Unsere Jugend gestaltet die Zukunft


Doch wer entscheidet eigentlich hier: die Alten oder die Jungen?

Meistens lesen wir von einer Gesellschaft der Älteren, weil die Geburtenraten sinken. Faktisch kann man da wohl kaum widersprechen, aber sie sind nun mal auch noch da, die heutigen Jugendlichen, die morgen die Geschicke des Landes gestalten werden. Ein politischer Wandel wird sich vollziehen müssen, weil die bisherigen Systeme allesamt auf eines hinauslaufen: grenzenlose Zerstörung der Umwelt, der Gesellschaft selbst und letztlich des Menschen auf Erden.

Zu düster eine solche Prognose, meinen Sie? Schauen Sie sich um, was da draußen geschieht, außerhalb der wohlbehüteten Industrienationen, in der Dritten und Vierten Welt. Wobei selbst die heute sich in Sicherheit und Wohlstand wähnenden unbedingt hinterfragen sollten, wie lange das zu welchem Preis noch durchzuhalten ist.

Mehr Mut zur Veränderung kann wegweisend sein

Manchmal bedarf es kluger Köpfe, die mit viel Weitsicht, Entschlossenheit und dazu nötigem Charisma es verstehen, ihre Ideen einzubringen, sowohl schriftlich als auch in Vorträgen. Im letzten Jahr erschienenen Film, „GameChanger Führung: Wertschöpfung durch Wertschätzung“, wobei Bodo Janssen, Chef familieneigener Hotelkette Upstalsboom, sehr deutlich die Führungsrolle in Frage stellt, generell die Arbeitswelt in der Wirtschaft, ihre Hierarchien, alte Gepflogenheiten, zeigt er mutige, folgerichtige Ideen auf, was zu ändern ist.

Was nutzen sämtliche Überlegungen, analytische Feststellungen, wenn keine Konsequenzen dahingehend folgen, nachhaltige Änderungen nicht nur zu durchdenken, sondern sie auch schrittweise umzusetzen. Bewundernswert, wenn junge Menschen wie Wolfgang Gründinger gute Bücher schreiben, die Arbeitsgruppe Energie des Think Tank 30 (tt30) oder der jungen Denkfabrik des Club of Rome leiten. Das schafft viel Hoffnung und zeigt auch eine mutige Vorgehensweise. Doch gilt es, diese zu erkennen und vor allem dann zu handeln. Das kann nur funktionieren, wenn die Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft mitspielen, keine Bedenken mehr haben, sie müßten abgeben vom großen Kuchen der Reichen, sondern bereit sind, auch zu teilen. Genau an dieser Nahtstelle werden Entscheidungen fallen müssen. Und die Zeit wird immer knapper, wenn wir uns die berechtigte Ungeduld der weltweiten Jugendbewegungen betrachten. Viel zu lange schon wurde das ewige Spiel der grenzenlosen Ausbeutung bis ins Unerträgliche angewandt.

Gute Konzepte haben gleichzeitig einen schweren Stand, werden oftmals einfach belächelt. Solange mit einer Mauer des Schweigens und der Ignoranz reagiert wird, können natürlich keine Ideen sich verbreiten. Aber gerade in wirtschaftlichen Zusammenhängen muß viel mehr Transparenz und Klarheit herrschen, wollen wir eine Veränderung im Sinne aller Menschen. Es reicht nicht, einfach den verkehrten Weg fortzusetzen, weil spätestens mit zunehmenden Widerständen die Notwendigkeit zur Rückbesinnung diktiert wird.

Verstärkter Zulauf bei extremistischen Bewegungen und Parteien

Politikverdrossenheit hat sich längst auch bei der Jugend eingefunden. Um so wichtiger, dieser Perspektiven aufzuzeigen, daß es neben der berechtigten Kritik am wirtschaftspolitischen System auch noch etwas durchaus konstruktives gibt: selber machen. Dem einfach auszuweichen und sich besonders rechtsextremen Parteien und Bewegungen anzuschließen, mag eine zeitlang ein „Rettungsanker“ für all jene bedeuten, die selbst nicht gern über Zusammenhänge nachdenken, sondern „mit-sich-machen-lassen“, aber eine wirkliche Lösung kann es keinesfalls sein. Wir müssen alle „mitnehmen“ bei konstruktiven Ideen, dies bedeutet, mit destruktiven, oftmals einfachen Haßparolen werden keine gesellschaftspolitische Lösungen geschaffen, sondern nur noch mehr blinde Zerstörungswut initiiert.

Es besteht somit noch viel Diskussionsbedarf, ohne dabei sich zu verzetteln, weil die Probleme längst bekannt sein sollten. Heutige Parteien sind daher sehr gut beraten, viel mehr auf die Jugend zuzugehen, wollen sie sich nicht selbst ins Abseits drängen. Mit einfachen Parolen und Lippenbekenntnissen ist dies genauso wenig umzusetzen wie bei extrem politischen Parteien.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Gesellschaft abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s