Angst und Wut – eine brisante Mischung


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Da gerät was ganz entschieden aus den Fugen

Mal ganz sachte entspannt zurücklehnen, einfach mal die Seele baumeln lassen, zumal keinerlei Sorgen den Alltag belasten, man mit seinen Liebsten in vertrauter Gelassenheit friedlich zusammensitzt, den Tag ausklingen läßt. Welch tolle Vorstellung, die sicherlich manche durchaus genau so durchleben, hingegen den meisten vergönnt bleibt.

Woran das wohl liegen mag? Zu wenig geleistet, sich eingebracht oder engagiert, weder weitergebildet noch ernsthaft bemüht? Nichts von alledem hat mit der rauhen Wirklichkeit zu tun, von wegen gleiche Chancen für alle, das Gegenteil trifft zu. Wer hineingeboren in dürftigen Verhältnissen, muß sich durchschlagen, behaupten, und zwar oftmals mit dreisten Mitteln, kaltschnäuzig jeden Widersacher beiseite drängen. Beste Voraussetzungen fürs Mobben, Gewalt freien Lauf zu lassen, während eine paralysierte Gesellschaft sich wegduckt, dies geschehen läßt, ohne dem Einhalt zu gebieten.

Welch dramatische Entwicklung, die in sämtlichen erschaffenen Systemen des Menschen Fuß fassen kann, ein sogenanntes Miteinander, bei dem der Stärkere obsiegt, während der Schwächere an den Rand gedrängt das Nachsehen hat. Von Nächstenliebe keine Spur, Moral und Ethik bleiben auf der Strecke, die Auswüchse kann man ohne weiteres im Alltag auf schreckliche Weise beobachten bis hin zu weltpolitischen Zuständen, die Krisen, Krieg und Elend bedeuten.

Kein Wunder, daß auch hierzulande sämtliche sozialen Felder vernachlässigt werden, denken wir an den Pflegenotstand, Rentenarmut, Lehrer- und Ärztemangel, Arbeitslosigkeit, Hartz-IV-Gängelung, Wohnungsnot und Obdachlosigkeit. Aber Hauptsache die Union wehrt sich gegen Regeln für Manager-Boni, schließlich beißt man ja nicht die Hand, die einen füttert. Dann lieber die Füße stillhalten, sich wegducken in seiner Verantwortung als vom Volk gewählter Politiker. Was für eine rabiate Einstellung, die einmal mehr die Tragweite fadenscheiniger Ignoranz aufzeigt.

Daß dabei eine latent vorhandene Wut sich aufbaut, oftmals mit Existenzängsten begleitet, sollte niemand verwundern, gleichzeitig genügend „Rattenfänger“ auf den Plan ruft, Unschlüssige für ihren fanatischen Kurs zu begeistern, der da lautet: Nationalismus, Patriotismus, Extremismus, eine brisante Mischung eigentlich überwunden geglaubter Verfehlungen, die in der Vergangenheit schon genügend Opfer bedeuteten. Aber mit simplen Phrasen und Haßparolen lassen sich mal wieder genügend beeindrucken. Welch traurige Erkenntnis, wie wenig Mensch aus der Geschichte lernt.

Chancen auf Änderung hinsichtlich eines friedlichen Miteinanders? Natürlich, jeden Tag, immer. Es liegt nur an uns selbst, inwieweit wir eine solche Entwicklung weiterhin zulassen oder endlich Intitiative ergreifen, genau das abzubauen. Das kostet Kraft, Ideen müssen Wege finden, sich durchzusetzen.

„Ihr müsst die Menschen lieben, wenn ihr sie ändern wollt.“ (Johann Heinrich Pestalozzi)

Inzwischen hat sich aber ein weitgehender Haß und Gewalt weltweit verbreitet, so daß es immer schwieriger wird mit der Nächstenliebe. Wenn wir alle im Kleinen, in unserem direkten Umfeld es wenigstens schaffen, ist Änderung in Sicht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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2 Antworten zu Angst und Wut – eine brisante Mischung

  1. ClaudiaBerlin schreibt:

    Im letzten Satz des ersten Absatzes fehlt ein „nicht“.
    Ja, es ist ein Elend mit all dieser zunehmenden Aggression und Entsolidarisierung. Bin erst vor wenigen Tagen „einfach so“ von einem Typen auf dem Gehsteig umgehauen worden – wohl auch so einer, der schier platzt vor Wut und dann halt Opfer sucht.
    Kranke Welt!

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    • hraban57 schreibt:

      Hallo Claudia,
      wieso soll da ein „nicht“ fehlen? Falls du „vergönnt“ meinst, um dort ein „nicht“ voranzustellen, wäre es ja eine doppelte Verneinung. Ansonsten kann ich Dir nur zustimmmen, die Welt krankt.

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