Rückenprobleme trotz Fortschritt


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Vorprogrammiert ohne Muskelaufbau und aus-reichende Bewegung

Bereits am frühen morgen mit den ersten Sonnenstrahlen begaben sie sich auf die Felder, um diese zu bestellen. Das hieß, Furchen ziehen mit dem Pfluge, eggen, säen und später Unkräuter jäten, immer wieder hacken, düngen und am Schluß ernten. Was die Bauern vollbrachten, all jene in ebenso mühevoller Arbeit tagtäglich in den Hallen und Lagern schuften mußten für ein wenig Geld, um zu überleben. Wer kennt sie nicht, die Bilder von altgebeugten Menschen in völliger Fehlhaltung, weil meist mit sichtbaren Rückenproblemen belastet, ein Übrigbleibsel einer geknechteten Gesellschaft.

Allerdings sollte man sich keiner Illusion hingeben, es sei heutzutage besser geworden, weil der Fortschritt manch pfiffige Idee entwickelt zur Entlastung des gepeinigten Menschen, der weiterhin der Mühsal ausgesetzt von klein auf bis ins hohe Alter. Was nutzen alle Hilfsmittel und maschinell dienliche Kräfte, um dem menschlichen Körper die Arbeiten zu erleichtern, wenn eben kein stabiler Muskelaufbau förderlich wahrgenommen, obendrein täglich ausreichende Bewegung als unnötige Anstrengung verpönt verkümmert?

Was im Kindesalter verpaßt, belastet die Gesundheit der Erwachsenen

Schon mal einen Schulranzen angehoben, liebe Leser? Mit Sicherheit die Eltern, die noch mit wachsamen Augen das Leben kritisch reflektieren. Aber die große Masse an überforderten Menschen, die ohnehin einer profitgeilen Wirtschaft beruflich hinterherhinken, passen sich infolgedessen an, es ihr ja recht zu machen.

Das beginnt bereits bei den Erstklässerlern, wenn wohlbetuchten Eltern extra gute Schulranzen empfohlen werden. Was unter 140 € erst gar als qualitativ schlecht und unsicher gilt, offenbart in der Praxis meist die 200 €-Variante oder gar mehr. Was nutzen empfohlene Gewichtsrichtlinien, wenn bereits in den meisten Grundschulen das zu tragende Gesamtgewicht dem jungen Rücken zu sehr schadet? Doch wer das Pferd verkehrt rum aufzäumt, Kinder im jungen Alter hohe Gewichte zumutet, darf sich nicht wundern, wenn die Gesundheit der Erwachsenen bereits vorbelastet!

Immer öfters raten nicht zufällig Physiotherapeuten sowie alarmierte Kinderärzte vor zu wenig Bewegung bei vielen Kindern und Jugendlichen. Achten Sie mal darauf, wie leergefegt Dörfer, kleine Städte und auch Randbezirke der Städte wirken. Gehörte es früher noch zum gewohnten Bild aktiv sichtbarer Kinderscharen, möchte man sie heute akribisch suchen. Die Welt der Fernsehgeräte, Playstations und PCs hat sie längst in den Bann gezogen, man lümmelt sich mehr recht als schlecht, was zu frühen Haltungsschäden führt mit entsprechend dramatischen Folgen von Verspannungen bis hin zu komplexen Krankheitsbildern. Eine wohlwollende Geldquelle für vorschnelle Diagnosen bestimmter Ärzteschaft, die sich gern einfindet?

Rote Karte an die Pharmariesen und Weißkittel – einfache Prophylaxe die Lösung

Ärzte sind auch nur Menschen, und wer sich auf die Profitgier nimmersatter Pharmariesen einläßt, darf sich nicht wundern, abfällig meist zu Recht als Weißkittel von kritischen Patienten tituliert zu werden. Während viel zu oft nach vorschneller Diagnose bei vermutlichen Bandscheibenvorfällen zum Skalpell gegriffen, entsprechende Operationen vorgenommen werden, hierzulande immerhin rund 65.000 jährlich, wären prophy-laktische Lösungen nicht nur erheblich wirtschaftlicher, sondern ersparen den zukünftig Betroffenen einen schmerzhaft langen Leidensweg.

Was spricht dagegen, bereits Kindern vom Kindergartenalter an eine Rückenmassage mindestens einmal wöchentlich zu gönnen, selbstverständlich ausgeführt von staatlich geprüften Masseuren oder geschulten Physiotherapeuten, doch zumindest zu Beginn der Schulzeit dies zu fördern? Gar nichts, sondern unbedingt eine ziemlich wirkungsvolle Maßnahme darstellt, die aber nur dann sich sinnvoll ergänzt, wenn gleichzeitig auf genug richtige Bewegung und ausgleichende Körperhaltung geachtet wird. Dies könnte in Kindergärten und Schulen kostenlos angeboten werden, zumal solch prophylaktische Angebote bei weitem teure Medikamente und anhängige OPs verhindern helfen und vor allem um ein Vielfaches kostengünstiger sich auswirken für unser Gesundheitssystem.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesundheit

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Eine Antwort zu Rückenprobleme trotz Fortschritt

  1. bomedus schreibt:

    Hallo Lotar, danke für diesen Artikel. Er hat mich ein weiteres Mal richtig wütend gemacht auf unser ganzes Schul- und Gesundheitssystem. Leider triffst du mit deinen Aussagen voll ins Schwarze. Bereits von Klein auf wird daran gearbeitet, früher oder später Rückenprobleme zu entwickeln. Am Ende kostet das die Kassen dann oft noch mehr.. dein Vorschlag von Anfang an auf Physio zu setzen, ist somit in vielen Hinsichten sinnvoll (natürlich nur wenn den Kindern zusätzlich auch nicht mehr ganz so viel Gewicht zum Tragen zugemutet wird). Dazu gehört ganz klar Bewegungsförderung der Kassen für die Erwachsenen, evtl. durch Vergünstigungen o.ä… Schön, dass das ganze Thema mal angesprochen wurde. Ich hoffe viele Menschen lesen deine Zeilen noch und denken auch darüber nach. Gruß

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