Aufklärungsunterricht läßt Zwischenmenschlichkeit missen


Wenn man sich nicht riechen kann

Manche können sich sicherlich noch an den Aufklärungsunterricht, genannt Sexualkunde-Atlas, erinnern, der ab 1969 bundeseinheitlich für Schulen freigegeben wurde. Für viele Kinder und Jugendliche die erste anatomisch erklärte Sexualaufklärung. Frühere Generationen haben dieses Wissen über Um- und Schleichwege erfahren. Antworten auf die Frage, wo komme ich her, wurden oftmals, wenn überhaupt in dem märchenhaften Lügengebilde des kinderbringenden Storches zusammengefaselt. Der Vergleich mit der Biene und der Blüte trieb schon manchem Erwachsenen die Röte ins Gesicht.

Die Natur, Schöpfung hat jeder Wesensart eine andere, teils ähnliche Form des Zueinanderfindens, um die Arterhaltung aufrechtzuerhalten, gegeben. Bei den meisten Säugetieren, Ausnahmen bestätigen die Regel, spielt der Geruch eine wichtige Rolle.

Auch wenn heutzutage von den modernen Menschen eher die vielen Varianten von Parfüms, Deos oder sonstigen kosmetischen Mitteln ausströmen, so beinhaltet der Satz: Ich kann den nicht riechen, genau diese Komponente. Diese Feststellung treffen wir meist in den ersten Sekunden, wenn wir Menschen neu begegnen. Es bedarf keinerlei Abwägung. Ob wir allerdings für immer diesen Menschen meiden, hängt von der Möglichkeit oder den Umständen ab, ihn näher kennenzulernen und deshalb unsere Einstellung zu ändern.

Natürlich spielen andere Faktoren eine Rolle, sich auf jemanden einzulassen, Gesten, Mimik, Statur. Dennoch scheint der Geruch eine wesentliche, vielleicht die entscheidende Rolle zu übernehmen, wenn Mensch sich mit Mensch verbindet. Bezieht man in die Kennenlernphase auch die Sprache und die oben erwähnten Faktoren mit ein, erkennt man die Wichtigkeit der Sinne, um sich ein Urteil über sein Gegenüber zu festigen.

Trotzdem sind wir nicht davor gefeit, uns zu irren, egal ob hinsichtlich der Feststellung, jemanden nicht leiden zu können oder in der Enttäuschung, jemanden Vertrauen geschenkt zu haben und später festzustellen, daß es ein Irrtum war.

Sicher fragen Sie sich längst, was hat das mit Aufklärung zu tun? Ganz einfach, erst wenn wir uns beschnuppert, gesehen, gehört und gesprochen haben, kann mit dem Sinn des Fühlens, Streichelns einer harmonischen Vereinigung, sprich dem sexuellen Akt, nichts mehr im Wege stehen. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel.

Ohne dieses Vorwissen und dem Respekt vor den Empfindungen des anderen, nützt in der Regel keine sexuelle Aufklärung. Darüber können Sie in dem oben erwähnten Atlas nachlesen oder sich in den vielen inzwischen zu diesem Thema neu erschienenen Büchern.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

Diese Kolumne erschien bereits am 07. Januar 2016  hier bei Querdenkende.
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