Tafeln nützliches Instrument für Rüge an Berlins Politik


Wer das Pferd von hinten aufzäumt, entlarvt sich als unfähig

Es war schon immer schwierig, Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Besonders fragwürdiges schaukelt sich derzeit hoch, seitdem die Essener Tafel meinte, sie müsse schubsende Ausländer ihrer Räume verweisen, damit bedürftige deutsche Frauen sowie ältere Betroffene ihr Essen ohne Ängste erhalten können.

Zunächst sollte man feststellen, daß gleichwohl oftmals wesentlich vehementer jene patriotischen Russlanddeutschen bei Schnäppchenangeboten in gewissen Discountern schnell dabei sind, mögliche andere Konkurrenten ziemlich eindeutig aggressiv beiseite zu drängen, was keinesfalls für öffentliche Aufregung sorgte. Wenn Jochen Brühl, der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutsche Tafel, die Kanzlerin kritisiert, sie habe zunächst ihre eigene Politik zu ändern, bevor sie Entscheidungen der Tafeln rüge, dann ist das sein gutes Recht. Mitnichten jene haarsträubenden Behauptungen gen Bundespolitik.

Eine Hilfsgemeinschaft offenbart ihre Fragwürdigkeit

In gewisser Weise verselbständigen sich die Tafeln von Beginn an, darf man unbedingt sie in Frage stellen, obwohl sie angetreten, um bedürftigen Menschen zu helfen. Deren ehrenamtliche Mitarbeiter leisten tagtäglich herzlich gutgemeinte Arbeit. Dennoch manifestiert sich damit ein breites Spektrum durchorganisierter Anlaufpunkte. Der Staat hat versagt, Tafeln bieten einen Notanker.

Wer jetzt angesichts jener schon lang anhaltender sozialer Mißstände das Ganze in seinem Sinne politisch ausschlachten will, spielt letztlich mit gezinkten Karten. Heuchelei versucht sich somit zu rechtfertigen. Sicherlich hat Frau Merkel, übrigens zusammen mit derselben SPD, die zuvor die Hartz-IV-Gesetze verabschiedete, einfach „weiter so“ den Sozialabbau vorangetrieben. Allerdings die alleinige Schuld bei ihr im Kontext zu ihrer Flüchtlingspolitik zu verknüpfen, schaufelt Wasser auf die Mühlen sich etablierender Rechtsradikaler wie die AfD und Konsorten.

Die Spaltung der Gesellschaft schreitet voran

Nicht nur in das bekannte Rechts-Links-Schema, zumal für jene Rechtspopulisten bereits die Regierung als links bezeichnet wird, man staune nur, mit welch verdrehten Behauptungen jene Neue Rechte auftritt. Hinzu gesellen sich nunmehr die Alleingelassenen, ob die Tafeln oder manch Medien, die obendrein mit daran beteiligt, unnötig Öl ins Feuer zu gießen. Anstatt genauer zu differenzieren, übt man sich in schnell behaupteten Phrasen.

Selbstverständlich muß die Politik Berlins scharf kritisiert werden, ihr Sozialabbau, das Hofieren des Niedriglohns und all jener Konzerne, die exakt diese Arbeitsmarktpolitik leztlich durchsetzen, die jene Armut im reichen Deutschland anwachsen läßt. Dennoch kein Grund, die Essener Entscheidung als nichtrassistisch unter den Tisch fallen zu lassen. Solche Debatten spalten die Gesellschaft explizit äußerst nachhaltig.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Eine Antwort zu Tafeln nützliches Instrument für Rüge an Berlins Politik

  1. Mo schreibt:

    Schubsen oder stossen, oder betrügen und klauen. Oma oder Kind oder Rentner.
    Die Tafel ist privat. Es gibt kein Recht auf den Abfall anderer. Die können machen was sie wollen.

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