Unsere Arbeitswelt braucht einen Wandel


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Ende der Knechtschaft absehbar?

Wenn es nach den Vorstellungen sich ständig neu erfindender Wirtschaftsvorgaben ginge, die allesamt nur einer Zielrichtung verpflichtet, nämlich unermeßlichen Reichtum anzuhäufen, würde das Hamsterrad in Turbogeschwindigkeit den Menschen weiterhin stolpernd vorwärtstreiben, Hauptsache das Jahressoll erbringt das angestrebte Ergebnis.

Naheliegend, daß die Gesundheit, das familiäre Zusammenleben und das Arbeitsklima selbst darunter erheblich leiden. Und erneut hat der Homo sapiens es selbst in der Hand, sich von seinen Fesseln zu befreien. Darf er hoffen, daß in der Arbeitswelt der Traum vom Ende einer Knechtschaft bald schon absehbar? Alles kann möglich sein, es liegt an uns, inwieweit eine gezielte Bereitschaft und somit auch der Mut vorhanden, endlich die richtigen Schritte wahrzunehmen und umzusetzen.

Leben, um zu arbeiten – die Verdrängung eines natürlichen Grundrechts

Ganz dem ersten Grundsatz des Philosophen René Descartes folgend, „Cogito ergo sum“ – „Ich denke, also bin ich“ können wir nur noch staunend feststellen, daß der demütigte, brave Bürger meist dem Konsumgedanken verfallend sich eingerichtet und angepaßt hat, „Ich lebe, um zu arbeiten“ allzu wörtlich in die Praxis umsetzt, anstatt mit dem Denken Kants Mündigkeit folgend das Sein dahingehend zu verinnerlichen, die Verdrängung eines natürlichen Grundrechts zu erkennen. Da fügt man sich lieber in sein Schicksal und malocht.

Wieso ein natürliches Grundrecht, sollte jetzt die erstaunte Frage lauten. Sämtliche Lebewesen auf diesem Planeten haben eines gemeinsam: Sie entstanden aufgrund einer genetischen Abfolge eines „Schöpfungsgedankens“. Um weiter zu existieren, benötigen sie Energie. Und Mensch arbeitet, damit er nicht am Rande der Gesellschaft dahinvegetiert oder gar verhungert.

In Naturvölkern findet das Anwendung im Leben selbst, was die Erde, die Tiere ihnen anbieten. Die Grenzen der Belastung werden durch Naturkatastrophen, kriegerische Auseinandersetzungen oder durch Krankheiten erreicht, nicht aber eine zwanghafte Notwendigkeit mittels Arbeit Reichtum und Ansehen sich zu erkaufen, um schließlich Macht zu erlangen. Genau darin liegt die Krux einer sogenannten zivilisatorischen Errungenschaft, die exakt dieses natürliche Grundrecht von dannen jagte und mit dem Joch einer Knechtschaft zur Arbeitsweltverpflichtung eintauschte.

Wenn Verlierer in eine Tretmühle geraten

Betrachten wir die Arbeitszeitregelung, die eng verknüpft im Arbeitszeitgesetz zumindest eine theoretische Vorgabe darstellt, demnach dem Gesundheitsschutz und der Sicherheit der Arbeitnehmer dienen soll, herrscht letztlich dennoch ein gewisser Arbeitszwang, dem sich alles unterordnet: vom Elterhaus zur Schule, von der Berufsausbildung zum Arbeitsplatz, wobei dessen Verlust nur durch den Moloch eines angeblichen Sozialstaates uns überleben läßt.

Bedingung hierzulande: Zwangsunterwerfung zur Hartz-IV-Gesetzgebung. Wer sich nicht fügt, wird auf Null Prozent sanktioniert, was zum Tode führt. Häme gesellt sich dazu, um die eigene Courage zu verdrängen, eventuell den menschenverachtenden Sinn dieser Agenda 2010 zu verstehen und strikt wieder abzuschaffen. Nein, es ist viel leichter, selbstgefällig auf jene mit dem Finger zu zeigen, die als „Verlierer der Gesellschaft“ in eine Tretmühle geraten, als den Zwang dahinter zu bemerken.

Da erschrickt man lieber achselzuckend ob solcher Modelle wie Schichtdienste oder wenn Studien offenbaren, daß wer zu viel arbeitet, seine Gesundheit gefährdet. Was früher noch gern verkündet, das Arbeiten habe noch niemand geschadet, verkehrt sich ins Gegenteil, weil die Grenzen der Belastung ständig überschritten. Hinzu kommt der wirtschaftshörigen Politik auch zugute, ein höheres Rentenalter zu fordern, anstatt den Menschen die verdiente Altersruhe wesentlich früher zu gönnen. Wege aus dieser Misère in Sicht?

Alternativen längst bereits vorhanden

Alternativen und somit Wege aus der zwanghaften, krankmachenden Arbeitswelt, wie sie immer dramatischere Abhängigkeiten für den Bürger bereithält, wie auch der Film „Die stille Revolution“ aufzeigt. Aber dazu bedarf es des Mutes, sie zu erkennen, anzuwenden und umzusetzen. Eine Politik der Gleichgültigkeit, die obendrein viel Unterstützung über die Mittel der Ablenkung und Verdrängung erhält, gilt es abzustrafen, nicht mehr zu wählen.

Jeder hat es selbst in der Hand, entsprechend zu entscheiden, damit morgen eine befreite Arbeitswelt uns erwartet, in der ein Klima der Muße, des Miteinanders herrscht, ohne den Run auf Überstunden und Freizeitverzicht, weil ein Maximum von sechs Stunden ein menschenwürdiges Leben garantiert. Funktionieren kann dies unbedingt, wenn endlich eine gerechte Verteilung Gestalt annimmt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Soziales

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