Ab heute wird deutsch getafelt in Essen


Wir sind deshalb längst keineswegs Rassisten

„Aber unser Augenmerk liegt auf den Interessen derjenigen, die in Deutschland geboren, die lassen wir auf alle Fälle nicht im Stich, das wäre ja noch schöner. Genausowenig widersprechen wir vehement, uns in irgendeine rechte Ecke stecken zu wollen, damit haben wir schon gleich gar nichts am Hut.“

Die Presseleute wenden sich angewidert ab, versteht sich von selbst. Alldieweil Tafeln ohnehin nicht unbedingt einen guten Ruf haben. Davon wollen sich nur die Journalisten vor Ort lieber ein Bild machen. Schließlich verbreitet sich ziemlich schnell das merkwürdige Verhalten in der Ruhrpottmetropole Essen im Herzen von Nordrhein-Westfalen.

„Überhaupt, was soll der ganze Medienrummel hier? Wir haben Sie nicht eingeladen, uns über die Schulter zu schauen! Vergessen Sie nicht, daß hier Ehrenamtliche stehen, mit Herz und Seele den bedürftigen Menschen helfen. Wir könnten doch auch einer anderen Tätigkeit nachgehen, in dieser Zeit Geld verdienen. Darauf verzichten wir halt.“

Einer von der taz schüttelt entrüstet den Kopf, während sein Kollege vom freitag ihm beipflichtet, soviel Schmierenkomödie sei kaum noch auszuhalten, und gleichwohl gäbe es nicht die geringste Begründung ob jener Bestimmung, ausländischen Mitbürgern das Essen zu verweigern.

„Tafeln haben schlichtweg den Ruf weg, Armut im Lande zu etablieren. Eine Klientel der Reichen und Superreichen vermittelt dadurch obendrein eine Hilfsindustrie, die in ihrer gesamten Verlogenheit kaum noch zu toppen ist. Erinnert fatal ein wenig an die Entwicklungshilfepolitik in Afrika, nur mit dem Unterschied, daß dies jetzt hier mitten im Herzen Europas völlig selbstverständlich den Alltag bestimmt. Haben wir ebenso den Sozen zu verdanken, die mit jenem Schröder das Ganze anleierten.“

Der Mitarbeiter dreht sich für einen Moment weg, um zwei Tränen von der linken Wange mit dem Hemdsärmel etwas umständlich wegzuwischen. Die Journalistin vom Spiegel hat dennoch jene kurze Geste beobachtet, hakt gleich nach, warum er denn die Tafel selbst dermaßen schlecht rede.

„Wissen Sie, ich mach das nur, weil mir die Leute leid tun, und mir sonst vor Langeweile zu hause die Decke auf dem Kopf fällt. Gleichzeitig hatte ich schnell bemerkt, mit welcher Heuchelei die Menschen abgefertigt werden. Am schlimmsten sind wohl diese AWO-Leute, vor ein paar Jahren noch unterwegs, um mit ihren dusseligen Maßnahmen den Leidtragenden auf den Keks zu gehen. So, als ob jene kleine Kinder wären, die man an die Hand nehmen müsse, um ihnen das Leben zu erklären! Unglaublich, dabei haben etliche lange im Beruftsleben ihren Mann oder Frau gestanden. Die können gern auf solch bevormundendes Gesabbel verzichten!“

Die Presseleute klatschen prompt, auch wenn die wenigsten jene berechtigte, harsche Kritik leider nicht aufgreifen. Befehl von oben, möglichst gleichgeschaltet nicht zu viele Details zu schildern, man könne an diesem Hartz-IV-System eh nichts ändern.

„Bullshit. Man kann, will aber nicht. Morgen steige ich aus, will mich doch nicht als AfD-Depp oder Neonazi beschimpfen lassen, mir geht die Tafel sowieso schon länger gegen den Strich!“

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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2 Antworten zu Ab heute wird deutsch getafelt in Essen

  1. Susann Christine schreibt:

    Die Stadt Essen hat eine Hartz 4 Quote von 20%. Auf der Warteliste der Tafel stehen 1000 Menschen, Das ist der eigentliche Skandal

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  2. geopolitiker schreibt:

    NRW, AWO Murks Land, von korrupten und Hirnlosen SPD Politikern geschaffen, was mit Rau schon begann, Bodo Hombach und dann ging es teil bergab

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