Berufsalltag: Der Run auf Erfolg fordert seinen Preis


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Wann greift ein Umdenken in der Gesellschaft?

Stets dieses ewige Suchen nach Anerkennung oder Erfolg, was einen mitreißt in den Bann einer nimmersatten Oberflächlichkeit voller geschäftlicher Emsigkeit, die sich keinerlei Ruhe gönnt, sondern vielmehr fast schon fanatisch sich selbst beweihräuchernd feiert auf der Suche ständiger Superlative.

Minuten der Besinnung im Sekundentakt einer rapide wechselnden Informationsflut, die erbarmungslos auf uns niederprasselt, der Seele nicht im geringsten den notwendigen Raum der Entspannung verheißt, sie eher erpresserisch überlistend an den Rand der Verzweiflung drückt – all diese Begleiterscheinungsmomente im Berufsallltag: Der Run auf Erfolg fordert seinen Preis. Und wie lautet jener schon nach relativ kurzer Zeitspanne?

Spitzenpositionen per schroffe Ellenbogen verschaffen

Gruppendynamik in Schulklassen läßt ihre ganz eigenen Spielregeln zu, die erst gar nicht lang gesucht werden müssen, sie sind ohnehin von vornherein klar, setzt sich doch nach ständig gleichem Muster das Recht des Stärkeren durch. Dabei offenbaren sich unter-schiedlich ausgeprägte Methoden der jeweiligen Übervorteilten als uraltbekannte Muster, die dennoch nie ihr Ziel verfehlen. Interessanterweise fallen stets dieselben Lehrer darauf rein, ganz so als ob keinerlei pädagogische Schulung jemals stattgefunden hätte. Welch kritischer Beobachter kennt solche Szenarien nicht aus vergangenen Tagen.

Allerdings gelten solche Gruppenverhaltensmuster wie eine einmal geimpfte Bestimmung für den Rest sämtlicher Zusammenkünfte im weiteren Leben, sei es in der Ausbildung, im Studium, im Berufsleben bis hinein im geselligen Zusammensein wie in Vereinen oder losen Bekanntenkreisen. Sucht Mensch seine einmal gefundene Rolle stets aufs Neue?

Das wäre ein entwicklungsmäßiger Fortschritt, um eigene Grenzen oder andere Per-spektiven zu erhalten. Nein, er findet sich in der Regel damit ab. Und all jene, die schroffe Ellenbogen schon früh einzusetzen begannen, verschaffen sich meist sehr zielstrebig ganz gewisse Spitzenpositionen. Der eingeschlagene Weg, der ja in Schultagen bereits ergiebig trainiert, folgt den altbekannten Erfahrungswerten, findet nahezu problemlos ergeb-nisorientiert den zu erklimmenden Platz im beruflichen Umfeld. Einmal dort angekommen, Zufriedenheit sich einstellt? Meist nicht!

Eigene Erfahrung mittels anderer Perspektive verstehen

Welches Gedankenmodell rechnet sich in logischer Abfolge bei Rückbesinnung bestimmter Lebensabschnitte, die gleichzeitig Indizien vermitteln können, was da richtig oder verkehrt gelaufen? Was hätten Sie denn gern: die nackte, atheistisch oder agnostische Sichtweise, die religiöse oder esoterische? Letztendlich darf ein jeder sich das raussuchen, was ihm real weiterhilft, wenn geistige Haltung einfließt, wir sie denn stets be-rücksichtigen, auch nur Mittel zum Zweck sein kann, weil Emotionen und ungelöste Probleme sowieso stets dazwischenfunken, uns irritieren auf der Suche nach dem Sinn unseres Lebens.

Rollentausch einmal zulassen, aber nicht nur für eine begrenzte Weile lang. Besser sie konsequent durchhalten, um deren Aspekte wirklich zu verinnerlichen und zu durchleben. Somit die eigene Erfahrung mittels einer anderen Perspektive verstehen lernen, ein völlig neues Puzzleteil innerhalb eines unüberschaubaren Plans entdecken, es annehmen und reflektieren. Vielleicht ergeben sich andere Wege?

Folgenschweren Tribut vorbeugen?

Das Leben gestaltet sich eigentlich so bunt und vielfältig wie wir selbst es zulassen, zumal die Schöpfung gar keine Grenzen sich auferlegt hat – der Kosmos und somit die Gedankenvielfalt, alles Sein ist unendlich vorhanden, ganz egal, was Mensch daraus macht oder halt nicht. Um so notwendiger und dabei ziemlich erfrischend, horizonterweiternd, den Alltag mal hinter sich zu lassen, rauszukommen aus dem Trott.

Wer wagt es, die Tretmühle zu verlassen? Klar doch, in Hartz-IV-Zeiten, in kon-sumorientierter Geschäftswelt kein leichter Schritt, zumal eine normbehaftet gaffende Gesellschaft nahezu mutlos ohnehin alles skeptisch beäugt, was ihrem selbst auferlegten Korsett entweichen will. Dennoch sollte erst recht ein solcher Versuch es wert sein, um hinterher an Erfahrung reicher, die einem niemand mehr nehmen kann!

Wer seine eigenen Grenzen auslotet, darf sich zumindest dahingehend zurücklehnen, es versucht zu haben, egal ob er am Ende scheitert oder sogar erfolgreiche Erkenntnisse erhält. Denn eines sollten wir allesamt niemals unterschätzen: Wir sind stets auf Zwischenstation, die unterschiedlich lange uns beschäftigt wissen möchte, haben den Auftrag, mit jedem Atemzug unser Dasein zu gestalten, es selbst in die Hand zu nehmen, in gestreßter Hektik durchs Leben zu wandeln oder die Notbremse zu ziehen, bevor ein folgenschwerer Tribut dies ungefragt übernimmt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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