bestätigt, dass „Reporter Ohne Grenzen“ am 14. Januar diesen Jahres 39.900 Dollar von ihnen erhalten hätten. NED, das National Endowment for Democracy, ist eine Vorfeldorganisation der US-Außenpolitik, die Gelder über andere US-amerikanische Einrichtungen an Dissidentengruppen fließen lässt. Lucie Morillon, die Vertreterin der Organisation in Washington, gab zu, RSF habe 125.000 Dollar vom „Cuba Solidarity Center“, einer Tarnorganisation der CIA, erhalten.“

    „Als Robert Ménard, der Präsident der Organisation, darauf angesprochen wurde, antwortete er am 18. April 2005 in einem Internetforum des Nouvel Observateur in Paris: „Wir haben das Geld vom NED bekommen und das ist überhaupt kein Problem für uns“.
    Diana Barahona hat mit Berufung auf den Freedom Act inzwischen gefordert, alle Informationen über die Finanzierung von „Reporter Ohne Grenzen“ offen zu legen.
    Sie begründete ihre Forderung damit, dass viele Medien „Reporter Ohne Grenzen“ als Quelle angeben würden, ohne sich des Interessenkonfliktes bewusst zu sein, in dem sich eine Organisation befinde, die Gelder einer Regierung annehme. (3)“

    Gefällt 1 Person

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