Mosambik: Miombowald durch Eukalyptus-Plantagen gefährdet


Firma Portucel Moçambique wird von der IFC unterstützt

Erneut beweisen Kapitalmärkte ihre unerschrockene Geschäftspolitik, die keinerlei Respekt vor der Natur haben, obendrein die Verarmung der ländlichen Bevölkerung in Mosambik billigend in Kauf nehmen.

Hatte zuvor besonders die Tabakindustrie für großflächig angelegte Rodung des Miombowaldes Malawis in dortiger Region Namwera gesorgt, plant nunmehr die Firma Portucel Moçambique zur Herstellung des hochwertigen Büropapierbedarfs der Navigator Company mit der Aufforstung von Eukalyptus-Plantagen, den Miombowald im Norden Mosambiks zu vernichten, wobei die internationale Entwicklungsbank, die International Finance Corporation (IFC), eine Sonderorganisation der UNO, finanziell partizipiert.

Eine Fläche fast dreimal so groß wie Berlin

Um sich ein wenig vorzustellen, von welcher Größenordnung die zu erwartende Rodung des betroffenen Miombo-Waldes hier die Rede ist, sei dieser Vergleich hilfreich. 237.000 Hektar entsprechen 2.370 km², nahezu die dreifache Fläche Berlins, welches rund 892 km² groß ist.

Papier kontra Natur – die Navigator Company (ehemals Portucel Soporcel Group) schafft jetzt vollendete Tatsachen, wenn die Weltgemeinschaft sie nicht aufhält, geht mit den Miombo-Trockenwäldern und Savannen ein ziemlich komplexer Lebensraum für etliche Tier- und Pflanzenarten verloren. Das Perfide dabei, die UNO mischt fleißig mit, die Weltbanktochter IFC ist mit 20 Prozent Anteilen involviert, der asiatische Markt soll mit 1,5 Millionen Tonnen Zellstoff bedient werden. Man beachte, daß seit 2012 der chinesische Geschäftsmann Jin-Yong Cai die IFC leitet.

ProSavana-Projekt alles andere als hilfreich

Sondern viel eher ein Desaster für die Menschen vor Ort. Es betrifft die drei Provinzen Nampula, Niassa und Zambezia im Norden Mosambiks, immerhin eine Fläche von nahezu 60.000 km², zum Vergleich größer als Baden-Württemberg und Hessen. Eine weitere Planung sieht gar eine Fläche von 140.000 km² vor.

Kleinbauern werden dort verdrängt, stattdessen im großangelegten Stil Nahrungsmittel und andere Agrarrohstoffe besonders für den Export produziert. Von einer Erfolgsgeschichte kann gar keine Rede sein, die sowohl die Regierung in Mosambik als auch die G7-Staaten für sich in Anspruch nimmt. Die mit Sitz in Barcelona sich befindende NRO Grain hat bereits vor knapp fünf Jahren auf das fortschreitende Landgrabbing in Mosambik hingewiesen mit dem neu installierten Pro-Savana Master-Plan.

Was muß noch alles geschehen, um all jene zu überzeugen, die weiterhin zögerlich derartige Projekte gewähren lassen, anstatt sie endlich zu verhindern? Jede Unterschrift, jede Einmischung ist durchaus hilfreich, je mehr sich beteiligen, desto größer die Chancen der Verhinderung solcher Vorhaben.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Naturschutz

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