Die Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg


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Ein historischer Rückblick

Der Zweite Weltkrieg hat schließlich sein Ende gefunden. Darf die Welt befreit aufatmen? Die Geschichte zeigt es uns, wenn wir denn bereit dazu sind, rückblickend zu erkennen.

Die 1950iger Jahre waren europaweit geprägt vom Aufbau, in manch weltweiten Teilen ebenso, denken wir nur an die furchtbare Zerstörungsgewalt der zwei Atombomben, die von den USA auf Japan abgeworfen schreckliches Leid verursachten. Unweit davon der Zweite Indochinakrieg aufflammte. In mehreren europäischen Staaten herrschten weiterhin Despoten, wie in Portugal, Spanien und Jugoslawien, Deutschland geteilt durch die Befreiung der Westmächte und Unterdrückung im Osten durch die Sowjetunion.

Die Gesellschaft schien aufzuwachen

In den 1960iger Jahren entwickelte sich ein weltweiter Prozeß des Aufwachens beim Aufblühen der entstehenden Konsumgesellschaft. Einerseits verschärfte sich der Ost-Westkonflikt durch Mauerbau und dem Beginn der Hochrüstung beider Weltmachtstaaten, andererseits eskalierte der Vietnamkrieg zur Farce mit vielen Opfern. Es folgte das Ende der Kolonialmächte, die befreiten Staaten wurden unabhängig. Gleichzeitig zeigte sich ein neuer Widerstand initiiert durch die Befreiung konservativer Moralvorstellungen, deren ganze verlogene Tragweite entlarvt wurde, gegen Ende des Jahrzehnts stand eines fest: Make love, not war, während endlich der Mann im Mond als Mär verschwand, aber der erste Schritt eines Menschen den Erdtrabanten erreichte.

Entwicklungen brauchen ihre Zeit, bis sie angekommen sind in den Völkern. Gleich zu Beginn der 1970iger Jahre setzte die Ölkrise ein Zeichen: Unsere Ressourcen wurden als begrenzt erkannt. Bürger- und Protestbewegungen setzten sich verstärkt fort, die Menschen wollten nicht mehr einfach alles schweigend hinnehmen, die Konsumgesellschaft entpuppte sich als trügerisch, während die Politik keineswegs die Stimmen erkannte, sondern hochgerüstet ihren Kurs fortsetzte. War mit dem Nato-Doppelbeschluß der beinahe stattgefundene Atomkrieg verhindert worden? Zunächst mal schon, auch wenn am Ende des Jahrzehnts die Sowjetunion in Afghanistan einmarschierte.

Am Ende der 1980er tatsächlich eine Wende?

Die 1980iger Jahre das Jahrzehnt, welches das Ende des Ost-West-Konfliktes einleitete? Unbedingt im Nachhinein. Ausgerechnet das stets überrannte Polen war es, welches mit Lech Walęsa und seiner Solidarność den Beginn vollzog. In Deutschland auf der einen Seite die große SPD von der kleinen FDP hintergangen wurde, um den Weg der bevorstehenden Kohl-Ära zu ebnen, andererseits Bürgerprotestler sich in der Partei der Grünen wiederfanden und deutsche Politik mitgestalteten. Die Umwelt stand im Fokus und erhielt eine Chance.

Mit dem Mauerfall und der Fortsetzung der Kohl-Regierung in Deutschland waren die 1990iger Jahre geprägt von den Versuchen, zwei grundverschiedene deutsche Staaten zusammenzuschweißen, während tatsächliche Unterschiede in verbalen Vorurteilsdebatten mündeten, ein Ende dessen nicht in Sicht. Was der wache Politiker Oskar Lafontaine voraussagte, fand tatsächlich statt: Die hochgefeierte Wiedervereinigung kostete die Menschen sehr viel Geld, Enteignung und Bereicherung derjenigen, die dies von Beginn an kaltschnäuzig geplant hatten!

Das erste Jahrzehnt des neuen Jahrtausends war gleich zu Beginn eingeläutet worden als das Argument zum Ende der Bürgerrechte, staatliche Überwachung begünstigt durch einen Terroranschlag gegen die Weltmacht USA. Ob inszeniert oder nicht, weltweite Folgen standen an. Schurkenstaaten wurden ausgemacht, die atomare Bedrohung durch Weltmächte abgelöst mit der längst vollzogenen Möglichkeit vieler Terrorzellen, die niemand ausmachen konnte, es sei denn, sie waren entlarvt. Heimtücke vielerorts, das Jahrzehnt der gezündeten Selbstmordattentäter hatte seinen traurigen Höhepunkt, während weiterhin weltweite Hungersnöte statt abzunehmen eher zunahmen. In Deutschland entwickelte der Hoffnungsträger SPD zusammen mit den Grünen die größte Soziallüge: die Hartzgesetze, eine unerträgliche Form des Sozialrassismus!

Wie verläuft das zweite Jahrzehnt bisherig?

Zunächst durfte man davon ausgehen, daß gerade das Zeitalter des Internets eine enorme Chance bot, daß gut organisierte Geister weise handelnd Menschen zusammenführen. Die Wirklichkeit offenbarte das vielfach eben nicht. Rechtsextremismus breitete sich viel eher aus.

Die Bevölkerung ließ sich neben dem Medienspektakel auch von jener Entwicklung ablenken, während die Politik in trauter Verbundenheit mit einer Wirtschaft der Konzerne den Kurs der Unterdrückung und Ausbeutung eiskalt fortsetzt. Die weltweiten, meist friedlichen Widerstände waren zunächst ein deutliches Zeichen dafür, daß das Ende der Herrschaft des Kapitalismus in dieser Form stattfinden sollte. In den verbleibenden knapp zwei Jahren schaut es allerdings eher düster aus, ein erneuter kalter Krieg entflammt, gleichzeitig nehmen weltweite Krisen und Kriege zu.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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