Arbeitswelt: Vom Raubrittertum zu globalen Konzernen


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Letzte Ressourcen gewinnbringend aufteilen

Keine Zeit, genau dies verkünden immer mehr Menschen, entgegnen sie anderen, ihren Freunden und engsten Familienmitgliedern, obwohl der Tag stets 24 Stunden hat. Dabei schwingt meist noch ein Unterton der Verzweiflung, der Hektik und gewißer Ent-schuldigung mit, was unbewußt ein Zeichen des Bedauerns sein soll, viele lieber eben sich danach sehnen, die Ruhe für ihre Vertrauten aufbringen zu können.

Streckt Euch nicht nach den Vorgaben einer knallharten Arbeitswelt, die den Menschen keineswegs berücksichtigt, sich in der Regel an der Konkurrenz orientiert, an die Gewinne, den Profit, der natürlich in den Chefetagen der Manager hängen bleiben soll. Raub-rittertum war gestern, die Länder längst verteilt, heute herrschen globale Konzerne, um sich die letzten Ressourcen gewinnbringend aufzuteilen, während „Humankapital“ unter-einander verteilt wird.

Weg von der 35-Stunden-Woche zum Niedriglohn

Längst hat auch Europa, allen voran Deutschland, das US-amerikanische Wirt-schaftssystem übernommen, soziale Standards teilweise dramatisch abgebaut, denken wir an die sozialrassistischen Hartz-IV-Gesetze hierzulande. Wer früher noch als ein Elternteil seine Familie allein ernähren konnte, darf heute sich glücklich schätzen, wenn beide Teile über die Runden kommen. Die Reallöhne sind kontinuierlich gesunken, die Lebens-haltungskosten überproportional gestiegen.

Dabei richtet sich der gesamte Arbeitsmarkt nach den Vorgaben einer menschen-verachtenden Wirtschaft. Hatte noch Ende der 1970er Jahre bis hinein in die 1980er der Gedanke der 35-Stunden-Woche vielerlei Lichtblicke bedeutet, vor allem mehr Freizeit der Arbeitnehmer, was wiederum der gesamten Familie zugute kommt, verabschiedete sich ziemlich forsch die Politik Hand in Hand mit der Wirtschaft davon, die Segnungen des Niedriglohnsektors im Auge, was gleichbedeutend mit sozialer Unsicherheit, das Schaufeln der Gelder von unten nach oben beinhaltet, da Eliten den Hals nicht voll genug kriegen. Die Politik selbst hat hierbei die Belange des Volkes verraten, sich den Kapitalvorgaben untergeordnet. Im Prinzip nichts neues, denken wir an alte Herr-schaftssysteme.

Lohnabhängigkeit hält Bürger in Schach

Die Menschen werden letztlich erpresst von einer Wirtschaftspolitik, die dessen Wohl-ergehen nicht mehr berücksichtigt, sondern sich stets nach den Vorgaben des Globalismus richtet, die Konzerninteressen umsetzt. Dabei ist kein Platz mehr für soziale Aus-gewogenheit, Gesundheitsfürsorge, das Wohl der Familien.

Inzwischen hat sich der angepaßte Arbeitnehmer eingerichtet, zu seinem Schaden, denken wir an die Berufspendler, deren Einbußen, die gar gesundheitsschädlich, keine Zeit mehr für die Familien vorhanden ist. Das wiederum bringt entwurzelte Kinder mit sich, die später unter den Folgen zu leiden haben, Beziehungsfähigkeiten einbüßen. Solange wir nicht erkennen, daß die Wirtschaft dem Menschen zu dienen hat und nicht umgekehrt, wie es immer noch angewandt wird, ändern sich solche dramatischen Verhältnisse nicht.

Die Umsetzung anderer Wege scheint zunächst nicht schnell eingeleitet werden zu können, da nach wie vor die Wirtschaft selbst weit entfernt von einem Umdenken. Erst wenn die Gesellschaft selbst der Politik den notwendigen Druck vermittelt, sie gar abstraft, besteht überhaupt eine Chance auf Änderung. Dazu benötigt es noch mehr leidvolle Erfahrungen, obwohl genug Indizien deutlichst aufzeigen, inwieweit die Selbst-verständlichkeit der Erpressung fortgeschritten.

Mensch steht in Abhängigkeit zum Job selbst, der sein Leben garantiert, will er sich nicht den noch schlimmeren Zwängen eines Hartz-IV-Systems aussetzen. Mit der Angst jener Konstellation versteht es die Politik als Steigbügelhalter einer inhumanen Wirtschaft, die Bürger in Schach zu halten. Diese sollten sich davon befreien.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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