Chicos Einschläferung führt zu Morddrohungen


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Falsch verstandene Tierliebe besonders bei Rechten zu beobachten

Wenn die Rede von Kampfhunden ist, dann zucken viele völlig zu Recht zusammen, obwohl der Begriff eigentlich nicht stimmt. Die genauere Bezeichnung lautet gefährliche Hunde, die eben nicht automatisch Kampfhunde sein müssen, sondern auch darunter welche sein können, die allein aufgrund ihres aggressiven Verhaltens für Mensch und Tier gefährlich sind.

Der jüngste Fall in Hannover ließ die Öffentlichkeit aufhorchen, nachdem eine Frau im Rollstuhl und deren Sohn von ihrem Staffordshire-Terrier Chico totgebissen wurden. Laut zentralem Hunderegister des Agrarministeriums Hannover seien gerade mal 0,1 Prozent als gefährlich eingestuft, was 460 Hunden entspricht, darunter 30 als Kampfhund geltende American Staffordshire Terrier.

Wenn das Umfeld einfach wegschaut und Behörden versagen

Ein derartiger Fall kann sich ohne weiteres in Deutschland wiederholen, obwohl Behörden inzwischen wenigstens per Verordnungen auf gefährlich eingestufte Hunde reagieren. Aber dennoch offensichtlich nicht genug, sonst hätte es eben nicht zu diesem Vorfall in Hannover kommen müssen. Auch das Umfeld,, die direkte Nachbarschaft hat einen wesentlichen Anteil daran, das Unglück nicht verhindert zu haben. Wer zuläßt, daß ausgerechnet ein Staffordshire- Terrier in einem Metallzwinger in der Wohnung gehalten wird, macht sich natürlich mitschuldig!

Einerseits werden entsetzt Meldungen über derartige Vorfälle konsumiert, d.h. gelesen oder im Fernsehen verfolgt, andererseits herrscht Ignoranz in der Nachbarschaft, wenn überforderte Hundehalter zugegen. Daß nunmehr Tierärzte und Behörden-mitarbeiter Morddrohungen erhalten, nachdem Chico berechtigterweise einge-schläfert worden war, sollte uns zu denken geben. Mit welcher Berechtigung und vor allem was sollte mit der gestarteten Onlinepetition, die 300.000 Menschen unterzeichnet hatten, bewirkt werden, die sich gegen die Tötung von Chico richtete? Ein völlig falsch verstandener Tierschutz.

Die Tierliebe der Rechten spricht Bände

Und das kommt keineswegs von ungefähr. Die Herleitung hat unbedingt leider etwas mit Antisemitismus und einem generell geforderten Schächtungsverbot zu tun. Vegetarier können Tierquälerei ohnehin natürlich nicht dulden, egal welche religiösen Hintergründe ein derartiges Verhalten rechtfertigen. Aber wer ein Herz für Tiere hat, wie das gern rechte Gruppierungen für sich in Anspruch nehmen, kann zynischer kaum sein. Alles Mittel zum Zweck, den eigenen Rassismus zu rechtfertigen und entsprechend auszuleben.

Betrachtet man auch den Fall Chico in diesem Kontext, könnte man schnell auf andere Gedanken kommen, wer bei dieser Petition vollmundig mit unterzeichnete. Schon griechische und assyrische Armeen nutzten als Vorhut Kampfhunde, heute versuchen rechte Gruppierungen per Tierschutz ihre Anhänger zu ködern, ein Schelm wer dabei Böses denkt. Lassen wir unseren gesunden Menschenverstand walten, mischen uns überall dort ein, wo Hundehalter völlig überfordert wirken, bestehen auf die Durchsetzung gewißer Gesetze, um derartige Vorfälle wie den jüngsten in Hannover zu verhindern.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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5 Antworten zu Chicos Einschläferung führt zu Morddrohungen

  1. LintuLumessa schreibt:

    Ok, ich kommentiere deine Beiträge ja nicht oft, aber dieses mal will ich es mir nicht nehmen lassen: Diese sogenannten „Kampfhunde“ sind NICHT automatisch gefährliche Hunde. Es gibt unzählige Studien darüber das solche Rassen NICHT aggressiver sind als andere Hunderassen. Bei uns in Österreich, da wo ich wohne, gibt es in den meisten Bundesländern nicht mal eine Rassenliste und einen Wesenstest schon garnicht. In zwei Bundesländern muss man einen Sachkundenachweis machen. Hier in Wien siehst du an jeder Ecke einen sogenannten „Kampfhund“ herumlaufen. Ganz ohne Beisskorb, manchmal auch ohne Leine und ich verrate dir mal was: In Österreich werden mehr Menschen von einem Labrador gebissen als von diesen sogenannten „Kampfhunden“. Mein erster eigener Hund war ein Amstaff und er war das liebste und zärtlichste Geschöpf weit und breit. Also bitte reg dich nicht auf über Rassismus, wenn du hier selbst Rassismus Hunden gegenüber bringst für den es wissenschaftlich nicht mal irgendwie eine Grundlage gibt.

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    • hraban57 schreibt:

      Einfach mal ein wenig genauer lesen, bevor man sich unnötig „festbeißt“. In meinem Artikel habe ich zurecht „gefährliche Hunde“ hervorgehoben, ohne den Menschen zu zitieren, der in erster Linie aus JEDEM Hund mittels scharf machen, diesen gefährlich werden läßt. Ich setzte natürlich voraus, daß die Begrifflichkeit „Kampfhund“ bekannt ist. Und selbstverständlich rege ich mich zurecht über Rassismus auf! Deine Unterstellung ich sei „Hunde-Rassist“, entbehrt jedweder Realitiät.

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  2. LintuLumessa schreibt:

    Ach ja, ich studiere übrigens islamische Theologie und bin ehrenamtlich in einer Organisation die sich GEGEN Rassismus einsetzt. Also ich gehöre definitiv nicht zur rechten Ecke.

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  3. LintuLumessa schreibt:

    Wow, unangenehme Wahrheiten einfach löschen. Wirklich sehr erwachsen.

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