Gewalt an Schulen: Statt Reformen bewaffnete Lehrer


Wild-West-Verhältnisse eines Donald Trump alles andere als hifreich

Stellen Sie sich mal vor, Ihr Kind geht des morgens voller Freude in die Schule und Sie erfahren wenige Stunden später, ein Lehrer habe es versehentlich über den Haufen geschossen, dieser unterschätzte wohl die Situation und handelte sofort per mitgeführter Schußwaffe.

Eine grauenvolle Vorstellung für sämtliche Eltern, was nicht gerade Vertrauen schafft, Kinder in solche Schulen zu lassen. Doch ginge es nach dem 45. US-Präsidenten, könnten solche dramatische Szenarien durchaus geschehen, weil Donald Trump für die Bewaffnung von Lehrern plädiert, was er bereits nach dem Amoklauf in Florida vorgeschlagen hatte.

USA offenbaren sich als Waffennarren mit zunehmenden Opfern

Im Grunde genommen dürfte jene Entwicklung in den USA kaum verwundern, verfolgt man ihren historischen Verlauf. Die Neue Welt hatte von Beginn an sich mordend ihren Platz erkämpft, die nordamerikanischen Indianervölker nahezu ausgerottet, in wenigen kleinen Estates dürfen diese sich gerade noch geduldet aufhalten.

Ganz ähnlich das Verhalten mit den meisten US-Stützpunkten überall auf dem Globus verteilt. Keine Nation hat dermaßen kriegerisch mitgemischt, der Hegemon verdeutlicht seine Weltherrschaft. Wie im Äußeren, so im Inneren. Die US-Amerikaner pflegen scheinbar ihr Image als Waffennarren, dementsprechend wurden an die 20.000 Gesetze zum Waffenbesitz im Laufe der Zeit erschaffen, eines der jüngsten das neue Notwehrgesetz, das sogenannte „Stand your ground law“, welches im Jahre 2005 in Florida in Kraft trat, auch als „Shoot first, ask later“ bezeichnet wurde. Mit Selbstverteidigung hat das wenig zu tun, vielmehr mit Selbstjustiz!

Bump Stock-Verkaufsverbot lediglich die Spitze des Eisbergs

Sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung, Schnellfeuerkolben (bump stocks) in den gesamten USA verbieten zu lassen, ob die Durchsetzung möglich wird, darf angezweifelt werden, da etliche Bundesstaaten ohnehin es nicht so genau nehmen mit schärferen Waffengesetzen, sie eher ablehnen. Es erweckt viel mehr den Eindruck, die USA werden ihr Waffenproblem nie in den Griff bekommen.

Reformversuche für schärfere Waffengesetze gab es ohne weiteres, Barack Obama scheiterte allerdings im Laufe der 2010er-Jahre etliche Male an der Blockade republikanischer Senatoren, die an den bestehenden Waffengesetzen festhielten. Ganz besonders die Waffenlobby der NRA (National Rifle Association of America), zu deutsch „Nationale Gewehr-Vereinigung“, die das Sportschießen und Training an Schußwaffen in den USA organisiert, übte für entsprechenden Einfluß zur Blockade-Haltung betreffender Politiker.

Ein Land, welches demnach 42 Prozent aller Schußwaffen auf der Erde besitzt, wird wohl kaum jenen Mißstand ändern, da hat sich im Laufe der Zeit jenes Recht etabliert. Erst wenn die Menschen selbst wirklich erkennen, welch fatale Entwicklung zu derartigen Zuständen führt, besteht überhaupt eine Chance auf Veränderung hin zu weniger Waffengewalt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Eine Antwort zu Gewalt an Schulen: Statt Reformen bewaffnete Lehrer

  1. Mo Nuri schreibt:

    Ein waffenstarrender Staat, der anderen Waffen verbieten will ist unglaubwürdig.
    Alle Attentate fanden in sogenannten Gun Free Zones statt. Weniger als „Gun Free“ geht wohl nicht, oder?
    Und. Es wurden mehr Menschenleben durch Waffeneinsatz gerettet, als getötet.

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