Radfahren: In der Welt der Zweiräder ohne Motor


https://pixabay.com/de/fahrrad-verkehr-zyklus-transport-1167547/

pixabay.com

Gefahren lauern ständig im Straßenverkehr

Genauso wie es Menschen gibt, die überhaupt nicht schwimmen können, gilt dies für all jene, die das Gleichgewichthalten auf dem Fahrrad weder in Kindertagen lernten noch als Erwachsene es je wieder versuchten. Wie schön wer’s dennoch kann und dabei aktiv geblieben weiterhin auf dem Drahtesel vorlieb nimmt.

Radfahren allerorten eine alltägliche Selbstverständlichkeit oder doch mit unterschiedlichen Hürden belastet, zwischen Spaß, Rücksichtslosigkeit und realer Armut? Werfen wir mal einen differenzierten Blick in die Welt der Zweiräder ohne Motor oder Hilfsmotor, wo mit Muskelkraft noch in die Pedale getreten ein Vorwärtskommen abhängig von jeweiliger Kondition greift, auch im Zusammenspiel zwischen Technik und diversen Hindernissen je nach Strecke.

Wenn beim Spaßfaktor Uneinsichtigkeit folgt

Sonntagnachmittags mal einen Fahrradausflug unternehmen zusammen mit der gesamten Familie, womöglich auf einem sicheren Fahrradweg im Sonnenschein mit genügend Schattenoasen mittels entsprechenden Bäumen am Wegesrand, welch ideale Vorstellung, die niemand vergönnt sei.

Allerdings haben einerseits solche Exkursionen sicherlich einen hohen Spaßfaktor, während andererseits dieser ein jähes Ende erfährt, da ein eigentlich problematischer Verkehrsalltag sowie eine nicht zu übersehende Uneinsichtigkeit folgen. Interessant wird es vor allem, wenn bestimmte Geschwindigkeits-Verordnungen ins Gespräch kommen, wie etwa die Überlegung einer 30 km/h-Zone in Städten und plötzlich Radfahren attraktiv ist, nachdem die Briten Tempo 30 in ihren Städten getestet hatten.

Daß dabei der ADAC nicht unbedingt Begeisterungsarien zum Besten gibt, kann man zwar aus der Sicht des Motorclubs nachvollziehen, dennoch die Intervention des damaligen Bundesverkehrsministers schon weniger, schließlich ist der Radverkehr Bestandteil seines Ministeriums. Oder darf man hier unterstellen, daß die wirtschaftliche Rentabilität der Autoindustrie die Radpolitik letztlich bestimmt?

Das Wegdrängen der vermeintlich schwächeren Verkehrsteilnehmer führt nur zu unnötigen Spannungen bis hin zur Intoleranz, mal abgesehen davon, daß Radfahrer zunehmend einfach mehr Platz brauchen in deutschen Großstädten. Aber anstatt die Zeichen der Zeit deutlich zu erkennen, werden einfach die zuständigen Gelder zum Ausbau der Fahrradweginfrastruktur wieder minimiert trotz zunehmend mehr Radfahrern.

Prinzip des Stärkeren setzt deutliche Grenzen

Schon mal versucht aufs Recht zu pochen, wenn ein Scania-40-Tonner Ihnen eindeutig die Vorfahrt nimmt? Sie bremsen lieber ab, die Masse an Gewicht rauscht unbeeindruckt weiter. Täglich zu beobachten, wie Autofahrer Radfahrer schneiden, oftmals der Sicherheitsabstand beim Vorbeifahren zwischen Kfz und Zweirad viel zu gering ist oder nach dem Parken der Radweg übersehen wird beim Türöffnen, anderseits sich aber auch Radfahrer selbst in erhebliche Gefahr begeben, in dem sie Verkehrsregeln dreist mißachten, wie entgegengesetzt eine Einbahnstraße befahren, rote Ampeln ignorieren oder die Fahrradbeleuchtung zu spät einschalten.

Trotz alledem sollte man nicht die Unfälle unterschätzen, die zwischen Radfahrern und Fußgängern geschehen. Hierbei zeichnet sich manchmal ebenso eine gewiße Rücksichtslosigkeit ab, weil dabei der „schwächere Fußgänger“ gefährdet wird.

Luxusgut Auto ade – Fahrradfahren eine Alternative zur Armut?

Während die Schere zwischen Arm und Reich stetig weiter auseinanderklafft, erfreuen sich die Wohlbetuchten über ihren Zweit-, Dritt- oder Egal-wievielten-Wagen, der Langzeitarbeitslose, gemaßregelte Hartz-IV-Empfänger Abschied nehmen muß vom Luxusgut Auto, obgleich ständig dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen hat. Die öffentlichen Verkehrsmittel werden es schon richten, allerdings nur dort, wo auch die Verkehrsstruktur dies zuläßt.

Auf dem Lande läuft oftmals ohne Auto gar nichts, toll, wer dann mit dem Rad unterwegs sein kann. Fahrradfahren eine Alternative zur Armut? Sicherlich, wenn kein Wolkenbruch nervt, im Winter Schnee und Eis ausbleiben oder man einen Anhänger hat, falls große, sperrige oder schwere Lasten besorgt werden müssen. Obwohl bekanntlich in Deutschland das Armutsrisiko am größten sich offenbart, kein Problem, Augen zu und durch, es finden sich immer Lösungen, oder?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Gesellschaft abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s