Freie Selbstbestimmung in Frage gestellt


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Abhängigkeiten belasten den Alltag

Die Menschheit befindet sich seit jeher in Abhängigkeiten. Der Wunsch von einer gewißen Unabhängigkeit bleibt ein Traum, eine Illusion. Das wirklich Tragische aber offenbart sich dabei, wenn wir uns vergegenwärtigen, welchen Preis die Menschen bezahlen müssen auf den vielen Wegen der nicht erreichbaren Unabhängigkeit. Geschichtlich betrachtet, gibt es da überhaupt keine Zweifel.

Natürlich bewahren wir uns ein großes Stück an Unabhängigkeit in unserem Denken, in der freien Selbstbestimmung. Man kann sogar soweit gehen, zu behaupten, daß ausschließlich nur das Denken selbst wirklich frei und unabhängig ist.

Was sind die wahren Hintergründe einer ständigen Vereitelung von Unabhängigkeiten?

Wenn wir uns das ganze Ausmaß, die Bandbreite der Möglichkeiten betrachten, inwieweit es reell eine gewiße Unabhängigkeit gibt, kommt man eigentlich zu dem Ergebnis, daß nur eine bestimmte Stellung, Reichtum überhaupt hilf- und dienreich vorhanden sein muß, um in den Genuß zu gelangen. Mit anderen Worten, je mehr Geld und Macht, um so unabhängiger. Dies zieht sich wie ein roter Faden quer durch die gesamte Geschichte der Menschheit.

Sämtliches Bestreben hat sich genau nach diesem Ziel gerichtet. Arme und mittellose Menschen befanden sich daher stets in einer extrem gefährlichen Abhängigkeit. Gefährlich deshalb, weil sie auf Gedeih und Verderb der „unabhängigen Klasse“ ausgeliefert waren. Das ist bis heute noch so, und zwar vollkommen erschreckend selbstverständlich. Beispiele gefällig?

Schauen wir uns doch jene politisch weitreichend verkehrte Weichenstellung einmal etwas genauer an, in diesem Kontext die Hartz-IV-Gesetzgebung. Ein dramatischeres Paradebeispiel für eine Abhängigkeit ist wohl kaum auffindbar in Staaten, die den Anspruch nach außen hin tragen, sozial zu sein. Gleichzeitig offenbart sich hier auch ganz schnell die Perversität im Umgang mit Menschen. Wieso pervers? Wenn wir uns vergegenwärtigen, wie simpel doch die Hartz-IV-Gesetze gestrickt sind, was eine demütigende Bevormundung Menschen gegenüber bedeutet, dann scheint diese Formulierung wohl doch zuzutreffen.

Wie kann es sein, daß Menschen, die heute arbeitslos werden, und die nach einem Jahr erfolgloser Jobfindung in die Hartz-IV-Falle geraten, daß dabei ein Vater oder eine Mutter z.B. sämtliches angespartes Geld für das Studium des Kindes wieder abgeben muß, bevor sie in den Genuß staatlicher Fürsorge geraten? Hierbei werden gleich zwei Generationen geschwächt. Der Unabhängige hat dem Abhängigen gezeigt, wo’s langgeht!

Konzerne werden hingegen hofiert

Gleichzeitig ist die Frage zu stellen, warum auf der anderen Seite das Großkapital immer dreister und offensichtlicher hofiert wird. Erinnern Sie sich noch an den Fall des Nokia-Konzerns in Bochum? Damals hat auch dieser schamlos hohe Subventionen kassiert, an dieser Stelle sei betont, daß da immer zwei dazugehören: Jemand, der diese zur Verfügung stellt, in diesem Fall eine äußerst fragwürdige Politik und natürlich die Nutznießer.

Anschließend wurde einfach mit dem ganzen Werk mal umgezogen, dorthin, wo die Lohnkosten geringer waren sowie die Umweltauflagen. Für die Konzernleitung ein gewinnträchtiges Geschäft, für die abgezockten Menschen bedeutete es Arbeitslosigkeit. Das Ganze wird übrigens als Globalisierung benannt, letztlich ein Beispiel des Raubtierkapitalismus. Hierbei zeigt sich ziemlich deutlich das Verhältnis zwischen der Unabhängigkeit und der Abhängigkeit.

Muß diese Einbahnstraßenentwicklung sich zwangsläufig ewig so fortsetzen?

Keinesfalls. Es liegt lediglich an uns Menschen selbst, ob wir die Zusammenhänge erkennen, vor allem auch wollen, um dann anschließend mit entsprechendem Nachdruck zu handeln. Natürlich wird es niemals eine Unabhängigkeit geben können, eben weil das Leben selbst immer von Abhängigkeiten geprägt ist, schauen Sie einmal in die Natur, aber auch in die natürlichen Geschehnisse dieser Erde, wie z.B. Vulkanausbrüche, Stürme, Erdbeben, Wetterkapriolen etc.

Andererseits müssen wir uns dabei von dem unnötigen Druck ständiger Abhängigkeiten befreien, wenn diese unbedingt als „hausgemacht“ entlarvt sind. Es kann und darf nicht sein, daß weiterhin Ungerechtigkeiten hingenommen werden, die schon ziemlich lange hätten beendet werden müssen, wie Hungersnöte, zu großer, maßloser Reichtum.

Solange die Menschheit dies immer noch hinnimmt ohne tatsächliche Änderungen, werden Abhängigkeiten eher wieder zunehmen, wobei dann erneut soziale Spannungen und Kriege folgen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Eine Antwort zu Freie Selbstbestimmung in Frage gestellt

  1. Leander schreibt:

    Wie einfach, mal wieder die Verhältnisse zu bejammern! Dass es nicht nur Reiche sind, die den Hartz4Beziehern nicht mal das Wenige gönnen, das die bekommen, kommt nebenbei gesagt nicht vor. Und schon gar nicht wird konkretisiert, was das „nicht mehr hinnehmen“ denn konkret bedeuten soll. So schimpft es sich dann locker und folgenlos daher….

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