Wenn Fahnen riechen


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Die Fahne weht mir ins Gesicht,
dennoch fassen kann ich sie nicht.
Sie ist eine Fahne aus Gasen,
möglich wäre, sie wegzublasen.

Da sitzt man schweratmend im Bus,
man hat´s geschafft, nicht laufen muß.
Anstatt Luft, Atemluft, reine Luft,
bekommt die Lunge Veilchenduft.

Man hüstelt, schaut sich lächelnd um,
grinsende, wissende Gesichter, reihum.
Du weißt, keiner will mit dir tauschen,
du sehnst dich danach, abzutauchen.

Raus aus dem Bus bei nächster Station,
bin eh zu spät, was macht das schon?
Schnellen Schrittes suchst du das Weite,
das Vorstellungsgespräch wird ´ne Pleite.

Zum Termin warst du weit über der Zeit,
sie mustern, fragen dich, sie sind zu zweit.
In deiner Nase ist immer noch die Duftfahne,
sie sagt, für den Job bist du nicht erste Sahne.

Gemächlich, Selbstbewußtsein täuschend,
Frusttiraden deinem Munde entfleuchend,
gönnst du dir in ´ner Kneipe einen Kaffee,
Coffein, um Lisa Rede und Antwort zu stehn.

Die Fahne weht ihr ins Gesicht,
dennoch fassen kann sie es nicht.
Sie läßt dich nicht zu Worte kommen,
die Fahne hat ihr den Verstand genommen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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2 Antworten zu Wenn Fahnen riechen

  1. miasraum schreibt:

    immer schön bei dir zu lesen:-) Danke für die Mail:-) Ist alles gut und sicher angekommen:-)

    Gefällt 1 Person

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