Eiertanz um die Frauenquote ein Paradebeispiel


Das angeblich schwächere Geschlecht nach wie vor benachteiligt

Ganze Kerle machen keine halben Sachen, sondern pochen auf ihr Recht. Und dieses währt schon ziemlich lange, wo bei der Frage, ob es ein Matriarchat überhaupt jemals gegeben haben soll, bis heute die Geister sich scheiden, Experten allerdings sowohl bei den Historikern als auch den Feministinnen selbst die Meinung vertreten, es habe nie stattgefunden.

Aber woher stammt diese Einstellung des männlichen Geschlechts, das Ruder über-nehmen zu müssen? Beschränkt es sich einfach nur auf den Umstand, daß er kriegerisch jagend und beutesuchend, die Familie schützend durch die Gegend streifte, während sie die Mahlzeiten zubereitete, den Nachwuchs gebar und großzog? Mehr Muskelmasse als der Stärkere beansprucht für sich die Herrschaft über das scheinbar schwache Geschlecht?

Das Patriarchat somit eine uralt festgelegte Gesellschaftsform aus der kein Entrinnen möglich ist, Frauen sich unterzuordnen haben? Sowohl im Buch Genesis als auch im späteren Koran selbst sind da Adam und Eva. Dem aus Lehm erschaffenen Adam wird, weil Gott vergessen hat ihm ein Weib zu kreieren, eine Rippe entnommen, um daraus Eva zu formen. In diesem Glauben wird bereits die Dominanz des Mannes betont, Adam entdeckt in sich den Mann und in seinem Gegenüber die Frau.

Wenn du zum Weibe gehst, vergiß die Peitsche nicht!

Jetzt können Sie sich natürlich fragen, was dieser Satz aus Friedrich Nietzsches „Also sprach Zarathustra“ hier verloren hat, weil doch der starke Mann gefälligst die Frau beherrschen sollte? Nun, liebe Leser, ganz einfach. Diese Provokation des Philosophen wollte lediglich verdeutlichen, auch wenn sie bis heute noch oftmals mißverstanden wird, was die Urängste beider Geschlechter innehaben.

Der Mann möchte eben nicht seiner Freiheit beraubt werden, eingesperrt sein, sondern sich frei fühlen, auch wenn er eine Höhle gefunden hat. Die Frau spürt den Drang des Mannes nach Freiheit, bezweifelt, daß er sie meint, stellt ihn daher ständig auf die Probe und gibt sich erst dann zufrieden, wenn er die Liebe beteuert, sie wirklich will und diese ihr zeigt. Die Peitsche letztlich Ermahnung des Mannes an sich selbst, entweder dem Schoß treu zu bleiben oder eben rastlos dem nächsten Rock hinterherzuhecheln? Liegt darin auch der Schlüssel innerhalb der Gesellschaft im Verborgenen, warum Mann und Frau sich dermaßen ungleich gegenüber verhalten?

Feilscherei um Frauenquote ein Armutszeugnis

Schauen wir uns die Berufswelt an, hat sich in den letzten Jahrzehnten so einiges geändert. Männerberufe sind längst kein Tabu mehr für Frauen, die völlig zurecht für sich in Anspruch nehmen, es mindestens wenn nicht gar besser hinzukriegen als ihre männlichen Kollegen. Dabei werden sie stets wesentlich höheren Anforderungen unterzogen, um gefälligst nonstop Höchstleistung zu beweisen, damit das Vorurteil auf der Lauer liegend bedient wird.

Den umgekehrten Fall sollten wir aber ebenso erwähnen, wenn Frauenberufe von Männern gemeistert werden. Natürlich gibt es im Ying-und-Yang-Gerangel stets genau die Unterschiede, die halt Mutter Natur uns gegeben hat: kleine, schwächliche Männer, große und starke Frauen sowie das meist übliche Gegenteil. Dazwischen agiert Geist, Intelligenz und die Persönlichkeit eines jeden, um im Berufsleben sich zu bewähren.

In der Politik versuchen es derzeit Politikerinnen der neuen Großen Koalition, – ob nur aus Publicity-Gründen, bleibt mal dahingestellt, schließlich hatten die beiden Parteien sehr viel Gelegenheit in den letzten Jahren während ihrer Regierungsverantwortung, dies zu verbessern -, die Frauenquote für den Bundestag erneut anzuschieben. Daß der Anteil so niedrig wie seit knapp 20 Jahren nicht mehr, sollte nachdenklich stimmen.

So oder so, eine Gesellschaft, die wirklich für sich in Anspruch nehmen möchte, Emanzipation zu leben, kann gar nicht anders, als Frauen tatsächlich gewähren zu lassen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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