Ausweisung russischer Diplomaten gefährlich deplatziert


Allianz mit Großbritannien zum Giftanschlag unbegründet

Die Falle schnappt zu aus der Sicht all derjenigen, die gezielt Öl ins Feuer gießen, um Russland als erklärten Feind zu betrachten, der böse Absichten hegt. Was früher einmal die irrational sich hochschaukelnde Paranoia beinhaltete, die alte UdSSR würde die Welt in den Kommunismus verbannen, um daraufhin den Kalten Krieg zu begründen, allen voran seitens den USA, scheint sich doch tatsächlich nach dem Giftanschlag in Großbritannien gegen den Ex-Spion Skripal zu wiederholen.

Die rasch beschlossene Ausweisung russischer Diplomaten von etlichen EU-Staaten, den USA sowie manch anderer Länder, Australien schloß sich als 24. Nation jener Allianz mit Großbritannien an, muß als gefährlich deplatziert bezeichnet werden, ist letztlich mangels Beweisen unbegründet.

Russland kündigt Gegenmaßnahmen an

In der Sprache derjenigen, die schnell das „alte Feindbild“ gegen Russland als willkommene Maßnahme für ihre Zwecke nutzen wollen, eine gute Gelegenheit per Sanktionen zu reagieren. Welch fadenscheinig voreilige Rückschlüsse, die dabei gezogen werden! Obwohl völlig unklar, wer tatsächlich hinter dem Giftanschlag steckt, obendrein bei der Frage, wer letztlich von diesem profitiert, gleichwohl andere Möglichkeiten bestehen.

Natürlich sollte man auch diese Argumente abwägen, daß russische Oligarchen in Großbritannien Putin ans Leder wollen, zumal der Zeitpunkt vor dessen Wahl zum Präsidenten ins perfide Konzept paßt. Gleichzeitig bleibt zunächst Russland nichts anderes übrig, um ebenso Gegenmaßnahmen anzukündigen.

Warnende Stimmen bleiben ungehört?

Die Festlegung, die Journalistin Gabriele Krone-Schmalz als Putin-Versteherin zu degradieren, wie dies jüngst in Maischbergers Talk-Show unter dem reißenden Titel „Trump oder Putin: Vor wem müssen wir mehr Angst haben?“ geschah, zeigt die festgefahrene Vorgehensweise jener Hardliner, die ein simples Feindbild gen Russland vielmehr fördern wollen.

Anstatt tunlichst zu differenzieren und somit zu hinterfragen, was wirklich hier just geschieht, folgt eine vorschnelle, einseitige Verurteilung. Auch der ehemalige EU-Kommissar Günter Verheugen meldet Bedenken, inwiefern unüberlegt reagiert wurde, Sanktionen aufgrund von Vermutungen zu beschließen.

Im Kontext weltweit zunehmender Konflikte nutzt dieser längst entfachte neue Kalte Krieg all denjenigen, die sich Profite durch Kriege versprechen. Es liegt somit an wachen Geistern, die Reißleine rechtzeitig zu ziehen, bevor eine derartig unerschrocken leichtfertige Eskalation sich in einen dritten Weltkrieg verselbständigt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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