GroKo glaubt ans Märchen vom bösen Wolf


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Kaum ausgerottet und wieder angesiedelt zum Abschuß freigegeben

Während der Wolf in vielen Erdteilen verbreitet ist, wurde er in Westeuropa nahezu ausgerottet. Ungefähr seit 1850 gab es keine frei lebenden Wölfe mehr. Zunächst waren lediglich in Spanien, sowie im Norden Portugals noch der Canis lupus signatus, der Iberische Wolf, als auch der Canis lupus italicus, der Italienische Wolf anzutreffen. Seit über 30 Jahren existiert eine genetische Revision der Unterarten des Wolfes, die Mitochondrial DNA Method.

Im Jahre 2000 wurden die ersten Wölfe wieder in Deutschland geboren, und zwar in der Oberlausitz auf einem sächsischen Truppenübungsplatz, der seit dem Mauerfall nicht mehr benutzt wurde. Inzwischen hat sich der Wolf, vorwiegend im Osten des Landes, ausgebreitet, die Zahlen schwanken zwischen 500 Tieren bis angeblich an die 700. Letztere Zahlen scheinen allerdings unseriös, sind keineswegs belegt. Grund genug für die GroKo, den Wolf unter bestimmten Voraussetzungen erneut zum Abschuß freizugeben, er sei eine Gefahr für den Menschen, das Reißen der Viehbestände.

Einblicke ins Leben der Wölfe

Der Canis lupus ist wieder in Deutschland auf der Pirsch, obwohl diese Art des Jagens bei den Wölfen eher untypisch zu beobachten, bevorzugen sie doch, ihre Beute im Rudel zu jagen. Entgegen landläufiger Meinung sind Wolfsrudel ausschließlich eine Familie, was bedeutet, daß durch das Elternpaar und deren Nachfahren keine anderen Wölfe sich dazugesellen. Durch die eindeutige Dominanz der Eltern gibt es auch keine Revierkämpfe um die Rangordnung.

Verwechseln Sie nicht die weitverbreiteten Erzählungen innerhalb der Literatur, sie haben mit der Wirklichkeit im Leben der Wölfe keinerlei Bedeutung, sondern waren sogar oftmals ein Anlaß, diese interessanten Raubtiere als bösartige Bestien zu verunglimpfen. Dazu haben die willkürlich in Gefangenschaft verschleppten Wölfe mit dazu beigetragen, daß dann Revierkämpfe innerhalb dieser unnatürlichen Rudel unvermeidbar wurden.

Die Politik widerspricht sich selbst

Trotz aktiver Verfolgung hat sich inzwischen die Erkenntnis durchgesetzt, daß der Wolf weder eine Gefahr für den Menschen darstellt noch für dessen Landwirtschaft. Zunächst setzte sich die Politik lobenswert ein, hatte der niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) ein „Wolfskonzept“ für die Wiedereinbürgerung der Raubtiere in Niedersachsen selbst entwickelt. Er betonte, daß die Wölfe nicht aktiv angesiedelt sein werden. Es blieb die Frage im Raum stehen, ob Wölfe sich von Landesgrenzen abschrecken lassen, die ohnehin nicht erkennbar sind. Dabei bemerkte er, daß endlich die Dämonisierung der geschützten Tierart als böser Wolf ein Ende haben muß.

Und wenn doch mal Schäden auftauchen würden, wie z.B. das Reißen eines Schafes, würde das Land diese selbstverständlich ausgleichen. In Zusammenarbeit mit der Landesjägerschaft solle auch eine Biologin eingestellt werden, die die Rückkehr der Wölfe wissenschaftlich begleiten wird. Davon will dieselbe Partei jetzt Jahre später nichts mehr wissen, hatte sogar bei jüngster Debatte im Deutschen Bundestag sich vehement dafür eingesetzt, den Wolf erneut jagen zu dürfen, er solle wieder als „jagdbare Tierart“ ins Bundesjagdgesetz aufgenommen werden. Welch Widerspruch!

Bitte protestiert: GroKo will Wölfe schießen!

Der Verein Rettet den Regenwald griff die Haltung der sich formierenden neuen Großen Koalition auf, um die Petition „Bitte protestiert: GroKo will Wölfe schießen!“ zu initiieren. Inzwischen fehlen nur noch wenige Stimmen bis zum Etappenziel von 50.000 Unterschriften. Völlig zurecht gibt der Verein am Ende der Petition zu bedenken, daß diese neue Gesetzesvorlage der GroKo sich kaum glaubwürdig vereinbahren läßt, gleichzeitig den Schutz vor Raubkatzen in Afrika, Asien und Lateinamerika zu bewerben.

Wo bleibt dabei noch der Schutz der wieder angesiedelten Wölfe, wenn erneut Jäger ihn erschießen dürfen? Das kann es nicht sein, weil Tierschutz eine derartige Politik zurecht ablehnt. Die heraufbeschworenen Gefahren für den Menschen entsprechen eben nicht der Realität.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Tierschutz/Tierrechte

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