Echo 2018: Musik überschreitet längst ihre Grenzen


Nach Frei.Wild und Xavier Naidoo der nächste Fauxpas

Das gilt natürlich ebenso für die Meinungsfreiheit, die ganz besonders die Neue Rechte für ihre perfiden Zwecke zu nutzen weiß bis hinein in den Deutschen Bundestag mit dieser AfD. Einerseits sich aufs demokratisch verbriefte Recht freier Meinungsäußerung berufen, andererseits Naziverbrechen wie den Holocaust in Rap-Texten verhöhnen.

Da paßt was nicht zusammen, erst recht nicht, wenn bei der Echo-Verleihung Kollegah und Farid Bang einen Echo-Preis gewinnen, sie obendrein sich über Rocksänger Campino lustig machen dürfen, obwohl dieser zurecht deren Nominierung beanstandet hatte. Die Aufrechten sind wohl zu wenige – und zu alt?

Kommerz vs. künstlerische Qualität – Dennis Sand tritt ins Fettnäpfchen

Man kann es wesentlich genauer auf den Punkt bringen: Rassismus ist keine Meinung! Insofern gibt es keine Diskussionsbasis mit irgendwelchen Rappern, die meinen, sie müßten besonders ekelhaft die Gräueltaten der Nazis in ihren Texten hochhalten. Wenn obendrein ein nicht unübersehbarer Teil der Jugend jene „Musik“ kauft, dafür der Echo verliehen wird und daraufhin die Medien genau dies verurteilen, dann haben sie schlichtweg ihren Job getan.

Wer aber im Anschluß eine Debatte fordert, „Die Kollegah-Debatte muß endlich fair geführt werden!“, wie Dennis Sand in der Welt, der tritt allerdings gewaltig ins Fettnäpfchen. Wohl noch nicht genug von den zurückliegenden Fauxpas der Deutschrock-Gruppe Frei.Wild oder einem Xavier Naidoo, dessen „Marionetten“ gänzlich übers Ziel hinausschossen? Es schaut ganz danach aus. Wer Battlerap mit Verharmlosung von Rassismus und Rechtsextremismus verwechselt, den kann man nicht wirklich ernst nehmen.

Notos Quartett und Klaus Voormann geben ihre Preise zurück

Gut so. Während Wolfgang Niedecken sowie Campino ihren Unmut äußerten, Klaus Voormann als auch das Kammermusik-Ensemble Notos Quartett ihre Echo-Preise aus Protest zurückgaben, forderte Peter Maffey völlig berechtigt eine Aufarbeitung des Echo-Konzeptes.

Inzwischen soll der Bundesverband der Musikindustrie (BVMI) verkündet haben, das Konzept zu überarbeiten. Man darf gespannt sein, ob das gelingen mag, um derartige Grenzüberschreitungen in Zukunft zu verhindern.

Wir können eine Meinung vertreten, sie herleiten aufgrund unserer persönlichen Lebenserfahrung. Des öfteren muß man beobachten, daß gezielte Ansichten, Vorverurteilungen bis hin zu Haßtiraden ungefiltert übernommen werden, um sie an anderen Stellen entgleisen zu lassen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Musik

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