Slowakei: Mord an Ján Kuciak wirft viele Fragen auf


Pressefreiheit gefährdeter denn je?

Erneut wurde ein Journalist ermordet, Ján Kuciak, und mit ihm gleich seine Verlobte. Weil der slowakische Enthüllungsjournalist kriminelle Kontakte von prominenten Unternehmen sowie damit zusammenhängende Steuervergehen aufdeckte, wurde das junge Paar regelrecht per gezielter Schüsse hingerichtet.

Damit unterstreicht gleich der slowakische Ministerpräsident Robert Fico seine harsche Haltung gegenüber der Presse selbst, zumal dessen Innenminister Robert Kalinak ins Visier akribischer Recherchen seitens Kuciak geraten war, weil der Politiker bekanntlich mutmaßliche Steuerbetrüger schützen soll. Alles beste Voraussetzungen, staatliche Verwicklungen in mafiöse Machenschaften erahnen zu lassen, was wiederum kein gutes Licht auf die slowakisch verantwortliche Politik wirft. Was soll hierbei wohl vertuscht werden?

Wladimir Putin selbst gerät ins Zwielicht – zu viele tote Journalisten

Dazu bedarf es insbesondere einer Bemerkung, die dieser mit dem tschechischen Präsidenten Milos Zeman gemacht haben soll, Journalisten sollten liquidiert werden. Scherze dieser Art schaffen nicht gerade Vertrauen, zumal auch in Russland die Pressefreiheit erheblich eingeschränkt ist.

Man bedenke, daß inzwischen etliche Journalisten (inklusive Kuciak) der EU in den letzten zehn Jahren ermordet wurden. Im Jahre 2008 der Zeitungskolumnist Ivo Pukanic in Kroatien, zwei Jahre später wurde der Radiojournalist Socratis Guilias in Griechenland erschossen, Anfang Januar 2015 verloren gleich zwölf Menschen beim Terroranschlag auf die Redaktion des Satiremagazins Charlie Hebdo ihr Leben, im letzten Jahr starb die regierungskritische Bloggerin Daphne Caruana Galizia durch einen gezielten Anschlag per angebrachter Autobombe.

Ein Klima des Haßes geht um und gewinnt immer mehr an Boden

Auch hierzulande, denken wir an die Sprechchöre über eine „Lügenpresse“, jener Schmierenkomödie, die nonstop von Fakenews berichtet bis in die USA, wo dieser 45. Präsident fleißig mit daran beteiligt, die Medien sowie die Presse zu verunglimpfen.

Sicher doch sollte man sich stets kritisch auch mit Medien selbst auseinandersetzen, aber mitnichten diesen Weg fortsetzen, der alles andere als dienreich, sondern vielmehr ein äußerst kostbares Gut vernichten kann, Despoten oftmals den Ton angeben, die Pressefreiheit nachhaltig zu schädigen.

Inzwischen werden somit nicht nur bei den beiden Supermächten, zieht man obendrein die VR China hinzu, schnell Parallelen zu George Orwells 1984 deutlich, wo eine Propagandamaschinerie die Menschen in Schach hält, welch grauenvoll düsteres Szenarium! Wir alle tun sehr gut daran, genau das nicht zuzulassen. Solche Morde wie der an Ján Kuciak gehören lückenlos aufgeklärt, wobei auch die Drahtzieher und Hintermänner mit benannt werden müssen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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