Jedem Tierchen sein Pläsierchen


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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Die Luft ist raus – kennt man doch, oder? Jenes resigniertes Aufbäumen, nachdem verstärkt nahezu alles versucht wurde, um mit Biegen und Brechen wenigstens einen klitzekleinen Hoffnungsschimmer am Horizont erahnen zu dürfen. Aber nach etlichen Versuchen möge mit dem Zusammenbruch das Desaster des Aufgebens vorherrschen, selbst ein Restfunken Optimismus entschwinden.

Klingt ein wenig zu pathetisch? Vielleicht. Andererseits, schauen wir doch mal etwas genauer hin, was da in letzter Zeit uns eigentlich aufhorchen lassen sollte, welche Fehlentwicklung zu solch einer Einschätzung führt. Die Welt schien ein Stückweit in Ordnung während der Balance des Kalten Krieges. Mit dem Fall der Mauer kamen die eigentlichen Mauern in den Köpfen derjenigen zum Vorschein, die im Stillen schon immer Intoleranz am Liebsten ausgelebt hätten, frei nach der Facon, weg mit dem „Kanakenpack“.

Es sieht sehr danach aus, ansonsten kann man sich kaum jene 13 Prozent erklären, die exakt diesem rechtsradikalen Weg blind folgen! Obendrein erhalten solch nationalistische Gedanken einen ekelhaften Rückhalt mit Blick gen USA, Ungarn, Österreich, Russland und tendenziell in manch anderen Staaten. Nichts aus der Geschichte des letzten Jahrhunderts gelernt, geschweige denn sie tatsächlich umgesetzt? Im Gegenteil, sie wird fahrlässig nahezu wiederholt.

Richtig, es schwingt ein Funken Hoffnung zumindest beim Schreiber jener Zeilen hier, daß der große Rest hierzulande sich nicht beirren läßt. Doch manche „zündeln“ bereits innerhalb der CDU, um auf Stimmenfang zu gehen, indem ein Zurück von Frau am Heim und Herd folgen möge. Was jene Neuen Rechten können, die Union erst recht. Na, wenn da mal der Schuß nicht nach hinten losgeht! Es sei denn, Frau will ihren Kampf der letzten Jahrzehnte willenlos über Bord schmeißen und mir nichts dir nicht hinnehmen. Tatsächlich?

Jedoch sollte es nicht simpelst lauten, jedem Tierchen sein Pläsierchen. Das funktioniert schlichtweg nicht, weil zu viele Widerstände im Raum sind, die sich letztlich entfalten wollen. Am Ende per Gewalt, die ohnehin schon längst Wege aufzeigt, die erschreckende Formen annehmen, denken wir an Terroranschläge, bis hin zu den gestrigen, Fahrzeuge als Waffen eingesetzt wurden, um Menschen zu töten. Jede Gesellschaft offenbart das Spiegelbild ihrer ungelösten Probleme im Kleinen wie im Großen. Letzteres geschieht noch nicht vor Ort, in Europa, aber in anderen Krisen und kriegerischen Konflikten, während Politik sich selbst ihrer Verantwortung zunehmend entzieht.

Sie hat die Verpflichtung, soziale Not erst gar nicht zuzulassen, wenigstens alles zu tun, um sie schnellstmöglich zu beenden. Das trifft nicht zu mit Blick hinsichtlich der Wohnungsnot, die negtive Steigerung von Hartz-IV in ein neues Gedankenmodell, welches erst recht Ausbeutung vorantreibt per Ausbau des Niedriglohns. Um es mal auf den Punkt zu bringen: moderner Sklavenhandel! Wer sich weigert, darf dann früher verenden, frei nach dem Satz des SPD-Mannes Franz Müntefering: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen. Widerlich!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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