Wendelin


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Wendelin
kaufte sich ein Trampolin,
darauf sprang er täglich
auf und ab, anfangs spärlich,
weil ihm die Puste fehlte,
Sport ihn schon immer quälte.

Nebenan im Nachbarhaus
wohnte seit kurzum Fräulein Kraus,
der Gartenzaun war zu hoch,
nirgends ein geheimes Guckloch,
kein Fenster auf dieser Hausseite,
das Trampolin seine Neugier befreite.

Beim Springen hoch nach oben,
er sah ihren Busen, der war zu loben.
Während er neuen Schwung holte,
sein Herz sich für kurze Zeit erholte.
Das Fräulein hatte nicht nur diese Vorzüge,
sicher war, so ein Gesicht niemals betrüge.

Er sprang, hüpfte den ganzen Sommer lang,
den Herbst hindurch bis zum Jahresanfang.
Wendelin erschlankte sichtlich, war muskulös,
Silvester wollte er mit ihr feiern pompös.
Freunde, alle Nachbarn lud er ein,
sein Begehren sollte noch Geheimnis sein.

Fräulein Kraus brachte ihre Freundin mit,
Wendelin beobachtete sie auf Schritt und Tritt.
Er erhoffte sich eine Umarmung um Mitternacht,
konnte kaum erwarten, bis es endlich kracht.
Sie gab ihm sogar ein Küßchen am ersten Jänner,
flüsterte, es schad` is! Ich steh auf dicke Männer!

Nafia

Kategorie: Gedichte

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